Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vitaminpräparate verringern Krebs-Risiko nicht

10.12.2008
Zwei Studien konnten keine Wirkung nachweisen

Die Einnahme von Vitamin C oder E verringert das Prostatakrebs-Risiko oder das Risiko, an anderen Krebsarten zu erkranken, nicht. Zu diesem Ergebnis sind zwei große US-amerikanische Studien gekommen. Beide untersuchten Hinweise auf mögliche positive Effekte.

Für eine Studie wurden die Daten von 35.533 Männern ausgewertet, an der anderen nahmen rund 15.000 Ärzte teil. Keine der beiden fand Hinweise darauf, dass die Anzahl der Erkrankungen bei Einnahme von Vitaminpräparaten geringer war. Beide Studien wurden im Journal of the American Medical Association veröffentlicht.

Einige bislang durchgeführte Untersuchungen hatten nahe gelegt, dass die Einnahme von Vitaminen das Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, verringern könnte. Erreicht werden sollte das durch die Erhöhung der Werte bestimmter Antioxidantien, die die Schädigung des Gewebes verringern. Die Ergebnisse der Studien waren jedoch nicht einheitlich. Die aktuellen Studien versuchten mit einer großen Anzahl von Freiwilligen zu konkreteren Ergebnissen zu kommen. Wissenschaftler der University of Texas und des Cleveland Clinic Lerner College of Medicine verabreichten gesunden Männern entweder Selen, Vitamin E, beide Substanzen oder ein Blindpräparat. Die Wissenschaftler planten, die Teilnehmer mindestens sieben Jahre lang zu begleiten. Die Studie wurde jedoch aufgrund enttäuschender Ergebnisse frühzeitig abgebrochen. Es gab keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Anzahl an Männern in den vier Gruppen, die an Prostatakrebs erkrankten. Innerhalb von fünf Jahren wurde insgesamt bei vier bis fünf Prozent der Teilnehmer ein Prostatakrebs diagnostiziert.

Wissenschaftler des Boston's Brigham and Women's Hospital http://www.brighamandwomens.org untersuchten die Auswirkungen der regelmäßigen Einnahme von Vitamin E und C auf die Anzahl der Krebserkrankungen bei 14.641 Ärzten. Innerhalb von acht Jahren hatte die Einnahme von Vitamin E keine Auswirkungen auf die Anzahl der Erkrankungen an Prostatakrebs oder anderen Krebsarten. Vitamin C hatte ebenfalls keine Auswirkungen. Vor kurzem veröffentlichte Studienergebnisse waren laut BBC sogar zu dem Ergebnis gekommen, dass Vitamin-C-Präparate die Wirkung einer ganzen Reihe von Medikamenten gegen Krebs entscheidend beeinträchtigen könnten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://jama.ama-assn.org
http://www.uthouston.edu
http://www.clevelandclinic.org/cclcm

Weitere Berichte zu: Krebs-Risiko Krebsart Prostatakrebs Vitamin Vitamin C Vitaminpräparat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften