Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissen lindert Schmerzen vor der Regel

21.10.2009
Wirksamkeit psychologischer Hilfe beim prämenstruellen Syndrom bestätigt

Selbsthilfe und psychologische Beratung helfen Frauen gegen Symptome des prämenstruellen Syndroms (PMS). Das berichten Forscherinnen der University of Western Sydney, die die Wirksamkeit psychologischer Interventionen bei diesem häufigen Frauenleiden, das vor Einsetzen der Regelblutung auftritt, untersuchten.

"Das Verstehen der Vorgänge in Körper und Psyche hilft Frauen, besser mit Regelbeschwerden umzugehen. Die psychologischen Leiden können sich dadurch sogar bessern", berichtet Studienleiterin Jane Ussher.

Mehr als 50 Prozent aller Frauen leiden häufig an PMS-Symptomen. "Die große Bandbreite der über 150 bisher beschriebenen Symptome untergliedert sich
in affektive oder körperliche Symptome", erklärt Beate Ditzen, Psychologin
an der Universität Zürich, gegenüber pressetext. "Viele Frauen sind reizbar, niedergeschlagen und frustriert oder suchen Streit. Ihren Körper empfinden manche als dick und aufgebläht, die Brust oder Gelenke schmerzen und häufig kommt es zu Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten." Wichtiges Kennzeichen sei, dass die Symptome nur in den Tagen unmittelbar vor der Periode auftreten und mit der Periode wieder abklingen.

Falsche Ideale

Bei der australischen Studie erhielten Frauen im Alter von 20 bis 45 Jahren, die an PMS litten, Anleitung zur Selbsthilfe oder wurden zu einer dreimonatigen psychologischen Behandlung eingeladen. Beide Maßnahmen informierten über psychologische Symptome bei PMS und vermittelten Einführungen zu Problemlösungen, zur Entspannung und Techniken des Stressmanagements.

"Bei viele Teilnehmerinnen verringerte das Gefühle wie Depression, Schuld und Angst deutlich, trotz anhaltender körperlicher Leiden", so Ussher. Ziel der Therapie sei einerseits gewesen, Annahmen des Ideals einer ruhigen, fürsorglichen und allzeit kompetenten Frau zu hinterfragen. "Diese Bilder setzen Frauen unter großen Druck", so Ussher. Andererseits habe man betont, dass Frauen sich nicht schuldig fühlen müssen für normale Reaktionen ihres Körpers.

Die Forscher sehen in den Ergebnissen einen Hinweis dafür, wie sehr das Empfinden vom Wissen über den Körper abhängt. "Die meisten Frauen brauchen keine medizinische Behandlung für PMS. Auch Änderungen des Lebensstils und der Ernährung, Verhaltenstherapie sowie bestimmte Übungen können Symptome zufriedenstellend verringern." Es sei daher wichtig, psychologische Diensten oder Selbsthilfe verfügbar zu machen.

Protokoll schützt vor Schuldzuweisung

Auch Ditzen betont den positiven Effekt von Psychoedukation bei PMS, wobei dieser auch Teile der gynäkologischen Praxis beinhalten sollte. Betroffenen Frauen empfiehlt Ditzen die genaue Dokumentation der körperlichen und psychischen Belastungen. "Auch wenn dadurch der Schmerz nicht weniger wird, hilft diese Kontrolle, im Alltag mit ihm zurechtzukommen. Denn wer das prämenstruelle Syndrom als solches erkennt, führt die Leiden nicht mehr ausschließlich auf soziale Umstände zurück." Behandelbar sei PMS am besten durch Übungen zur körperlichen Entspannung, als Ergänzung zur medikamentösen Therapie.

Warum Körper und Psyche vieler Frauen regelmäßig derartige Zustände durchlaufen, wisse man bisher nicht. "Ein Zusammenhang mit dem Geschlechtshormon Östrogen liegt zwar nahe, doch ist dieser bisher nicht direkt belegt. Auch die Sensitivität der Zellen für Progesteron liefert keine eindeutige Erklärung", so Ditzen.

Johannes Pernsteiner | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.uws.edu.au
http://www.psychologie.uzh.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften