Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltwirtschaft 2010: Aussichten ungewiss

21.01.2010
Die Volkswirtschaften Nordamerikas, Europas und Japans werden 2010 bestenfalls mittelmäßig wachsen und einzelne von ihnen sogar anhaltend schrumpfen. Das ist das Ergebnis einer internationalen Bewertung durch D&B Country Risk Services, der Länderrisikoabteilung des Wirtschaftsinformationsdienstes D&B.

"Einige Länder werden möglicherweise sogar eine Rezession mit zweiter Talsohle erleben, wenn die staatlichen Konjunkturprogramme auslaufen", erklärt Martina Neumayr, Risikoexpertin bei D&B. China zeigt hingegen stabiles Wirtschaftswachstum und wird damit die globalen Rohstoffpreise stützen.

Jedoch können die anhaltende Risikoscheu der Anleger und die niedrigen Zinssätze erneut zu spekulativen Blasen bei den Vermögenspreisen führen. Im Lauf des Jahres 2010 wird der Inflationsdruck voraussichtlich erneut zunehmen.

Nordamerika, Europa und Japan vor unsicherer Zukunft

Den Ausblick für die US-amerikanische Wirtschaft bestimmt die Frage, wie dauerhaft das Wachstum von Ende 2009 in den kommenden Monaten sein wird. Größtenteils wurde dieser Aufschwung von einem umfassenden fiskalpolitischen Konjunkturpaket in Höhe von 787 Milliarden USD und einem Auffüllen der Lagerbestände getragen. Damit bewältigten die USA die längste Rezession seit über 60 Jahren. Hohe Arbeitslosigkeit, vermindertes Sparaufkommen, beschränkte Bankkredite, das Auslaufen der fiskalpolitischen Konjunkturmaßnahmen und der Abschluss der Bestandsauffüllungen beschwören jedoch das Schreckgespenst einer erneuten Wachstumsabschwächung im Lauf des Jahres 2010 herauf. Von den Ländern, die am engsten mit der US-amerikanischen Wirtschaft verflochten sind, werden sowohl Kanada als auch Mexiko weiterhin unter den Auswirkungen der gedämpften US-Nachfrage (und einer überbewerteten Währung im Fall Kanadas) leiden. Sie verzeichnen lediglich ein schwaches Wirtschaftswachstum von 1,5 bzw. 2 Prozent.

Voraussichtlich werden die Mitglieder des Euro-Währungsgebiets mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Auch sie werden durch die Überbewertung des Euros gegenüber dem US-Dollar beeinträchtigt. Hinzu kommt die Schädigung der exportorientierten Volkswirtschaften, hervorgerufen durch den überbewerteten Euro im Vergleich zum US-Dollar. D&B prognostiziert, dass sich Frankreich, Deutschland, die Beneluxstaaten und die skandinavischen EU-Mitgliedsstaaten Anfang 2010 weiterhin wirtschaftlich erholen. Jedoch werden sie in der zweiten Jahreshälfte mit einer Abschwächung konfrontiert werden. Einige Länder stehen vor zusätzlichen Herausforderungen wie beispielsweise einem niedrigen Produktivitätsniveau im Fall einiger am Mittelmeer gelegener Mitgliedsstaaten, einer bereits vor dem Abschwung bestehenden hochgradigen Staatsverschuldung, politischer Instabilität oder einer übermäßigen Abhängigkeit von westeuropäischen Versorgungsketten im Fall einiger zentraleuropäischer EU-Mitgliedsstaaten. Die davon betroffenen Länder werden geringere Wachstumsraten oder fortgesetzte Konjunkturrückgänge hinnehmen müssen. Polen wird durch seinen Binnenmarkt gestützt und wird so seine regionalen Konkurrenten weiterhin überflügeln. In Asien wird Japan verstärkte Ängste hinsichtlich Staatsfinanzen, Deflation, demografischen Schwunds und Konzernkonsolidierung der verarbeitenden Industrie auszustehen haben.

Aufstrebende Märkte im Aufwärtstrend

Die Rohstoffpreise werden vermutlich weiterhin anziehen, bedingt durch die relativ positiven Aussichten für die chinesische und indische Volkswirtschaft. Die Experten von D&B Country Risk Services gehen davon aus, dass die chinesische Regierung die Märkte weiterhin unterstützen wird. Denn die Wirtschaft tendiert insgesamt zunehmend zu einem größeren Inlandswachstum: Damit wird China 2010 ein Wirtschaftswachstum von über 7 Prozent aufrechterhalten können. Dies bedeutet, dass die Nachfrage nach Rohstoffen und demzufolge die Preise für globale Rohstoffe weiterhin von der chinesischen Nachfrage getragen werden. Südkorea und Taiwan werden auch künftig von den Auswirkungen des politikgesteuerten Wachstums Chinas profitieren. Die Konsequenzen dieser Erholung werden weltweit spürbar sein und ansteigende Exporteinnahmen wichtiger Ölförderländer im Nahen Osten, in Nordafrika und in Ländern wie Angola, Gabun und Nigeria im subsaharischen Afrika sichern. Auch in metall- und/oder mineralienabhängigen Ländern Afrikas und Lateinamerikas werden sich die Folgen bemerkbar machen. Dennoch wird die Risikoscheu der Anleger weiterhin wichtige Investitionsentscheidungen beeinflussen, was die Bedeutung einer unternehmensfreundlichen Politik für die Maximierung mittelfristiger Wachstumsaussichten unterstreicht.

Spekulanten wieder auf dem Vormarsch

Allerdings führt die Verbindung aus extrem niedrigen Zinssätzen in den entwickelten Ländern und der zunehmenden Risikoscheu unter Investoren zu spekulativen Kapitalflüssen, da sich die Anleger nach ertragreicheren Renditen umsehen. Dadurch steigt das Risiko spekulativer Blasen bei den Vermögenspreisen. Hingegen sind andere Entwicklungsländer mit gesamtwirtschaftlichen Problemen konfrontiert, da Kapitalzuflüsse ihre Devisenkurse überzubewerten drohen. Kurzfristig werden diese Faktoren das Wirtschaftswachstum wohl nicht gefährden, dennoch stellt der zunehmende Inflationsdruck aufgrund steigender Preise für Kohlenwasserstoffe und Nahrungsmittel einen Bereich potenziellen Risikos dar. Insbesondere, da er die Regierungen möglicherweise dazu veranlasst, die Lockerung bei der Geld- und Kreditpolitik aufzuheben, bevor die wirtschaftlichen Bedingungen reif dafür sind. Zinsbewegungen werden entscheidende Konsequenzen nach sich ziehen, da die Regierungen kaum in der Lage sein werden, weitere fiskalpolitische Konjunkturprogramme zu finanzieren.

Wachstumsprognosen des BIP 2010 für ausgewählte Länder (%)
Land Wachstum BIP 2010 (erwartet)
China 7,9 Prozent
Brasilien 4,0 Prozent
Kanada 1,5 Prozent
USA 1,5 Prozent
Deutschland 1,2 Prozent
Spanien –0,9 Prozent
Irland –1,5 Prozent
Quelle: D&B Country Risk Services, Januar 2010.
Informationen zur Zahlungsmoral in Deutschland finden Sie hier:
D&B Zahlungsindex Dezember 2009: Zahlungsmoral steigt auf den höchsten Stand seit zwei Jahren

http://www.dnbgermany.de/media/10-01-08_Presseinfo_Zahlungsindex_Dezember.pdf

Über D&B Deutschland
D&B Deutschland (früher Dun & Bradstreet) ist ein Unternehmen der Bisnode Gruppe und gehört zum weltweiten D&B Netzwerk, dem Weltmarktführer für Wirtschaftsinformationen und Firmen-bewertungen. Unternehmen aus allen Branchen nutzen die Daten und Lösungen von D&B Deutschland zur Bonitätsprüfung, bei der Kundengewinnung und im strategischen Einkauf. Basis dafür ist die D&B Datenbank mit Informationen über 4,5 Millionen deutsche und mehr als 150 Millionen Unternehmen weltweit. In die Bonitätsbewertung der Firmen fließt auch deren Zahlungsverhalten ein. Dazu wertet D&B alleine in Deutschland jährlich mehr als 600 Millionen Rechnungsinformationen aus. Die Zuordnung aller Informationen zu den Unternehmen ist durch die von D&B eingeführte D-U-N-S® Nummer eindeutig. Die D-U-N-S® Nummer wird unter anderem vom Verband der Automobilindustrie (VDA), vom Verband der Chemischen Industrie (VCI), von der Europäischen Kommission und von der ISO als Standard empfohlen und eingesetzt.
Pressekontakt:
Christian Noack
Manager Public Relations
D&B Deutschland GmbH
Havelstraße 9
64295 Darmstadt
T: +49 6151 1375 736
F: +49 6151 1375 99 736
M: +49 175 7237786
noack@dnbgermany.de

Christian Noack | D&B Deutschland GmbH
Weitere Informationen:
http://www.dnbgermany.de
http://www.dnbgermany.de/media/10-01-08_Presseinfo_Zahlungsindex_Dezember.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie