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Versicherungsbranche in Deutschland leidet an Vertrauensdefiziten

19.11.2008
Wenige Wochen vor Einführung des Gesundheitsfonds leiden Krankenversicherungen und Versicherungsunternehmen allgemein unter einem latenten Vertrauensdefizit.

Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchungen des "MRI Vertrauensbarometers Deutschland" in Kooperation mit der Zeppelin Universität (ZU) Friedrichshafen und dem Internationalen Centrum für Franchising und Cooperation (F&C) der Universität Münster.

Demnach fehlt es 80 Prozent der Befragten inzwischen grundsätzlich an Vertrauen in die Versicherungsbranche. Zugleich geben jedoch 96 Prozent der Befragten an, dass ein hohes Vertrauen zu ihrer Versicherung eigentlich notwendig sei, um überhaupt mit ihr Geschäfte zu machen.

Nicht viel besser sieht es mit der Einschätzung zur Kompetenz von Versicherungen aus: 61 Prozent der Befragten sprechen Versicherungen keine ausdrückliche Kompetenz zu. Und auch die Kompetenz der Angestellten ist aus der Sicht der Kunden stark verbesserungsbedürftig: Die Aussage, "Die Mitarbeiter wissen generell nicht so viel, wie sie wissen sollten", wird von 56 Prozent der Kunden bejaht. Darüber hinaus wird die Ehrlichkeit der Unternehmen selbst stark angezweifelt.

Der Aussage, "Versicherungsunternehmen sind die ehrlichsten Unternehmen, die ich kenne", stimmen nur sechs Prozent der Befragten zu. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Einschätzung zur Ehrlichkeit der Mitarbeiter. Lediglich neun Prozent der Befragten stimmen der Aussage "Versicherungsangestellte würden nicht übertreiben" zu, und über 86 Prozent sind der Meinung, keine objektiven Informationen zu bekommen. Ein schlechtes Bild ergibt sich überdies beim Thema Verlässlichkeit: Lediglich knappe 30 Prozent der Befragten geben an, dass sie meinen, sich allgemein auf Versicherungsunternehmen verlassen zu können. Nur 15 Prozent der Befragten schließlich sehen Versicherungen als Problemlöser.

"Versicherungskunden wollen durch den Kauf einer Versicherung ihr Risiko reduzieren. Gerade Versicherungen sind daher auf das Vertrauen ihrer Kunden angewiesen. Haben die Kunden das Gefühl, dass diese Risikoreduktion nicht mehr funktioniert, ist dies für die Branche und die Unternehmen sehr problematisch", kommentiert Professor Dr. Peter Kenning, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing an der Zeppelin Universität, die Ergebnisse der Studie.

Für das "MRI Vertrauensbarometer Deutschland" wurden rund 800 Privatkunden von Versicherungen deutschlandweit über Interviews befragt. Untersucht wurden dabei Debeka, Allianz, Signal Iduna, DBV Winterthur, Central Versicherungen, Bayrische Beamten Krankenkasse, Continentale, HUK Coburg, Barmenia, AXA und AOK. Die Top 3 bei der Frage "Dieser Krankenversicherung kann man künftig vertrauen" belegten HUK Coburg, die Bayrische Beamten Krankenkasse sowie die Debeka.

Hintergrund:
Das 2003 gegründete "Münster Research Institute" (MRI) mit Sitz in Wettringen, Münsterland, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Unternehmen wie auch Institutionen effizient mit hochqualitativen Daten zu versorgen und in ihrer täglichen Arbeit durch ganzheitliche Problemlösungen zu unterstützen. Dabei arbeitet das MRI eng mit führenden wissenschaftlichen Forschungsinstituten und Universitäten wie der Zeppelin Universität und dem F&C der Universität Münster zusammen. Den Schwerpunkt hierbei bildet der Bereich Marktforschung.

Die Zeppelin Universität in Friedrichshafen ist eine staatlich anerkannte Universität in freier Trägerschaft. Als Hochschule zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik lehrt und forscht sie interdisziplinär, individualisiert und international.

Rainer Böhme | idw
Weitere Informationen:
http://www.zeppelin-university.de

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