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Warum die Innovativität von Frauen unterschätzt wird

10.03.2014

IfM Bonn untersuchte die Innovationsbereitschaft von Unternehmerinnen und Existenzgründerinnen

Unter den Selbstständigen finden sich nicht nur deutlich weniger Frauen als Männer – sie gründen auch seltener technologieorientierte Unternehmen und initiieren weniger Produkt- bzw. Prozessinnovationen. Damit sind Gründerinnen – aber auch Unternehmerinnen – deutlich weniger in den Branchen aktiv, die traditionell als besonders innovativ gelten: Elektroindustrie, EDV-/Telekommunikationsbranche, Fahrzeug- und Maschinenbau.

In der Elektroindustrie, in der der Anteil der Unternehmen mit Produkt- und Prozessinnovation bei 78,7 % liegt, sind beispielsweise lediglich 8,3 % der Selbstständigen weiblich. Sehr viel beliebter sind bei Gründerinnen und Unternehmerinnen Bereiche wie der (Textil-)Handel und Mediendienstleistungen.

Nach Ansicht der Wissenschaftler des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn kann daraus jedoch nicht geschlossen werden, dass Frauen generell weniger innovativ seien als Männer: „In den meisten Erhebungen zur Innovationstätigkeit ist der Innovationsbegriff sehr eng zugeschnitten:

Es werden Produkt- und Prozessinnovationen vorrangig im technologischen Bereich erfasst – andere Innovationsarten, wie zum Beispiel administrative, organisatorische oder Marketinginnovationen, werden vernachlässigt“, erläutert die Präsidentin des IfM Bonn Professor Dr. Friederike Welter, die zugleich den Lehrstuhl für BWL, insbesondere Management von kleinen und mittleren Unternehmen und Entrepreneurship an der Universität Siegen innehat.

Zudem steht auch das immer noch vorherrschende gesellschaftliche Rollenverständnis dem Innovationsverhalten von Frauen entgegen: Innovativität wird – gerade im technologischen Bereich – vorrangig als eine männliche Eigenschaft angesehen. Infolgedessen kann es für Frauen schwieriger sein, beispielsweise an finanzielle Mittel zu kommen oder in innovationsfördernde Netzwerke aufgenommen zu werden.

„Unserer Ansicht nach sollte die enge, zumeist technologieorientierte Definition des Innovationsbegriffs – und damit auch die Innovationsförderung – sowohl im Hinblick auf die Branchen als auch auf die Innovationsformen breiter gefasst werden. Prinzipiell gehen schließlich von jeder innovativen Aktivität wichtige Impulse für die Volkswirtschaft aus“, resümiert die IfM-Präsidentin.

Die Studie „Gender, Innovation und Unternehmensentwicklung“ ist auf der Homepage des Institut für Mittelstandsforschung (www.IfM-bonn.org) abrufbar.

Weitere Informationen:

http://www.ifm-bonn.org

Dr. Jutta Gröschl | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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