Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltkarte zeigt Stress der Korallen

12.08.2011
Mensch trägt Mitschuld am Niedergang des Ökosystems Riff

Korallen in tropischen Gewässern werden durch den Klimawandel und das Einwirken des Menschen immer weiter zurückgedrängt. Wo sie unter besonders hohem Druck stehen, zeigt ein internationales Forscherteam der Wildlife Conservation Society WCS in der zeitschrift PLoS ONE anhand einer Weltkarte.


Korallen im Stress: Hoffnung nur noch bei grünen Regionen (Bild: WCM)

"Es geht nun darum zu suchen, wo Schutzmaßnahmen die besten Erfolgschancen haben", erklärt Studienleiter Joseph M. Maina von der australischen Macquarie University.

Zu den wichtigsten Gefahren, denen Korallen ausgesetzt sind, zählen die Erwärmung der Oberflächentemperatur des Meeres, Sedimentbildung, UV-Strahlung sowie auch Windstille. Der Mensch ist eine Bedrohung durch Fischerei, Küstenverbau und Tourismus. "Auch Taucher können für Riffe schädlich sein", betont Korallenfoscher Armin Form vom IFM-GEOMAR gegenüber pressetext. Günstige Faktoren sind hingegen hohe Gezeiten- und Temperaturunterschiede sowie die Errichtung von Schutzgebieten.

Mehr Rot als Grün
Die WCM-Forscher aus Europa, den USA und Australien teilten die heute bestehenden Steinkorallen-Riffe je nach ihrer Gefährdung in Cluster ein. Grundlage dafür bildeten Satellitendaten, mathematischen Modelle sowie das bisherige Wissen über Korallen und deren Wechselwirkung mit der Umgebung. Das Ergebnis ist eine Weltkarte mit rot markierten Gebieten für Korallen mit hoher Stressbelastung und mit grünen Stellen, wo die Artenvielfalt durch Management-Maßnahmen langfristig am meisten profitieren könnte.

Durch Temperatur, UV-Strahlung und ungünstige Windlage gleichzeitig gefährdet sind Korallen in Südostasien, in Mikronesien, im Ostpazifik sowie im zentralen Indischen Ozean. In Küstengewässern des Nahen Ostens sowie vor Westaustralien sind hingegen Sedimentablagerungen sowie das Phytoplankton die zentralen Probleme. Etwas günstiger ist die Situation der Korallen in der Karibik, am Great Barrier Reef, im Zentralpazifik und Polynesien sowie im westlichen indischen Ozean, zeigt die Karte.

Frage der Verantwortung
Korallenriffe sind Brutstätte und Lebensraum vieler Meeresbewohner, und auch der Mensch profitiert direkt durch Tourismus und Fischerei. Die Zukunft der Korallen sieht jedoch traurig aus. Viele bekannte Riffe sind heute schon am Limit und bleichen aus. Bis zu 80 Prozent von ihnen dürfte laut Experten bis 2100 verschwinden. "Zwar wird die Natur im Zuge der Erderwärmung und Versauerung der Meere vielleicht neue Nischen besiedeln. Wir müssen uns aber fragen: Wollen wir dafür verantwortlich sein?", gibt Form zu bedenken.

Originalstudie unter: http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0023064

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://wcs.org
http://www.ifm-geomar.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie