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Zahl der Ausbildungsverträge geht in Berlin bis 2025 um 30 Prozent zurück

03.09.2014

Das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie legt heute seine erste Prognose zum Berliner Ausbildungssystem vor: Danach könnte die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in den nächsten zehn Jahren auf 12.500 absinken, gegenüber knapp 18.000 im Jahr 2012. Für die Berliner Unternehmen wird es immer schwerer, junge Leute für eine berufliche Ausbildung zu finden.

Die erste Prognose des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) zur Ausbildungssituation in Berlin zeigt, dass die duale Ausbildung in Berlin vor einem beträchtlichen Wandel stehen könnte. Nach den Berechnungen verringert sich die Zahl der Ausbildungsverträge bis zum Jahr 2025 von derzeit knapp 18.000 auf 12.500. Das ist ein Rückgang um fast ein Drittel.

Damit dürfte sich der Anteil der Unternehmen, die Ausbildungsplätze nicht besetzen können, deutlich erhöhen. Bereits im vergangenen Jahr konnte ein Drittel der Unternehmen keine geeigneten Auszubildenden für sich gewinnen.

„Das ist eine problematische Entwicklung“, sagt Dr. Dieter Dohmen, Direktor des Forschungsinstituts. „Sie wird dazu führen, dass sich immer mehr Unternehmen aus dem Ausbildungsgeschehen zurückziehen. Gerade die kleinen und kleinsten Firmen haben Probleme, Auszubildende zu finden, da sie wenig bekannt sind und den hohen Aufwand für das Ausbildungsmarketing nicht betreiben können – zumal, wenn der Erfolg ungewiss ist.“

Unsere Analysen zeigen, dass sich kleine und kleinste Unternehmen bereits in den letzten Jahren aus dem Ausbildungsgeschehen verabschiedet haben. In Ostdeutschland bildet nur noch jedes fünfte kleine oder mittlere Unternehmen aus; fast ein Drittel der Betriebe, die früher ausgebildet haben, hat sich inzwischen aus der Qualifizierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zurückgezogen. „Sie sehen keine Chance mehr, Auszubildende zu finden“, so der Direktor des FiBS.

„Die duale Ausbildung kommt auch in Berlin zunehmend unter Druck und sollte sich dringend den erheblichen Herausforderungen stellen“ meint Dohmen weiter. „Es muss eine ehrliche Diskussion über die Attraktivität des dualen Systems stattfinden, die notwendigen Reformen bei der Unterstützung von Unternehmen sowohl vor als auch während der Ausbildung müssen jetzt angegangen werden. Mit ein paar administrativen Maßnahmen ist es nicht getan.“

Nach Auffassung des erfahrenen Bildungsökonomen sollten Unternehmen, und hier insbesondere die kleinen und kleinsten Betriebe, bedarfsgerechter und vor allem flexibler unterstützt werden als bisher.
Die FiBS-Prognosen zum Berufsbildungssystem werden wie auch die Studienanfänger-Prognosen mit dem vom Forschungsinstitut entwickelten Simulationsmodell EduSim© vorgenommen, das neben den Vorausberechnungen auf Bundes- und Länderebene auch solche nach Kammerbereich oder Fachrichtung zulässt.

Weitere Informationen:

http://www.fibs.eu

Dr. Dieter Dohmen | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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