Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zu viel Cola schadet den Muskeln

19.05.2009
Koffein und Zucker senken Kaliumgehalt im Blut

Wer häufig zu viel Cola oder andere koffeinhältige Getränke zu sich nimmt, bringt damit seine Muskeln in Gefahr. Das hat Moses Eliaf, Spezialist für Stoffwechselkrankheiten an der griechischen Universität Ioannina, entdeckt.

Er untersuchte Patienten, die täglich unvorstellbar hohe Mengen Cola tranken. "Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass exzessiver Koffeinkonsum Hypokalzämie auslöst. Lieferanten dafür sind in erster Linie Softdrinks, jedoch auch Kaffe oder Tee", berichtet der Forscher im pressetext-Interview.

Bei der Hypokalzämie sinkt der Kaliumgehalt des Blutes und schädigt die Muskelfunktionen. Veröffentlicht wird diese Forschung in der Juniausgabe des International Journal of Clinical Practice.

Eliaf untersuchte zehn Patienten, die über mehrere Monate zwischen zwei und neun Liter Cola pro Tag konsumiert hatten. "Während die empfohlene maximale Koffeinmenge 200 Milligramm beträgt, überstieg sie bei diesen Personen die Gramm-Grenze", so der Mediziner. Die Betroffenen hatten niedrige Kaliumwerte, berichteten über Erschöpfung und Appetitverlust und zeigten Herzprobleme. Nachdem sie Cola völlig abgesetzt und intravenöses Kalium bekommen hatten, erholten sich die Patienten schnell und vollständig.

"Softdrinks schädigen die Muskeln. Je nach Höhe der Dosis reichen die Symptome von Schwächeanfällen bis hin zu schweren Behinderungen. Koffein spielt dafür eine wesentliche Rolle. Es ist jedoch anzunehmen, dass auch andere Faktoren beteiligt sind, wie etwa der hohe Gehalt von Zucker und Kalorien", erklärt Eliaf.

Der Boom von Softdrinks ist bisher ungebrochen. 2007 betrug ihr weltweiter Konsum 552 Mrd. Liter, was 83 Liter pro Person und Jahr entspricht. Für das Jahr 2012 erwartet man 95 Liter pro Person, während jeder US-Bürger heute schon durchschnittlich 212 Liter Cola & Co in sich hineinschüttet. Die Medizin warne schon längst vor den Gesundheitsproblemen, die diese Entwicklung mit sich bringt, so Elisaf. "Übermäßiger Softdrink-Konsum begünstigt Zahnprobleme, Entmineralisierung von Knochen, Stoffwechselprobleme wie auch Diabetes." Der weltweite Anstieg von Muskelproblemen könnte jedoch ebenfalls auf den hohen Softdrink-Konsum zurückgeführt werden. "Es braucht noch weitere Untersuchungen, um den genauen Zusammenhang zu zeigen. Dass dieser besteht, kann man jedoch als sicher annehmen", so der griechische Mediziner gegenüber pressetext.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://medlab.cs.uoi.gr/medicalschool

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten