Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welche Folgen hat die unterschiedliche Erreichbarkeit des Frauenarztes?

03.08.2009
Neues Forschungsprojekt des Instituts für Community Medicine Greifswald

In einem neuen Forschungsprojekt des Instituts für Community Medicine der Universität Greifswald wird untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen der Inanspruchnahme des Frauenarztes und der räumlichen Erreichbarkeit der Praxen besteht.

"Die in der Studie durchgeführte Analyse kann als eine wichtige Datenbasis für die Planung der räumlichen Verteilung medizinischer Versorgungsangebote dienen", betonte der Leiter des Instituts für Community Medicine, Prof. Wolfgang Hoffmann. "Aus den Ergebnissen können gegebenenfalls gezielt Maßnahmen zum Abbau räumlicher Defizite abgeleitet oder neue Versorgungsmodelle für dünn besiedelte Regionen entwickelt werden. Darüber hinaus sollen die gewonnenen Erkenntnisse in die Planung von medizinischen Präventions- und Aufklärungskampagnen einfließen."

Neben dem Gesundheitszustand wirken sich zahlreiche demographische, ökonomische und kulturelle Faktoren auf die Nutzung medizinischer Leistungen aus. Aber auch die Struktur des Gesundheitssystems wie beispielsweise der Versicherungsstatus oder die Fahrzeit zu medizinischen Einrichtungen können Einfluss auf den Besuch des Frauenarztes haben. Studien in England und den USA konnten mit der Methode der Fahrzeitanalyse belegen, dass mit zunehmender räumlicher Entfernung zur nächstgelegenen medizinischen Versorgungseinrichtung ungünstigere Erstdiagnosen von Krebserkrankungen und eine erhöhte Sterblichkeit auftreten können. Dieser mögliche Zusammenhang ist für Deutschland bisher nicht untersucht worden.

Das Forschungsprojekt wird insbesondere die Inanspruchnahme eines Gynäkologen durch ältere Frauen, die in ländlichen Regionen leben, in den Fokus stellen, da der regelmäßige Termin beim Frauenarzt entscheidend zur Krebsfrüherkennung beiträgt. Konkret soll im Rahmen der Analyse ermittelt werden, ob mit steigender Entfernung und der Länge der Fahrzeit zwischen dem Wohnort und dem nächstgelegenen Gynäkologen die Häufigkeit des Arztbesuches abnimmt. Dabei werden in die Fahrzeitanalyse sowohl die Anfahrt mit dem privaten Pkw als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln berücksichtigt.

Als Grundlage dienen die Daten der SHIP-Studie (Study of Health in Pomerania/http://www.medizin.uni-greifswald.de/cm/fv/ship.html). SHIP ist eine wissenschaftliche Langzeitstudie des Instituts für Community Medicine, in der die Gesundheit der regionalen Bevölkerung in ihrer Komplexität untersucht wird. Die Studienregion umfasst die Landkreise Ostvorpommern und Nordvorpommern sowie die Städte Stralsund und Greifswald. Da der nächstgelegene Frauenarzt für die Probandinnen auch außerhalb der eigentlichen Studienregion liegen kann, werden die umliegenden Landkreise im Abstand von 12 km von der Studienregionsgrenze mit einbezogen.

Erste Ergebnisse der Studie, die durch Mittel der co:bios Stiftung (http://www.cobios-stiftung.de) und des Forschungsverbunds Community Medicine der Universität Greifswald ermöglicht wird, werden für Oktober 2009 erwartet.

Ansprechpartner Universitätsklinikum Greifswald
Institut für Community Medicine
Abt. Versorgungsepidemiologie und Community Health
Ellernholzstraße 1-2, 17475 Greifswald
Projektleitung: Prof. Dr. med. Wolfgang Hoffmann, MPH
T +49 3834 86-77 50 E wolfgang.hoffmann@uni-greifswald.de
Wissenschaftliche Leitung: Dipl.-Psych. Konstanze Fendrich
Wissenschaftliche Mitarbeit: Dipl.-Geogr. Claudia Berlin
T +49 3834 86-77 55
E fendrich@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.community-medicine.de
http://www.klinikum.uni-greifswald.de
http://www.cobios-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops