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Web: 22% d. ÄrztInnen verschreiben eher gewünschtes Medikament als bei uninformierten PatientInnen

26.06.2012
Wie nutzen und beurteilen ÄrztInnen das Web 2.0? Welche Auswirkungen haben Informationen aus dem Internet?

In einer aktuellen Studie der Abteilung für Marketing und Internationales Management (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt) und der GfK (Nürnberg) wurden Ärztinnen und Ärzte dazu befragt.

Das Verhältnis zwischen ÄrztInnen und PatientInnen hat sich durch die rasante Entwicklung des Internets verändert: Viele Menschen informieren sich über das Web über ÄrztInnen, Krankheiten, Behandlungsmethoden, Vorsorgeformen und Medikamente. Bei einer Studie wurden nun 287 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland zu Ihrer Einstellung befragt.

Ein Großteil der ÄrztInnen (57,7 %) steht der Information im Internet positiv gegenüber. Allerdings sind PatientInnen nach Meinung von 82,5 % der ÄrztInnen oft falsch informiert und 70,3 % rechnen dadurch mit einem erhöhten Zeitaufwand. 80,2 % meinen, dass man bei Internet-informierten PatientInnen selbst besonders gut informiert sein soll. Zwar geben nur 17,5 % an, dass sie das Gefühl haben, an Macht und Kontrolle zu verlieren, doch verschreiben immerhin 22 % der ÄrztInnen eher das gewünschte Medikament als bei uninformierten PatientInnen.

Den Empfehlungsplattformen für ÄrztInnen, die ähnlich wie die bereits gut etablierten Hotelempfehlungsseiten funktionieren, begegnen die meisten ÄrztInnen aber noch skeptisch: Nur 14 % erachten eine solche Plattform als nützlich, jedoch sehen 44 % durchaus Zukunftspotential und bei 50 % besteht ein deutliches Interesse an Online-Feedback.

„Die Rolle des Internets wird an Bedeutung gewinnen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass rund ein Drittel der ÄrztInnen im Alter zwischen 30 und 42 Jahren bzw. 56 und 64 Jahren sich vorstellen kann, in Zukunft das Internet häufiger für die Kommunikation mit PatientInnen zu nutzen“, so Ralf Terlutter. Martina Moick ergänzt: „Interessant ist dabei auch die Rolle von Pharmaunternehmen: So wünschen sich ÄrztInnen Unterstützung von diesen Unternehmen zur Verbesserung der Online-Kommunikation mit den PatientInnen.“

Die genauen Ergebnisse der Studie werden bei den diesjährigen Konferenzen der EMAC in Lissabon und der Medicine 2.0 an der Harvard Medical School in Boston von Martina Moick vorgestellt.

Dr. Romy Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.aau.at/

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