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Zahl der Selbstständigen bisher unterschätzt

26.06.2014

IfM Bonn erschließt neue personenbezogene Datenquelle

In Deutschland gibt es mehr Selbstständige als bisher angenommen. Dies hat das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn anhand der amtlichen Einkommensteuerdaten ermittelt, die vom Statistischen Bundesamt im sogenannten „Taxpayer-Panel“ zusammengeführt werden.

Demnach übten beispielsweise im Jahre 2007 rund 6,8 Millionen Personen eine selbstständige Tätigkeit (einschließlich Freie Berufe, Land- und Forstwirtschaft) aus – gut 2 Millionen mehr als bisher auf der Basis des Mikrozensus geschätzt worden war.

Hinzu kommen rund 35.000 Selbstständige mit ständigem Wohnsitz im Ausland. Auch sie waren bisher in den offiziellen Statistiken nicht berücksichtigt worden.

Mit Hilfe des Taxpayer-Panels können nun auch differenziertere Aussagen zum Gründungsgeschehen sowie zur Erwerbsform und zum Einkommen von Selbstständigen getroffen werden.

Demnach erfolgten beispielsweise im Jahr 2007 309.000 freiberufliche Gründungen – nur etwas mehr als die Hälfte von ihnen (161.000) jedoch im Haupterwerb.

Trotz des hohen Informationsgehalts des Taxpayer-Panels bleibt von Nachteil, dass die wirtschaftlichen Entwicklungen nur mit einiger zeitlicher Verzögerung aufgezeigt werden können.

Der wesentliche Grund: Selbstständig Tätige können ihre Steuererklärung bis zu drei Jahre nach der regulären Abgabefrist einreichen.

Die Studie „Die Eignung des Taxpayer-Panels zur Identifizierung von Selbstständigen und Gründungen“ ist auf der Homepage des Institut für Mittelstandsforschung (www.ifm-bonn.org) abrufbar.

Weitere Informationen:

http://www.ifm-bonn.org

Dr. Jutta Gröschl | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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