Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Versorgung Demenzkranker verbessern – Pflegende Angehörige unterstützen

05.05.2010
Heute startet die landesweite wissenschaftliche Studie Demenz: lebenswelt- und patientenzentrierte Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern (DelpHi-MV). Ziel der Studie ist es, langfristig die Lebenssituation von Demenzkranken und deren Familien zu verbessern.

Durchgeführt wird sie von Wissenschaftlern am Zentrum für Integrierte Demenzversorgungsforschung (CIDC), einer wissenschaftlichen Kooperation der Universitäten und Universitätskliniken in Greifswald und Rostock und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).

Der demografische Wandel wird zu einem Anstieg altersbedingter Erkrankungen führen, insbesondere auch von demenziellen Erkrankungen. Das stellt das medizinische Versorgungssystem in Zukunft vor große Herausforderungen. Das im vergangenen Jahr gegründete Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) will diese Herausforderung annehmen. Zum Arbeitsprogramm des neuen Zentrums gehören die Erforschung der Ursachen und Risikofaktoren, die zu der Entwicklung einer demenziellen Erkrankung führen und die Entwicklung neuer Therapie- und Pflegestrategien.

„Im Rahmen der DelpHi-MV (Demenz: lebenswelt- und patientenzentrierte Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern) Studie werden der demenzbedingte Bedarf an medizinischer und pflegerischer Versorgung in der Bevölkerung in unserem Bundesland erfasst, neue Versorgungskonzepte entwickelt, umgesetzt und in der Praxis auf ihre Wirksamkeit überprüft“, so Professor Wolfgang Hoffmann, Leiter der Studie und stellvertretender Leiter des Zentrums für Integrierte Demenzversorgungsforschung. „Unser wichtigstes Ziel ist es, die medizinische und pflegerische Betreuungssituation und damit die Lebenssituation von Demenzkranken und deren Familien zu verbessern. Die DelpHi-MV-Studie soll Lösungen für die demografischen Probleme von morgen entwickeln, die auch in anderen Regionen Deutschlands angewendet werden können.“ Professor Stefan Teipel, Leiter des DZNE-Standortes Rostock/ Greifswald, betont: „„Demenzerkrankungen stellen eine massive Belastung für die Patienten und ihre Familien dar. Daher ist es besonders wichtig, diese Erkrankungen frühzeitig zu diagnostizieren, um so den Patienten eine frühzeitige Behandlung und den Angehörigen eine ausreichende Beratung und Unterstützung zukommen lassen zu können.“

Die Studie wird sehr praxisorientiert durchgeführt. Alle teilnehmenden Hausärzte befragen Patienten, die 70 Jahre und älter sind, systematisch nach Gedächtnisproblemen. Werden bestimmte Kriterien erfüllt, können die betroffenen Patienten – ihre Einwilligung vorausgesetzt – von sogenannten „Dementia Care Managern“ zu Hause besucht werden. Vor Ort protokollieren diese Fachkräfte wichtige Daten zur Behandlung, Versorgung, Lebensqualität und Zufriedenheit des Patienten und seiner Angehörigen. Patient und Angehörige werden individuell mit Handlungsempfehlungen und Informationen zu in der Region vorhandenen demenzspezifischen medizinischen Versorgungseinrichtungen sowie Pflege-, Betreuungs- und Beratungsangeboten unterstützt. In regelmäßigen Abständen werden die Studienteilnehmer von ihrem „Dementia Care Manager“ besucht und so die relevanten Daten zur Optimierung der Versorgung erhoben.

„Die DelpHi-MV-Studie ist für das DZNE sehr wichtig. Wir müssen bestehende Versorgungsstrukturen überprüfen und neue Konzepte entwickeln. Nur so können wir die optimale Versorgung von Demenzkranken in Zukunft gewährleisten“, so Professor Pierluigi Nicotera, Vorstandsvorsitzender und wissenschaftlicher Vorstand des DZNE.

An der Interventionsstudie arbeiten mehrere Abteilungen in Greifswald zusammen: Versorgungsepidemiologie (Prof. Wolfgang Hoffmann), psychiatrische Versorgungsforschung (Prof. Harald J. Freyberger, Prof. Hans-Jörgen Grabe), Neuroepidemiologie (Prof. Ulf Schminke) und Gesundheitsökonomie (Prof. Steffen Fleßa).

In Rostock beteiligen sich am DZNE Standort Rostock/ Greifswald Abteilungen der klinischen Demenzforschung (Prof. Stefan J. Teipel) Neurobiologie (Prof. Jens Pahnke), Soziodemografie (Prof. Gabriele Doblhammer-Reiter), Medizintechnik (Prof. Thomas Kirste) und Informationstechnik (Prof. Andreas Heuer). Weitere Kooperationspartner sind der Landesverband für Sozialpsychiatrie (Prof. Ingmar Steinhart) und die Alzheimergesellschaft Mecklenburg-Vorpommern.

Das DZNE wird mit seinen sieben Standorten vom BMBF und den DZNE-Sitzländern im Verhältnis 90 zu 10 gefördert.

Ansprechpartner für Rückfragen

Universität Greifswald
Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, MPH
Gf. Direktor des Instituts für Community Medicine
Leiter der DelpHi-MV Studie
Ellernholzstraße 1/2, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-7750
wolfgang.hoffmann@uni-greifswald.de
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE)
Sonja Jülich-Abbas
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ludwig-Erhard-Allee 2, 53175 Bonn
Telefon 0172 28 38 930
sonja.juelich-abbas@dzne.de
DelpHi-MV Studie
Dr. J. René Thyrian
CIDC
DZNE Standort Rostock/Greifswald
Ellernholzstraße 1/2, 17487 Greifswald
Telefon 0176 23 80 36 25
rene.thyrian@dzne.de
Sprecher des DZNE Standortes Rostock/Greifswald
Prof. Dr. Stefan Teipel
Universität Rostock
Gehlsheimer Straße 20, 18147 Rostock
Telefon: 0381 494-9471
stefan.teipel@med.uni-rostock.de

Daniel Bayer | idw
Weitere Informationen:
http://www.dzne.de
http://www.dzne.de/forschung/standorte/rostockgreifswald.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Wie das Wissen in der Technik entsteht

17.01.2017 | Förderungen Preise

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik