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Verleiten Freunde zum Übermut?

09.08.2011
Gehirnaktivität in Spielsituationen: Psychologin der Universität Jena sucht Teilnehmer für Studien

Gute Freunde gehen miteinander durch dick und dünn. Sie helfen sich gegenseitig, teilen Geheimnisse und Vorlieben. Manchmal kann der Einfluss von Freunden aber auch negative Folgen haben: „Falsche Freunde“ ist ein geflügeltes Wort.

Psychologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena möchten herausfinden, ob gleichaltrige Jungen ihre Freunde dazu verführen, waghalsiger zu sein, mehr Risiken einzugehen. „Vielleicht sind die Jungs aber auch vorsichtiger, wenn ein Freund dabei ist?“, fragt sich Luisa Kreußel und geht dieser Frage in einer Studie nach. Die Diplom-Psychologin vom Institut für Psychologie der Jenaer Universität sucht dafür männliche Probanden zwischen 13 und 16 Jahren, die einen etwa gleichaltrigen Freund mitbringen sollen.

Die Teilnehmer der Studie über Risiko und Vorsicht sollen an einem Computer ein Spiel spielen, wobei gleichzeitig ein Elektroenzephalogramm (EEG) aufgezeichnet wird. Der Einsatz der jungen Spieler lohnt sich in mehrfacher Hinsicht. Sie können bei dem Computerspiel Geld gewinnen, erhalten zudem eine Aufwandsentschädigung von 5 Euro pro Stunde und die nachgewiesenen Fahrtkosten bis zu einer Höhe von 10 Euro ersetzt. „Da nicht jeder Jugendliche ein eigenes Konto hat, bieten wir Gutscheine von Amazon als Bezahlung an“, sagt Luisa Kreußel. Insgesamt veranschlagt sie eine Dauer des Tests von etwa vier Stunden.

Die Teilnehmer spielen eine Runde allein und einmal gemeinsam mit ihrem Freund. Während der Spiele wird das EEG aufgezeichnet – völlig ungefährlich und schmerzlos, wie Kreußel betont. Zu den Voraussetzungen gehört die Einwilligung mindestens eines Elternteils jedes Jugendlichen.

Gesucht werden zudem weitere Probanden, die ebenfalls spielend Geld verdienen wollen. Luisa Kreußel erarbeitet eine Studie, bei der es um die Gehirnaktivität bei rasch aufeinanderfolgenden Entscheidungen in Spielsituationen geht. „Wir benötigen noch männliche Testpersonen, die häufig Glücksspiele spielen“, sagt Kreußel. Ob die Probanden geeignet sind, wird im Vorfeld durch einen kurzen Fragebogen geklärt werden. Auch diese Probanden erhalten eine Aufwandsentschädigung. Die Höhe hängt u. a. vom Spielglück der Kandidaten ab.

Interessenten melden sich am besten per E-Mail oder telefonisch bei Luisa Kreußel im Institut für Psychologie der Universität Jena, Am Steiger 3/Haus 1, 07743 Jena, Tel.: 03641 / 945149, Fax: 03641 / 945142, E-Mail: luisa.kreussel[at]uni-jena.de.

Kontakt:
Luisa Kreußel
Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Steiger 3/Haus 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945149
E-Mail: luisa.kreussel[at]uni-jena.de

Stephan Laudien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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