Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

VISTA-Länder (Vietnam, Indonesien, Südafrika, Türkei und Argentinien) bieten vielversprechende Nutzfahrzeugmärkte

23.09.2010
Marktausblick von Roland Berger Strategy Consultants

- VISTA-Länder werden für Nutzfahrzeuge zunehmend interessant - insbesondere als Produktionsstandort

- Nachfrage nach schweren und mittelschweren LKW wird 2012 bereits bei etwa 150.000 Fahrzeugen liegen

- Jährliche Nachfrage wird bis 2015 auf 200.000 Fahrzeuge und bis 2020 auf mehr als 250.000 Fahrzeuge steigen

- Internationale Hersteller sollten sich heute Ihren Anteil am langfristigen Wachstum sichern

Die VISTA-Länder (Vietnam, Indonesien, Südafrika, Türkei und Argentinien) werden für die Nutzfahrzeugindustrie zunehmend interessant. Die kombinierte Nachfrage nach schweren und mittelschweren LKW wird sich 2012 bereits auf etwa 150.000 Fahrzeuge belaufen. Die jährliche Nachfrage wird bis 2015 bei 200.000 Fahrzeugen liegen. Bis 2020 wird sie auf über 250.000 Fahrzeuge steigen. Internationale Hersteller sollten sich heute Ihren Anteil am langfristigen Wachstum sichern. Das sind die wichtigsten Ergebnisse eines Marktausblicks von Roland Berger Strateg Consultants mit dem Titel "VISTA - New growth opportunities for the commercial vehicle industry".

Die Nutzfahrzeugbranche erlebt derzeit die fundamentalsten Veränderungen in ihrer Geschichte. Der traditionelle Fokus auf die Triademärkte (Nordamerika, Europa und Japan) nimmt ab. Vor allem in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) sind neue Märkte und Produktionsstandorte entstanden. Auch wenn die BRIC-Märkte weiterhin eine dominierende Rolle spielen werden, formiert sich mit den VISTA-Staaten (Vietnam, Indonesien, Südafrika, Türkei und

Argentinien) bereits eine zweite Welle von Schwellenmärkten. "Die großen, wachsenden Volkswirtschaften von Vietnam bis Indonesien, Südafrika, über die Türkei bis hin zu Argentinien werden die weltweiten Marktanteile künftig verändern und als Produktionsstandorte für OEMs und Zulieferer immer attraktiver werden", sagt Norbert Dressler, Partner und Nutzfahrzeugexperte bei Roland Berger Strategy Consultants.

Boomende Volkswirtschaften und niedrige Lohnkosten

Hauptmotor für die künftige Entwicklung und Attraktivität dieser zweiten Welle von Schwellenländern sind zwei Faktoren: Zum einen schüren die boomenden und großen Volkswirtschaften die Fahrzeugnachfrage. Zum anderen machen niedrige Lohnkosten und günstige Produktionsbedingungen diese Märkte für die nächsten Jahrzehnte zu attraktiven Billigstandorten. Bereits jetzt sind die wirtschaftliche Größe und Entwicklung der VISTA-Märkte enorm. Schon bald wird die Bevölkerung dieser Märkte auf über 500 Millionen Menschen anwachsen. Das kombinierte Bruttoinlandsprodukt (BIP) übersteigt bereits jetzt das von Brasilien oder Indien und das BIP pro Kopf liegt auf Augenhöhe mit China.

Die rege Produktion von Agrar- und Industrieerzeugnissen für Binnenkonsum und Export heizt die Nachfrage nach Transportlösungen an. Die Inflation ist weitgehend unter Kontrolle, so dass künftige Investitionen und attraktives Wachstum wahrscheinlich sind.

"Ausgehend von der aktuellen Wirtschaftslage und ihrer voraussichtlichen Entwicklung liegt die kombinierte Nachfrage nach schweren und mittelschweren LKW bei etwa 150.000 Fahrzeugen im Jahr 2012 und übertrifft damit sogar Brasilien", sagt Dressler. "Bis 2015 wird die jährliche Nachfrage voraussichtlich bei etwa 200.000 Fahrzeugen liegen, bis 2020 wird sie ein Volumen von 250.000 Fahrzeugen deutlich übersteigen." Attraktive Lohnkosten garantieren überdies, dass ein Großteil der Binnennachfrage auf heimischen Märkten produziert wird. Die durchschnittlichen Lohnkosten liegen zwischen 0,5 Euro pro Stunde in Vietnam und etwa 3,0 Euro in Argentinien. Verglichen mit den üblichen Kosten in Regionen wie China (1,5 Euro) oder Brasilien (etwa 4,0 Euro) ist das äußerst attraktiv.

Hersteller müssen vor Ort investieren

Viele Unternehmen haben das Potenzial der VISTA-Länder erkannt.
Viele internationale Marken sind bereits in einigen dieser Märkte präsent. Dennoch sind nicht alle in jeder VISTA-Region vertreten. Um sich ihre künftige Marktstellung zu sichern, müssen die Hersteller stärker vor Ort investieren: Zunächst in der CKD-Montage (Completely Knocked Down), anschließend in der vollständigen Fertigung vor Ort.

Die derzeitige und künftige Attraktivität dieser Märkte allein kann jedoch nicht den Erfolg einer Markteintritts- oder Wachstumsstrategie garantieren. Jedes VISTA-Land birgt individuelle Chancen und Risiken.

Vor massiven Investitionen gilt es zunächst, die politische Stabilität, die lokalen Vorschriften für Unternehmen, die voraussichtliche konjunkturelle Entwicklung, Inflationstrends und den regionalen Wettbewerb unter den Ländern zu sondieren.

Entscheidung in den nächsten fünf Jahren

Einige VISTA-Märkte verfügen zudem derzeit noch nicht über eine ausreichende Zuliefererbasis, um eine massive Fahrzeugproduktion vor Ort zu unterstützen. Der Automobilsektor in Vietnam zum Beispiel konzentriert sich nach wie vor stark auf die Motorrad- und CKD-Montage. Hinzu kommen Probleme in den Bereichen Kompetenz der örtlichen Zulieferer, Kapazität und Produktqualität. Trotz dieser Herausforderungen sind die Größe und das Potenzial dieser Märkte zu bedeutend, um sie zu ignorieren. Nach Auffassung von Roland Berger wird sich die Zukunft dieser Märkte in den kommenden fünf Jahren entscheiden.

Dressler: "Internationale Hersteller sollten sich heute Ihren Anteil am langfristigen Wachstum sichern. Ein besseres Verständnis der lokalen Marktbedingungen und des jeweiligen Potenzials jedes einzelnen Nutzfahrzeugherstellers und Zulieferers ist der erste Schritt für den langfristigen Erfolg auf den VISTA-Märkten."

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 36 Büros in 25 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. Rund 2.00 Mitarbeiter haben im Jahr 2009 einen Honorarumsatz von 616 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 180 Partnern.

Den vollständigen Marktausblick können Sie kostenlos herunterladen
unter: http://www.rolandberger.com/pressreleases
Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter unter:
www.rolandberger.com/press-newsletter

Sebastian Deck | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik