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Von Maeusen und Menschen: Maus-Genom unterstuetzt humane biomedizinische Diagnostik

24.11.2014

Die Bedeutung funktioneller Elemente im Genom der Maus und deren Vergleich mit dem menschlichen Genom stehen im Mittelpunkt der Forschungsarbeit des "Mouse ENCODE Consortiums". Jüngste Ergebnisse bestätigen die Rolle von Mäusen als wichtigste Modellorganismen zur Untersuchung menschlicher Krankheiten. An der Publikation, die die aktuelle Cover-Story von "Nature" ist, war auch Andrea Tanzer vom Institut für Theoretische Chemie der Universität Wien beteiligt.

Die Studie beleuchtet Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede in der Art und Weise, wie genomische Informationen in beiden Organismen von der jeweiligen zellulären Maschinerie interpretiert werden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind eine wertvolle Quelle für die Grundlagenforschung und dienen der Untersuchung von molekularbiologischen Vorgängen bei menschlichen Krankheiten.


Bioinformatikerin Andrea Tanzer

Foto privat

Seit dem Start im Jahre 2003 hat das ENCODE (Enzyklopädie der DNA-Elemente)-Projekt bereits eine Vielzahl neuer Erkenntnisse zur Rolle funktioneller Elemente im menschlichen Genom erbracht. Die Mouse ENCODE-Daten helfen nun, dieses Wissen auf Funktionselemente im Mausgenom zu übertragen und zu vertiefen.

Die WissenschafterInnen zeigten beispielsweise auf, dass Genexpression und daraus resultierende regulatorische Prozesse in Mäusen und Menschen erhebliche Unterschiede aufweisen, jedoch ein Teil der zentralen regulatorischen Programme
weitgehend ähnlich ist.

Die aktuell gewonnenen Datensätze ermöglichen der Forschung neue Wege im Studium des Mausgenoms. Die AutorInnen kommen zum Schluss, dass das Verständnis um die genomische Regulierung bei Mäusen einen wesentlichen Schritt zum besseren Verständnis der Humanbiologie darstellt und damit zu möglichen Innovationen in der biomedizinischen Diagnostik. In der Folge kann dies zur Entwicklung von spezifischen Medikamenten beitragen.

An diesem Projekt beteiligt war auch Andrea Tanzer vom Institut für Theoretische Chemie der Universität Wien. Ihr Forschungsgebiet ist die Genomannotation in Mensch und Maus. Bei der Publikation arbeitete sie eng mit dem Genexpressionsteam zusammen. "Einer der grundlegenden Aspekte des Projekts ist Transparenz und Verfügbarkeit der gewonnenen Daten und entwickelten Methoden. Dieser uneingeschränkte Zugang zu den Daten bietet somit eine wichtige Quelle für
weitere Analysen", meint Andrea Tanzer.

Information zum "Mouse ENCODE Consortiums": http://www.mouseencode.org/

Publikation in Nature:
Yue et al.: A comparative encyclopedia of DNA elements in the mouse genome. Nature 515, 355–364 (20 November 2014). DOI:10.1038/nature13992
http://www.nature.com/nature/journal/v515/n7527/full/nature13992.html

Wissenschaftlicher Kontakt
Ing. Mag. Dr. Andrea Tanzer
Institut für Theoretische Chemie
Universität Wien
1090 Wien, Währinger Straße 17
T +43-1-4277-527 33
andrea.tanzer@univie.ac.at

Rückfragehinweis
Mag. Veronika Schallhart
Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
1010 Wien, Universitätsring 1
T +43-1-4277-175 30
M +43-664-602 77-175 30
veronika.schallhart@univie.ac.at

Die Universität Wien ist eine der ältesten und größten Universitäten Europas: An 19 Fakultäten und Zentren arbeiten rund 9.700 MitarbeiterInnen, davon 6.900 WissenschafterInnen. Die Universität Wien ist damit die größte Forschungsinstitution Österreichs sowie die größte Bildungsstätte: An der Universität Wien sind derzeit rund 92.000 nationale und internationale Studierende inskribiert. Mit über 180 Studien verfügt sie über das vielfältigste Studienangebot des Landes. http://www.univie.ac.at 

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Alexandra Frey | Universität Wien

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