Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wachstumsmotor Automation

15.06.2010
· Starke Branche rechnet mit Wachstum in den nächsten zwei Jahren
· VDI-Studie: Deutsche Betriebe nutzen die Potenziale nicht aus

Positiv in die Zukunft blickt die Branche der Automatisierungstechnik. Das zeigte der VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. auf dem Kongress „AUTOMATION 2010“ in Baden-Baden.

Laut einer aktuellen Umfrage des VDI erwartet mehr als jeder zweite in den nächsten beiden Jahren eine positive wirtschaftliche Entwicklung. „Die Automation ist ein wesentlicher Eckpfeiler der deutschen Wirtschaft, der Treiber für Wachstum“, sagte Dr. Kurt D. Bettenhausen, Vorsitzender der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik und Tagungsleiter.

„Dies gilt sowohl für die Automation als starke Branche wie auch für die erfolgreichen Anwender von Automation.“ Mit 230.000 Arbeitsplätzen stellen die Hersteller von Automatisierungstechnik mittlerweile jeden vierten Arbeitsplatz in der Elektroindustrie. Etwa 36 Mrd. € Umsatz verzeichneten die Unternehmen in 2009 und für dieses Jahr zeichnen sich bereits zweistellige Wachstumsraten ab.

Automation schafft Wettbewerbsvorteile. „Mit Automatisierungstechnik stärken Unternehmen ihre Position im Wettbewerb mit anderen über den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Produktion“, ergänzte Bettenhausen. „Prozesse werden optimiert und attraktive Produkte können schneller eingeführt werden.“ Allerdings hat noch nicht jedes Unternehmen die Vorteile ausreichend erkannt. Das verdeutlicht die auf dem Kongress präsentierte Studie „Potenziale der Automatisierung nach der Wirtschaftskrise“, die das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des VDI erstellt hat. 1.484 Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes wurden befragt. Laut Studie kommen viele Technologien nur in jedem dritten Betrieb zum Einsatz. „Dies zeigt jedoch auch, dass Automation unverändert ein großes Wachstumspotenzial hat“, so Bettenhausen.

Auch Dr. Steffen Kinkel, Studienleiter und Leiter des Competence Center „Industrie- und Serviceinnovationen“ am Fraunhofer Institut ISI, erkennt in den Studienergebnissen Verbesserungspotenzial. „Nur etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Industriebetriebe nutzen Automatisierungstechnologien intensiv“, so Kinkel. „Zudem ist die strategische Kopplung der Einführung von Prozessinnovationen, wie eben Automatisierungstechnologien, mit Produktinnovationen selten. Zur langfristigen Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit ist dies aber sinnvoll und erforderlich.“ Laut Studie setzen beispielsweise zwei von drei Unternehmen Industrieroboter ein, um Kosten zu sparen. Ziele wie eine Flexibilitätssteigerung oder gar Produktinnovation haben dagegen selten Priorität.

Trotz teilweise ungenutzter Potenziale bleibt Deutschland getreu dem Kongressmotto „Führend durch Automation“. Mit zwölf Prozent Weltmarktanteil liegt Deutschland an der Spitze. „Automation ist die Leitdisziplin für die Entwicklung, Optimierung und Anwendung neuer Produkte, Verfahren und Technologien. Sie leistet außerdem einen wesentlichen Beitrag zur Lösung anstehender gesellschaftlicher Herausforderungen“, betonte Bettenhausen. Das zeigte auch der Automatisierungskongress des VDI Wissensforum in Baden-Baden auf, u.a. mit Fachvorträgen zu den Themen wie Automation in der Medizin oder der Fabrik der Zukunft. Das Programm bot einen übergreifenden Blick auf die Automatisierungsbranche. Zu den Themenblöcken zählten Design und Engineering, Betrieb und Optimierung, Diagnose und Wartung, Kommunikation und Infrastruktur sowie Gesellschaft und Ressourcen. Zum Kongress kamen mehr als 300 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft nach Baden-Baden.

Der nächste Automatisierungskongress findet am 28. und 29. Juni 2011 statt.

Mehr Informationen zum Kongress finden Sie unter: www.automatisierungskongress.de

Die Studie zum Download und weitere Statements finden Sie unter: www.vdi.de/presse

VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.
Strategie & Kommunikation / Presse
Gergana Spassova
VDI-Platz 1
40468 Düsseldorf
Telefon: +49 (0) 211 62 14-315
Telefax: +49 (0) 211 62 14-156
E-Mail: spassova@vdi.de

Gergana Spassova | VDI
Weitere Informationen:
http://www.vdi.de
http://www.automatisierungskongress.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie