Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WHO-Studie belegt Zusammenhang zwischen Schimmelpilzbefall in Wohnungen und Atemwegserkrankungen

23.06.2009
Auf der 13. Pilztagung des „Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V.“ am 15. und 16. Juni 2009 in Stuttgart wurden die ersten Ergebnisse der groß angelegten WHO-Studie zu Feuchte- und Schimmelpilzbefall vorgestellt.

Was Baubiologen bereits seit vielen Jahren in ihrer täglichen Praxis erleben, wird nun offiziell durch die WHO-Studie belegt: Bewohner in Gebäuden mit Schimmelpilzbefall haben ein erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen, wie allergische Rhinitis (Schnupfen) und Asthma.

Welche Bestandteile der Mikroorganismen (Sporen, Zellfragmente, Allergene, Mykotoxine, Endotoxine, MVOC) diese gesundheitlichen Auswirkungen auslösen, konnte noch nicht eindeutig geklärt werden. Grenzwerte für gesundheitlich akzeptable Konzentrationen für Schimmelpilze oder Bakterien gibt es nicht.

Daher ist beim Auftreten von Schimmelpilzbefall in Wohngebäuden wegen des erhöhten Risikos einer gesundheitsschädlichen Exposition eine Sanierung durchzuführen – auch und gerade in sozial schwächeren Bevölkerungsschichten.

Auf der mit über 150 Experten besuchten Veranstaltung wurden auch die Themen des Umgangs mit Schimmelpilzbefall in Lebensmittelverarbeitenden Betrieben diskutiert. Bei Schimmelpilzbefall in Gebäuden, in denen Lebensmittel verarbeitet werden, wird häufig den allgemeinen hygienischen Ansprüchen nicht genüge getan.

Insbesondere in stark feuchtebeanspruchten Bauteilen fehlen oftmals die fachgerechten Abdichtungen, so dass Wasser in die Baukonstruktion eindringt und verdeckt hinter Wänden und im Fußboden zu einem mikrobiellen Befall führt. Auch fehlen Richtwerte, welche Konzentrationen an Schimmelpilzsporen in der Luft in einem lebensmittelverarbeitenden Betrieb noch normal sind. Hier besteht dringender Handlungsbedarf von den Berufsgenossenschaften und den Lebensmittel-Aufsichtsbehörden.

Ein weiteres Thema war der Umgang mit Fäkalienschäden in Gebäuden. Dies wurde kontrovers diskutiert; während die eine Gruppe der Experten den Ausbau fäkalilenbelastender Bauteile für notwendig erachtet, sehen andere diese Maßnahmen als übertrieben an begnügen sich mit dem Trocknen des Schadens. Eine einheitliche Vorgehensweise fehlt auch hier. Der VDB erarbeitet daher eine Richtlinie, wie mit Fäkalienschäden umzugehen ist.

Ein Themenschwerpunkt bildete die Schadensregulierung von Versicherungen, wenn es durch Wasserschäden auch zu Schimmelpilzbefall gekommen ist. Dem Versicherungsnehmer steht die fachgerechte Beseitigung des Schimmelpilzbefalls gemäß den Leitfäden vom Umweltbundesamt zu. Jedoch liegt es im Trend der Versicherungen den Versicherungsnehmer durch eine Verzögerungs- und Ablehnungstaktik zu zermürben. Derjenige, der seine Ansprüche der Versicherung gegenüber nicht klar formuliert und unter Fristsetzung einfordert ist dabei häufig der Dumme.

Der Tagungsband zur Fachveranstaltung ist beim VDB im Internet unter www.baubiologie.net per Mail info@baubiologie.net, per Fax 04181/20 39 451 zum Preis von 39,- Euro inkl. Porto erhältlich.

S. Müller-Dietrich, Geschäftsführung, Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V., Jesteburg.

Sabine Müller-Dietrich | VDB e.V.
Weitere Informationen:
http://www.baubiologie.net
http://www.berufsverband-deutscher-baubiologen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops