Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wärmepumpen - Auch zukünftig ein Renner im Markt

12.11.2010
Die GZB-Marktstudie "Analyse des deutschen Wärmepumpenmarktes" geht von einem weiteren Wachstum des Wärmepumpenanteils im Heizungsmarkt aus

Wärmepumpen werden auch künftig im Heizungsmarkt eine wichtige Rolle spielen. Gegenüber heute wird ihre Bedeutung sogar noch zunehmen.

Das geht aus der Studie "Analyse des deutschen Wärmepumpenmarktes" hervor, die das bei der Hochschulle Bochum angesiedelte Internationale Geothermiezentrum (GZB) im Auftrag des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) für die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien Statistik (AGEE-Stat) erarbeitete.

Nachdem die Ergebnisse bereits seit Anfang des Jahres den Auftraggebern zur Verfügung standen, kann nun auch jeder Interessierte die Trends und Entwicklung auf dem Wärmepumpenmarkt aus der Studie ablesen.

Die weltweit steigende Nachfrage nach fossilen Energieträgern wie Erdöl und Erdgas haben zu einem starken Anstieg der Energiepreise geführt. Gleichzeitig sorgten die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen dafür, dass die Nachfrage nach Heizungssystemen, die Erneuerbare Energien nutzen, in den vergangenen Jahren in Deutschland stark zugenommen hat. Wärmepumpen, die einen Großteil der Heizenergie aus dem Erdreich oder der Umgebungsluft ziehen, sind ein immer wichtigerer Faktor bei der Nutzung unerschöpflicher und klimafreundlicher Energiequellen.

So konnte der Marktanteil der Wärmepumpenheizungen in Deutschland von 1,1 % im Jahr 2000 auf über 10 % im Jahr 2008 gesteigert werden. Insgesamt wurden allein im Jahr 2009 rund 55.000 neue Wärmepumpenanlagen, die zur Heizwärmebereitstellung die Umweltwärme ihrer Umgebung (Luft, Erdreich oder Grundwasser) nutzen, auf dem deutschen Markt abgesetzt. Bundesweit sind derzeit rund 334.000 Wärmepumpenheizungen installiert. Besonders effektiv und umweltfreundlich sind hierbei Wärmepumpen die in Verbindung mit Geothermie als Energiequelle genutzt werden.

Auf Basis dieser Bestandserhebung wurde durch das GZB eine Marktprognose für den Zeitraum 2009 bis 2020 erarbeitet, der die aktuelle Szenarien und Prognosen des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE) und des Bundesumweltministeriums (BMU) für den zukünftigen Ausbau Erneuerbarer Energien zu Grunde gelegt wurden. Außerdem wurden die Technologie- und Nachfragetrends dargestellt. Hierzu zählen u.a. die Erweiterung des Leistungsspektrums, die Nutzung alternativer Wärmequellen oder Kältemittel und die Markteinführung von Gas-Wärmepumpen für den Einfamilienhausbereich.

Die Modernisierung von bestehenden Heizsystemen, vor allem aber energieeffizientere Gebäude, sowohl im Bestand als auch im Neubau, kommen dem Einsatz von Wärmepumpen zukünftig noch stärker entgegen. Nach Angaben des BEE sind 88% der ca. 17. Mio. Heizungsanlagen in Deutschland älter als 10 Jahre und werden daher perspektivisch modernisiert. Die Prognose des GZB geht daher von einem starken Wachstum der Wärmebereitstellung aus Wärmepumpen aus. Bis 2020 wird sich der gesamte Anlagenbestand von Heizungswärmepumpen über 940.000 Anlagen im Jahr 2015 auf rund 1,8 Mio. Anlagen im Jahr 2020 vervielfachen.

Dipl.-Ing. Michael Platt - Mitarbeiter beim GZB und einer der Autoren der Studie - rechnet auch mit steigenden Verkaufszahlen von geothermischen Wärmepumpen. "Bis zum Jahr 2017 wird die Anzahl der jährlich in Deutschland abgesetzten Sole-Wasser und Wasser-Wasser-Wärmepumpen auf ein Volumen von ca. 65.000 verkauften Anlagen pro Jahr steigen, und sich anschließend dort einpendeln", so Platt. Zu diesem Ergebnis kommt man, wenn man die Annahmen des BMU-Leitszenarios zu Grunde legt. Insgesamt werden 2020 dann bereits über 800.000 Wärmepumpen installiert sein, die Erdwärme nutzen.

Bei der Heizungsmodernisierung im Bestand werden dagegen auch zukünftig vor allem Luft-Wasser Wärmepumpen eingesetzt, die als Energiequelle die Umgebungswärme nutzen.

Besonders interessant sind die Prognosen der Bochumer Wissenschaftler, welche technischen Trends die Entwicklung des Wärmepumpenmarktes zukünftig mitbestimmen werden. Neben der grundlegenden technischen Weiterentwicklung von Wärmepumpen und damit stetig besseren Wirkungsgraden der Anlagen, wird vor allem die Nutzung weitere Wärmequellen erwartet. Abwärme aus industriellen Prozessen, aber auch so exotische Wärmequellen wie Abwasserkanäle können zukünftig interessant werden.

Ein weiterer Trend in Deutschland, ist die zunehmende Relevanz des Energiebedarfes zum Kühlen und Klimatisieren der Gebäude. Auch hier wird die erdgekoppelte Wärmepumpe zukünftig ihre Stärken ausspielen, da die Gebäudeklimatisierung kostengünstig über dasselbe Heizsystem erfolgen kann.

Insbesondere für die Modernisierung bestehender Heizsysteme wird die Bedeutung von gasangetrieben Wärmepumpen für Wohngebäude steigen, da somit die notwendigen hohen Heizungsvorlauftemperaturen erreicht werden können. Finanzielle attraktiv wird die Gaswärmepumpe bei der Modernisierung zusätzlich durch die Nutzung bestehender Gashausanschlüsse.

Dipl.-Ing. Michael Platt wird die Ergebnisse der Studie im Rahmen des diesjährigen Geothermiekongress Mitte November in Karlsruhe der Fachöffentlichkeit vorstellen.

Das GZB, gegründet 2006, ist eine Verbundforschungseinrichtung der Wissenschaft und der Wirtschaft. Angesiedelt an der Hochschule Bochum stellen die RWTH in Aachen, die FH Gelsenkirchen und die Hochschule OWL die weiteren universitären Träger. Neben weiteren Institutionen Öffentlichen Rechts (EnergieAgentur NRW, Bezirksregierung Arnsberg, Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr GmbH, Stadt Bochum und der IHK Mittleres Ruhrgebiet zu Bochum) sind über 20 Firmen der Geothermiebranche aktive Partner des GZB. Im Geothermiezentrum Bochum werden aktuelle Fragestellungen rund um die Nutzungsmöglichkeiten der Geothermie weiterentwickelt und erforscht.

Kontakt GZB: INTERNATIONALES GEOTHERMIEZENTRUM, Lennershofstraße 140, 44801 Bochum, Tel.: 0234 32-10233, Fax: 0234 32-14890, E-Mail: geothermie@geothermie-zentrum.de

Detlef Bremkens | idw
Weitere Informationen:
http://www.geothermie-zentrum.de
http://www.geothermie-zentrum.de/projekte/marktstudien/analyse-des-deutschen-waermepumpenmarktes.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften