Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wal-Beobachtung bringt Milliarden-Gewinne

24.06.2009
Touristische Aktivitäten finanziell attraktiver als Walfang

Wal-Beobachtungstouren bringen höhere finanzielle Gewinne als die Jagd auf Meeressäuger. Insgesamt werden mit Whale-Watching 2,1 Mrd. Dollar jährlich umgesetzt.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die beim Treffen der International Walfang Kommission (IWC) in Madeira präsentiert wurde. Jene Staaten, die Walfang betreiben, könnten neue Strategien entwickeln, um Geld mit den Meeressäugern zu verdienen, so der International Fund for Animal Welfare (IFAW). Die Organisation hat die Untersuchung durchgeführt.

Für Island gebe es eine Koexistenz von Walfang und Whale-Watching, erklärte der Delegierte bei der Konferenz. Tatsächlich liegen im Hafen von Reykjavik dutzende Auflugschiffe vor Anker, die Wal-Beobachtungstouren anbieten. In den Spezialitäten-Restaurants wird weiterhin gegrilltes Steak von Minke-Walen angeboten. Erst kürzlich hatte Island angekündigt, den Walfang massiv auszudehnen und 150 Finnwale sowie bis zu 100 Minke-Wale jährlich zu jagen.

Nicolas Entrup, Geschäftsführer der deutschen Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) hat gegenüber pressetext kritisiert, dass diese riesigen Mengen von Walfleisch niemand konsumieren kann. In Island werden nämlich ausschließlich Minke-Wale in Restaurants angeboten. Experten vermuten, dass das Finnwal-Fleisch für den Export bestimmt ist.

"Whale Watching ist definitiv der nachhaltigere Weg und wie wir berechnet haben, bringt das auch mehr als die Jagd auf die Tiere", so Patrick Ramage, Direktor des IFAW-Walprogramms. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Wal-Beobachtungstouen verdoppelt. Am stärksten war der Zuwachs in Asien. 2008 hatten 13 Mio. Menschen in 119 Ländern an solchen Exkursionen teilgenommen. Das Argument, dass Wal-Beobachtung und Jagd Hand-in-Hand gehen, sehen viele als unwahr an. 2006 wurden Touristen in Norwegen Zeugen, wie ein Walfangschiff einen Wal vor ihren Augen tötete. Islands IWC-Kommissar Tomas Heidar meint dagegen, dass es solche Vorfälle in Island nicht gebe.

Auch in Entwicklungsländern wie etwa auf der kleinen Antilleninsel Dominica ist Whale-Watching ein sehr lukratives Touristengeschäft geworden. "Es gibt 22 verschiedene Meeressäuger, die man hier beobachten kann. Besonders interessant sind die Pottwale, die hier das ganze Jahr über anwesend sind", erklärt Colin Piper, CEO der Dominica Tourism Authority http://www.dominica.dm , gegenüber pressetext. Man lege in Dominica sehr großen Wert darauf, die Tiere zu schützen und sie auch bei den Exkursionen so wenig wie möglich zu stören.

Beim 61. Jahrestreffen des IWC nehmen Regierungsvertreter von mehr als 80 Ländern teil. Wie schon in den vergangenen Jahren steht die Diskussion um das Moratorium zum Stopp des kommerziellen Walfangs auf dem Programm. Zusagen der drei Staaten Norwegen, Island und Japan sind ausständig. Japan betreibe immer noch Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft, werfen internationale Umweltgruppen dem asiatischen Land vor.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.iwcoffice.org
http://www.ifaw.org
http://www.wdcs-de.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie