Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wohlfühlen trotz Diabetes! Spezielle Bedürfnisse älterer Diabetiker wenig erforscht

28.08.2009
Studie untersucht verschiedene Behandlungen für älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes und depressiven Verstimmungen - Teilnehmer gesucht

Wer mit der Diagnose "Diabetes" konfrontiert wird, steht vor der schwierigen Aufgabe, eine chronische Erkrankung und damit verbundene Einschränkungen bewältigen zu müssen. Viele Betroffene erleben ein Gefühl von Überforderung und sind in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt.

Bei der sogenannten "subklinischen" oder "leichten Depression" leiden die Betroffenen unter Depressionssymptomen, die noch nicht so schwer sind, dass sie als eigentliche Depression gelten, aber dennoch das Wohlbefinden deutlich vermindern. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass etwa 20 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ 2 von solchen leichten depressiven Verstimmungen betroffen sind. "Das Risiko depressiver Verstimmungen bei Diabetes wird massiv unterschätzt", teilte Dipl. Psych. Kristin Plack vom Psychologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz dazu mit.

Studienergebnisse mit älteren Diabetikern zeigen, dass auch leichte depressive Verstimmungen das Risiko für einen ungünstigen Krankheitsverlauf des Diabetes erhöhen. So ist das Risiko, an Spätfolgen wie Augen- und Nierenschäden zu erkranken, in einem Siebenjahreszeitraum bis zu neunfach erhöht, die Sterblichkeitsrate bei älteren Diabetikern, die unter leichten Depressionen leiden, ist bis zu fünffach erhöht. Erschwerend kommt eine massive Beeinträchtigung des Wohlbefindens und der Lebensqualität der Betroffenen hinzu. Obwohl eine große Gruppe von Patienten betroffen ist, sind bislang kaum Methoden entwickelt worden, die auf die Bedürfnisse älterer Diabetiker speziell abgestimmt sind.

In der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten, groß angelegten MIND-DIA Studie (Minor Depression und Diabetes) werden unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Petrak von der LWL-Klinik Dortmund, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum drei verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für Diabetiker im Alter von 65 bis 85 Jahren wissenschaftlich überprüft. Mit dieser Studie soll die bestehende Forschungslücke geschlossen werden.

Verglichen wird die Wirksamkeit einer speziell für ältere Diabetiker angepassten Gruppenverhaltenstherapie mit einer intensivierten ärztlichen Standardbehandlung. In einer dritten Behandlungsgruppe wird der Effekt einer geleiteten Gesprächs- und Aktivitätengruppe mit dem Motto "Erfolgreich Altern mit Diabetes" im Vergleich zu den beiden anderen Behandlungsansätzen geprüft. Nach einer ausführlichen diagnostischen Untersuchung werden die Teilnehmer einer der drei Behandlungsmöglichkeiten zugeteilt und entsprechend durch das regionale Studienzentrum betreut. Die Behandlung des Diabetes obliegt weiterhin dem behandelnden Arzt. 15 Monate nach Therapiebeginn werden alle Teilnehmer zu einer abschließenden Untersuchung eingeladen.

Die Studie zielt primär darauf ab, die Verstimmungen der Betroffenen zu mindern und das Wohlbefinden zu verbessern. Längerfristig wird eine Verringerung der Komplikationsraten und der Sterblichkeit bei erhaltener Lebensqualität der Betroffenen angestrebt.

Behandlungsmöglichkeiten werden in Kooperation mit diabetologischen Schwerpunktpraxen, Ambulanzen und Kliniken in Dortmund, Essen und Bochum sowie im Rhein-Main Gebiet mit den Städten Frankfurt, Offenbach, Mainz und Wiesbaden angeboten.

Patienten aus dem Rhein-Main- oder Ruhrgebiet, die seit mindestens sechs Monaten an Diabetes Typ 2 erkrankt und zwischen 65 und 85 Jahre alt sind, können an der Studie teilnehmen.

Weitere Informationen für Patienten: Studienhotline unter 0231/450-32607
Telefonsprechzeiten:
Montag: 17-19 Uhr, Donnerstag: 8-9 Uhr und Freitag: 10-12 Uhr
Kontakt und Informationen:
Dipl. Psych. Kristin Plack
Projektkoordinatorin der MIND-DIA-Studie
Psychologisches Institut
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Wallstr. 3
55122 Mainz,
Tel. 06131 39-39209
E-Mail: kplack@uni-mainz.de
Prof. Dr. Frank Petrak
Projektleiter der MIND-DIA-Studie
Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
LWL-Klinik Dortmund
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
E-Mail: mail@dr-frank-petrak.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinische-psychologie-mainz.de/
http://www.ruhr-uni-bochum.de/psy-som-do/forschung-1-projekte-aktuell.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik