Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie funktioniert manisch-depressive Erinnerung?

06.08.2014

Das Universitätsklinikum Frankfurt möchte in einer Studie die Gedächtnisleistung von Patienten mit bipolarer Störung erforschen. Für die Studie werden noch Patienten mit bipolarer Störung zwischen 18 und 65 Jahren gesucht.

depressive Erkrankung genannt, ist eine schwere psychische Erkrankung. Bei den Betroffenen äußert sich diese symptomatisch durch episodische, willentlich nicht kontrollierbare und entgegengesetzte Schwankungen des Antriebs, der Aktivität und der Stimmung, die sich zwischen den beiden Polen Manie und Depression abspielen. Zusätzlich leiden die Betroffenen häufig unter kognitiven Defiziten, die zu beruflichen und sozialen Einschränkungen führen können.

In der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Frankfurt wird nun eine Studie durchgeführt, mit der die Grundlagen der Erkrankung erforscht werden sollen. Konkret wird geprüft, ob es einen Zusammenhang zwischen der Aktivität bestimmter Hirnareale und der Gedächtnisleistung gibt. Für diese Studie werden noch Patienten mit der Diagnose einer bipolaren Störung gesucht.

Das Verhältnis von Hirnaktivität und Gedächtnis

Es soll unter anderem das sogenannte Ruhezustandsnetzwerk des Menschen untersucht werden. Diese Hirnregion ist vor allem dann aktiv, wenn man nichts tut oder „tagträumt“. Sobald wir unser Gedächtnis anstrengen, um uns Informationen zu merken oder Abläufe zu verinnerlichen, wird sie deaktiviert. Ist die Funktionsfähigkeit des Netzwerks gestört, wird das Verinnerlichen neuer Information beeinträchtigt. Die Studie erforscht nun, ob das Ruhezustandsnetzwerk auch bei Patienten mit bipolarer Störung ausreichend deaktiviert ist, um neue Informationen verarbeiten und speichern zu können.

Funktionsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses überprüfen

Für die Verarbeitung neuer Informationen ist nicht nur ein deaktiviertes Ruhezustandsnetzwerk, sondern auch das aktivierte Arbeitsgedächtnis von Bedeutung. Das Arbeitsgedächtnis, eine Art kurzfristiger Speicher, in dem die eingegangenen Eindrücke zunächst zwischengespeichert werden, hält nur für wenige Sekunden.

Werden die Informationen daraufhin nicht weitergeleitet, um an einem anderen Ort dauerhaft gespeichert zu werden, gehen sie verloren. Weiterer Untersuchungsgegenstand der Studie ist daher die Frage, ob die Weiterleitung von Informationen bei Patienten mit bipolarer Erkrankung vollumfänglich funktioniert oder ob eine Beeinträchtigung vorliegt. Dazu werden verschiedene Gedächtnisaufgaben mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden durchgeführt.

Ablauf der Studie

Die Untersuchung gliedert sich in drei Teile und findet an zwei jeweils 2,5 Stunden dauernden Terminen statt. Zu Beginn wird den Teilnehmern eine Blutprobe abgenommen (40 ml). Daraus werden später Gene untersucht, die einen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko einer bipolaren Störung haben können.

Anschließend wird eine Speichelprobe genommen, mit der sich die Konzentration des Stresshormons Kortisol bestimmen lässt. Die Studie untersucht, ob das Hormon Kortisol, das zahlreiche Prozesse im menschlichen Körper beeinflusst, im Zusammenhang mit veränderten oder sogar verschlechterten Gedächtnisleistungen steht.

In der ersten Sitzung wird dann ein Test mit Verständnis- und Lernübungen durchgeführt, der Aufgaben zur Gedächtnisleistung beinhaltet. In der zweiten Sitzung bearbeiten die Teilnehmer erneut Gedächtnisaufgaben, während parallel ihre Gehirnstruktur und -funktion mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) gemessen werden. Die Ergebnisse der Tests werden ausschließlich in pseudonymisierter Form verarbeitet und in anonymisierter Form veröffentlicht.

Interessenten können sich telefonisch bei Esther Dahle-Lauer unter 069/6301 83780 oder per E-Mail unter: BipolarStudie-UniklinikFFM@web.de informieren und anmelden.

Für die Teilnahme an der Studie, die zugunsten der betroffenen Patienten Therapiefortschritte bringen soll, erhalten die Probanden als Dankeschön die MRT-Bilder ihres Gehirns.

Ricarda Wessinghage | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften