Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorarbeiten für die „Cloud made in Germany“

26.03.2012
Für eine Studie für das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) haben die internationale Strategieberatung Booz & Company und das FZI Forschungszentrum Informatik das Standardisierungsumfeld im Cloud Computing erhoben / Mehr als 150 technische, betriebswirtschaftliche und rechtliche Standards hat die Forschungsgruppe Cloud Computing in der FZI Außenstelle Berlin unter der Leitung von Professor Dr. Stefan Tai identifiziert / 20 Standards wurden ausgewählt, untersucht und bewertet / Die Studie unter dem Titel „Das Normungs- und Standardisierungsumfeld von Cloud Computing“ ist kostenlos verfügbar

Deutsche Ingenieurskunst steht im internationalen Ansehen für technische Zuverlässigkeit und hohe Sicherheitsstandards. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) will dieses Vertrauen nun aktiv auch für Cloud Computing1) aufbauen.

Als ersten Schritt auf dem Weg in eine zuverlässige sichere „Cloud made in Germany“ hat das BMWi im Rahmen seines Technologieprogramms „Trusted Cloud“ das FZI und die Strategieberatung Booz&Company beauftragt, das Normungs- und Standardisierungsumfeld von Cloud Computing zu untersuchen.

Von Booz&Company wurden in Zusammenarbeit mit der Außenstelle Berlin des FZI Forschungszentrum Informatik die derzeit im Cloud Computing diskutierten Standards in einer umfangreichen Studie analysiert.

„Weltweit arbeiten verschiedene Institutionen an Standards für das Cloud Computing. Wir haben mehr als 150 technische, betriebswirtschaftliche und rechtliche Standards identifiziert und 20 davon ausgewählt und im Kontext des „Trusted Cloud“ Programms des BMWi bewertet“, berichtete FZI-Direktor Professor Dr. Stefan Tai. Der ausgewiesene Experte für das Internet der Dienste (Internet of Services) hat die Analyse mit seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Robin Fischer aus seiner Forschungsgruppe in Berlin durchgeführt.

In Deutschland war es die erste umfassende Bestandaufnahme dieser Art für die Cloud. Cloud Computing und seine Anwendungen sind Schwerpunkt der im Juni 2011 eingerichteten FZI-Außenstelle Berlin. Diese unterstützt durch die räumliche Nähe den Kontakt zu großen Projektpartnern in der Bundeshauptstadt und verstärkt den direkten Kontakt des FZI zu Politik und Verbänden auf Bundesebene.

Alle Erkenntnisse aus der Untersuchung sind in die Studie „Das Normungs- und Standardisierungsumfeld von Cloud Computing“ eingeflossen. Sie wurde auf der CeBIT 2012 vom Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Otto und Dr. Wolfgang Zink von Booz&Co. vorgestellt und im CeBIT Lab Talk mit den Experten Dr. Rainer Bernnat, Dr. Nicolai Bieber und Joachim Strach von Booz & Company sowie Professor Dr. Stefan Tai und Robin Fischer als Vertreter des FZI diskutiert.

Das 166 Seiten starke Werk sowie ca. 20-seitige Kurzfassungen in Deutsch und Englisch mit anschaulichen Grafiken und Tabellen können kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden. Die Studie stellt Orientierungswissen für Anwender und Anbieter von Cloud-Diensten bereit. (Kurzfassung: http://bit.ly/wdBnQE, Langfassung: http://bit.ly/xl5AxK ).

Wirtschaftsfachleute und Wissenschaftler erwarten von Cloud Computing eine radikale Veränderung der Nutzung von Computern. Der Branchenverband BITKOM sagt dem Markt für Cloud Computing ein explosionsartiges Wachstum voraus. Auf der CeBIT Anfang März bezifferte der Verband die Steigerung von 2011 auf 2012 mit 47 %.

1 ) Hintergrund:
Cloud Computing ist eine neue Technologie, die Speicherkapazitäten, Rechen- und Netzleistung von den Computern, die bisher im Unternehmen oder zu Hause vorgehalten werden mussten, über den Datennetz-Anschluss in eine virtuelle Umgebung im Netz verlagern, die sogenannte Cloud. Dort bieten Dienstleister Ressourcen für die Datenverarbeitung flexibel zum Mieten an. Unternehmen brauchen Hardware und Software nicht mehr selbst vorzuhalten, zu warten und zu pflegen, sondern können die gewünschte Leistung flexibel zukaufen und wieder abbestellen, wenn die Computerleistung nicht mehr gebraucht wird. Dem Cloud Computing wird hohes Potential zur Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung zugeschrieben.
Weitere Informationen
FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Str. 10-14, 76131 Karlsruhe
Ansprechpartnerin: Johanna Barsch, FZI Corporate Communications and Media
Telefon:+49 721 9654-904
E-Mail: barsch@fzi.de
Internet: http://www.fzi.de
Über das FZI Forschungszentrum Informatik
Das FZI ist eine Einrichtung des Landes Baden-Württemberg und der ehemaligen Universität Karlsruhe (TH), jetzt Karlsruher Institut für Technologie (KIT), in der Rechtsform einer gemeinnützigen Stiftung bürgerlichen Rechts. Es hat die Aufgabe, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie aus Informatik, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen verfügbar zu machen. In Kooperationsprojekten und in Auftragsforschung entwickelt das FZI für seine Geschäftspartner Konzepte für betriebliche Organisationsaufgaben sowie Software- und Systemlösungen und setzt diese in innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse um. Wissenschaftliche Exzellenz und Interdisziplinarität sind in der Organisation verankert: Für den Technologietransfer engagieren sich zur Zeit am FZI 19 Professoren des KIT, darunter eine Professorin und ein Professor, der in Tübingen lehrt. Sie erforschen in verschiedenen Disziplinen Informatik und ihre Anwendungen. Das FZI ist Innovationspartner des KIT, das aus dem Zusammenschluss der Universität Karlsruhe (TH) mit dem Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) entstanden ist.

Vera Münch | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie