Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirtschaftskrise hat die Zahl der Unternehmensgründer bislang kaum verändert

28.04.2010
Die Wirtschaftskrise hat sich auf die Zahl der Unternehmensgründer in Deutschland bislang kaum ausgewirkt. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover hervor.

Die Zahl der Unternehmensgründer sei allerdings in Deutschland im internationalen Vergleich ohnehin sehr niedrig, betonen die Arbeitsmarktforscher.

Im Jahr 2009 waren 2,2 Prozent der 18- bis 64-Jährigen gerade dabei, ein Unternehmen zu gründen. Weitere 1,9 Prozent machten sich während der vergangenen dreieinhalb Jahre selbstständig. Damit belegt Deutschland innerhalb von 20 vergleichbar hochentwickelten Ländern den 15. Platz. Deutlich vor Deutschland liegen unter anderem Norwegen, Schweiz und die USA. Schlusslichter sind Belgien und Japan.

Neue Unternehmen seien für die Bewältigung der aktuellen Wirtschaftskrise von großer Bedeutung, so die Studie. Wirtschaftskrisen würden den strukturellen Wandel beschleunigen. „Während einerseits verstärkt Arbeitsplätze in unrentablen Wirtschaftsbereichen bestehender Unternehmen abgebaut werden, entstehen gleichzeitig auch während einer Krise neue Arbeitsplätze. Diese Dynamik schafft Platz für neue Ideen und eröffnet damit Chancen für neue Unternehmen. Neugründungen können daher einen Beitrag zur Überwindung der aktuellen Krise leisten“, schreiben die Autoren der Studie.

Um mittelfristig mehr Menschen zur Gründung eines Unternehmens zu bewegen, sei es notwendig, in den Schulen und Hochschulen mehr einschlägiges Wissen zu vermitteln und Selbständigkeit als gleichwertige berufliche Alternative darzustellen. Das gelinge am besten, wenn auch Unternehmer selbst zu Wort kommen. Die Forschung zeige seit langem, dass vor allem erfolgreiche Vorbilder zur Gründung eines eigenen Unternehmens anspornen.

Beratungsinfrastruktur für Gründer bislang zu wenig genutzt

„Trotz einer gut ausgebauten Beratungsinfrastruktur lassen sich erstaunlich wenige Gründer beraten“, stellten die Forscher bei ihrer Untersuchung fest. Nur jeder dritte Gründer nutze eine gewerbliche Beratung – und nur jeder vierte eine Beratung öffentlicher Träger, obwohl diese meist kostenlos seien. „Die vielfältigen Beratungsmöglichkeiten müssen daher erheblich offensiver vermarktet werden und Gründungswilligen stärker angetragen werden“, argumentieren die Arbeitsmarktforscher. Dies liege auch im Interesse der potenziellen Gründer: „Eine gute Beratung wird so manchen nicht ausgereiften Gründungsversuch entweder verhindern oder soweit verbessern, dass seine Erfolgsaussichten steigen.“

Die Studie beruht auf den Daten des Global Entrepreneurship Monitors (GEM). Allein in Deutschland wurden mehr als 6.000 Personen befragt, ob sie gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen oder in jüngerer Zeit gegründet haben. Insgesamt wurden 2009 gut 180.000 Interviews in 54 Ländern durchgeführt.

Eine Kurzfassung der Studie steht im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2010/kb0810.pdf, der ausführliche GEM-Länderbericht Deutschland 2009 unter http://doku.iab.de/grauepap/2010/gem_laenderbericht_2009.pdf.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de
http://doku.iab.de/grauepap/2010/gem_laenderbericht_2009.pdf
http://doku.iab.de/kurzber/2010/kb0810.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik