Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verstauchte Knöchel heilen am besten mit Gips

13.02.2009
Studie: Elastische Binden sind die schlechteste Alternative

Patienten mit einem verstauchten Knöchel erholen sich schneller, wenn sie einen Gips bekommen. Ein Team von Wissenschaftlern um Sallie Lamb von der University of Warwick hat nachgewiesen, dass das Anlegen eines Gipses bis unter das Knie über einen Zeitraum von zehn Tagen wirksamer ist, als die Standardbehandlung mit einer elastischen Binde.

Die in The Lancet veröffentlichten Forschungsergebnisse widersprechen laut BBC der allgemeinen medizinischen Meinung, dass ein verstauchter Knöchel am besten weiter bewegt werden soll. Für die aktuelle Studie wurden die Daten von 600 Patienten ausgewertet. Allein in Großbritannien kommen jährlich bis zu 1,5 Mio. Menschen mit einem verstauchten Knöchel in die Notaufnahme.

Normalerweise wird ein verstauchter Knöchel mit Kühlen, Hochlegen des Beins sowie einem elastischen Verband behandelt. Den Patienten wird geraten, sich weiter zu bewegen. Die Forscher wiesen jetzt nach, dass ein derartiger Verband die schlechteste Art der Behandlung ist. Bei Patienten in acht britischen Notaufnahmen ging es jenen mit einem Gips hinsichtlich der Gelenkfunktion, Schmerzen, Symptomen und Aktivitäten nach drei Monaten deutlich besser.

Die zweitbeste Behandlungsmöglichkeit war eine Fußgelenkschiene, die die Bewegungen des Knöchels einschränkte. Eine weitere Verbandsform, die die Beweglichkeit einschränkt aber noch ein Gehen ermöglicht, war nicht wirkungsvoller als ein elastischer Verband. Keine dieser beiden Alternativen kann laut den Wissenschaftlern zur Behandlung dieser Verletzungen empfohlen werden. Neun Monate nach den Verletzungen war zwischen den verschieden Patientengruppen kein Unterschied mehr festzustellen.

Die Rehabilitationsexpertin Lamb betonte, dass eine rasche Heilung für die Patienten wichtig sei. Obwohl nach neun Monaten keine großen Unterschiede mehr feststellbar waren, mache es einen Unterschied, wie rasch die Betroffenen wieder normal beweglich seien. "Ich glaube, dass der Gips als Standardbehandlung eingesetzt werden sollte." Martin Shalley, Notfallmediziner am Birmingham Heartlands Hospital, argumentierte, dass man das Ruhigstellen des Knöchels aufgrund des Risikos einer tiefen Beinvenenthrombose zu vermeiden versuche. Risiko und Vorteile seien abzuwägen und gemeinsam mit dem Patienten die beste Lösung zu suchen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www2.warwick.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE