Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweite Überalterung droht Wirtschaftswachstum einbrechen zu lassen

16.01.2015

McKinsey-Studie: Ohne Gegenmaßnahmen wird das globale Wachstum langfristig um 40 Prozent zurückgehen - Produktivitätssteigerungen von jährlich über 3 Prozent notwendig, um demografischen Wandel auszugleichen

Die fortschreitende Überalterung der Bevölkerung wird langfristig zu einem dramatischen Rückgang des weltweiten Wirtschaftswachstums führen. Ohne eine erhebliche Steigerung der Produktivität wird das Wachstum um rund 40 Prozent einbrechen:

Von jährlich 3,6 Prozent - der durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate der vergangenen 50 Jahre - auf 2,1 Prozent in den kommenden Jahrzehnten. Für Deutschland bedeutet dies: Selbst bei gleichbleibenden Produktivitätszuwächsen würde sich das Wachstum langfristig von durchschnittlich 2,2 Prozent auf 1,0 Prozent jährlich abschwächen.

Dies sind die zentralen Ergebnisse einer neuen Studie des McKinsey Global Institute mit dem Titel "Global growth: Can productivity save the day in an aging world?" Für die Analyse untersuchte das Forschungsinstitut der Unternehmensberatung McKinsey & Company die Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung in den G20-Staaten sowie Nigeria als großer aufstrebender Volkswirtschaft Afrikas. Zusammen bilden diese Märkte 63 Prozent der Weltbevölkerung und 80 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung ab.

Demografischer Wandel trifft Industrie- und Schwellenländer gleichermaßen

Die Weltwirtschaft erlebte in den vergangenen 50 Jahren ein beispielloses Wachstum - angetrieben durch Produktivitätssteigerungen (+1,8 Prozent pro Jahr) und eine stetige Zunahme der Beschäftigung (+1,7 Prozent).

Die MGI-Studie zeigt: Durch die sinkenden Geburtenraten und die alternde Bevölkerung wird sich diese historisch außergewöhnliche "demografische Dividende" auf 0,3 Prozent deutlich abschwächen - zunächst in vielen Industrieländern, mittel- und langfristig auch in den heutigen Schwellenländern.

Um diesem negativen Trend nachhaltig entgegenzuwirken, müsste der MGI-Studie zufolge das weltweite Produktivitätswachstum auf durchschnittlich 3,3 Prozent pro Jahr steigen. Dass sogar eine Steigerung um vier Prozent möglich ist, belegt das MGI durch Fallstudien und internationale Beispiele aus den fünf Sektoren Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und -verarbeitung, Automobil, Handel und Gesundheit.

Demnach könnten drei Viertel dieses Wachstums allein dadurch erreicht werden, dass bestehende "best practices" konsequent angewandt werden - beispielsweise die Verringerung von Abfällen in der Lebensmittelverarbeitung oder die effizientere Verteilung von Aufgaben zwischen Ärzten, Pflegern und Hilfskräften im Gesundheitswesen.

Das übrige Viertel könnte durch technologische und managementbezogene Innovationen erreicht werden. Vielversprechende Ansätze seien beispielsweise intelligentere Roboter, neue Werkstoffe und die gezielte Nutzung mobiler Daten in der Gesundheitsversorgung.

Politische und gesellschaftliche Kraftanstrengung notwendig

Voraussetzung für mehr Wachstum ist dem MGI zufolge ein gesellschaftliches und politisches Umfeld, das Produktivität und Innovationen stärker fördert. Konkret nennt die Studie dafür ein Bündel an Maßnahmen:

- Erhöhte Transparenz und mehr Wettbewerb, insbesondere im Dienstleistungssektor, in staatlich eng regulierten Branchen und in der öffentlichen Verwaltung

- Fokus auf Innovation durch Nutzung bestehender und neuer Daten ("Big Data") und durch höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung

- Ausschöpfen des Arbeitskräftepotenzials durch größere Mobilität, flexiblere Arbeitsmärkte und eine Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen, jungen und älteren Menschen

- Öffnung von Märkten und leichterer grenzüberschreitender Handel mit Waren und Dienstleistungen.

Hintergrund

Das McKinsey Global Institute (MGI) erstellt als Forschungseinrichtung von McKinsey & Company regelmäßig Studien zu ökonomischen Fragen und Trends. Gegründet wurde der Think Tank 1990 in Washington, D.C.

Pressekontakt:

Die vollständige Studie finden Sie zum Download auf
www.mckinsey.de/medien

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Martin Hattrup, Telefon 0211 136-4516,
E-Mail martin_hattrup@mckinsey.com
www.mckinsey.de/medien

Martin Hattrup | McKinsey&Company

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik