Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welchen Mehrwert bringen Frauen in deutsche Chefetagen?

01.07.2014

Studie untersucht das Potential gemischter Doppelspitzen

Bis zum heutigen Tag zeichnet sich die unternehmerische Praxis durch einen überwiegend männlichen Anteil an Führungskräften aus. Doch Faktoren wie der demographische Wandel sowie die anhaltenden Diskussionen um eine Frauenquote prognostizieren einen Paradigmenwechsel.


Studie über Doppelspitzen in Chefetagen

Bettina Banaj, Absolventin der AKAD University, hat sich daher in ihrer Diplomarbeit mit Frauen in deutschen Führungsetagen beschäftigt und den Fokus auf die Frage gelegt, welches Potential gemischte Doppelspitzen in der Unternehmensführung haben.

Hierfür führte sie eine Online-Umfrage durch, an der 123 Personen (62 Frauen, 61 Männer) teilnahmen und interviewte Experten aus den Branchen Werkzeugbau, Weiterbildung, Existenzgründungsberatung und IT. Aus beiden Befragungen wurde ersichtlich, dass viele eine Doppelspitze, unabhängig vom Geschlecht, einer Einzelperson oder einem mehrköpfigen Team vorziehen.

Bettina Banaj: „In kleinen und mittelständischen Unternehmen sind Doppelspitzen bereits vermehrt anzutreffen, aber auch Großunternehmen oder Parteien stehen ihnen zunehmend offen gegenüber.“ Schließlich könnten „Defizite und Schwächen ausgeglichen werden, ob sie nun in der Persönlichkeit oder in den Kompetenzen der Führungspersonen liegen.“

Männer sind verbindlich, Frauen kundenorientiert – Klischee oder Realität?

Die Umfrageteilnehmer bevorzugten bei manchen Themen eine rein männliche, bei anderen eine rein weibliche und dann wieder die gemischte Führungsspitze. So halten zum Beispiel die meisten Befragten (67,5 Prozent) hinsichtlich der „Konsequenz und Verbindlichkeit von Entscheidungen“ eine männliche Doppelspitze für erfolgsversprechend. Und die „Beurteilung unternehmerischer Kennzahlen“ trauen einer weiblichen Doppelspitze gerade mal 19,5 Prozent zu.

Bei „zwischenmenschlichen“ Themen wie der „Kunden- und Serviceorientierung“ hingegen liegen die Damen vorne, ebenso bei der Mitarbeiterorientierung: Hier trauen nur 35,8 Prozent der Befragten einer männlichen Doppelspitze zu, dass sie die Relevanz dieses Themas ausreichend bewertet; auch die gemischte Spitze schneidet schlechter ab als die rein weibliche. Gemischte Doppelspitzen hingegen werden von den meisten Befragten bei folgenden Themen als vorteilhaft erachtet:

„Realistische Situations- und Umfeldeinschätzungen“ (78,9 Prozent) und „Sachliches, lösungsorientiertes und angemessenes Kommunikationsverhalten“ (71,5 Prozent). Außerdem waren sich von den 123 Teilnehmern über zwei Drittel (69,1 %) sicher, dass das Betriebsklima bei einem gemischten Doppel besser sei als bei einer rein weiblichen (34,1 Prozent) oder männlichen (37,4 Prozent) Führungsspitze.

Die Unterschiede liegen in Nuancen

Der in der Befragung teilweise ganz eindeutige Kompetenzen-Zuspruch spiegelt sich jedoch längst nicht in der Realität wieder: „Experten sind sich sicher, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern als Führungskräfte vielfach in Nuancen liegen“, weiß Bettina Banaj von ihren Recherchen. Deswegen hält sie es auch für sinnvoll, dass sich Unternehmen hinsichtlich der dynamischeren und komplexeren Systemänderungen für das Thema Diversität bewusst öffnen: „Im Moment liegt vielerorts Potential brach – durch die Etablierung weiblicher Führungskräfte erscheinen Unternehmen auch anderen sehr gut ausgebildeten Frauen als attraktiver Arbeitgeber. Wer also rechtzeitig auf den Zug aufspringt, hat meiner Meinung nach einen enormen Wettbewerbsvorteil, der nicht zuletzt zur zukünftigen Sicherung der Unternehmensexistenz beitragen kann.“

Bettina Banaj arbeitet als Unternehmensberaterin bei der RKW Baden-Württemberg GmbH, ist „Europäische Botschafterin für Unternehmensgründungen für Frauen“ und „Professional Speaker“ der „German Speaker Association“. Im Juni schloss sie an der AKAD University ihr nebenberufliches BWL-Studium (Diplom) erfolgreich ab. Im Juli 2014 hält Bettina Banaj anlässlich der Heilbronner Erfolgstage eine Impulsrede zum Thema „gemischte Doppelspitzen“.

Bettina Banaj steht für Fragen zur Verfügung.
Graphiken zu den Studienergebnissen stellen wir auf Anfrage gerne bereit.

Ansprechpartnerin für Redaktionen:
Heike Wienholz
Pressereferentin
Tel. (0711) 8 14 95 – 221
pressestelle@akad.de

Dr. Jörg Schweigard | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.akad.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie