Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verlagsstandorte: 91 Prozent der Unternehmen fühlen sich wohl

30.09.2011
Was macht Standorte für Verlage attraktiv? Dieser Frage gingen Studierende der Hochschule der Medien (HdM) im Seminar „Kreativwirtschaft in der Wirtschaftsregion Stuttgart“ nach. Sie nahmen die fünf größten Verlagsstandorte – Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Stuttgart – unter die Lupe.

Die Verlage wurden in den Monaten Juni und Juli 2011 nach zentralen Faktoren für ihren Standort befragt. In die Auswertung flossen 137 gültige Antwortbögen ein, die zu 75 Prozent von Personen in leitender Funktion stammen. Dies entspricht einer Beteiligungsquote von 36 Prozent. Zwei Drittel der teilnehmenden Verlage sind Buchverlage. Ein Viertel bietet bereits digitale Produkte an, etwa die Hälfte baut diesen Bereich derzeit auf.

Zukunftsbranchen und Partnerschaften wichtig

Für die Unternehmen prägen vor allem die Ansiedlung traditioneller Verlage, der Sitz großer Medienkonzerne sowie ein dichtes Netz an Content-Lieferanten das Standortimage, wobei die Häufigkeit und die Rangfolge der Nennungen in den Verlagsregionen unterschiedlich sind. Für die Verlage spielen aber nicht nur der aktuelle Status, sondern auch die künftigen Entwicklungsmöglichkeiten eine Rolle. Für 31 Prozent, vor allem in Hamburg (45 Prozent) und München (39 Prozent), ist künftig auch die Ansiedlung von Zukunftsbranchen und -unternehmen (etwa Technologieanbieter) wichtig. Rund jeder dritte Befragte bewertete die regionalen Netzwerke mit strategischen Kooperationspartnern als gut.

Weniger etabliert sind dagegen Netzwerke, bei denen es um die Generierung von Innovationen im Verlagsbereich geht. Auch werden die Chancen einer Partnerschaft mit Hochschulen eher unzureichend ausgeschöpft. Sorge bereitet den Entscheidern der befragten Verlage, künftig ausreichend Fachkräfte zu finden. Lediglich 42 Prozent können ihren Bedarf heute in der Region decken. Nur jeder Dritte war mit dem Spektrum der vorhandenen Aus- und Weiterbildungsangebote zufrieden. „Der so genannte ‚War-for-Talents’ hat bereits begonnen. Der Zugang zu qualifizierten Absolventen und die Fortbildungsangebote für Mitarbeiter zählen künftig zu den zentralen Herausforderungen für die Verlage“, erläutern die Professoren Dr. Martin Engstler und Holger Nohr, die die Studierenden betreut haben. Die Anforderungen der Unternehmen an ihre Mitarbeiter und umgekehrt würden steigen.

Gut aufgehoben

Dabei schätzen die Mitarbeiter in den Verlagen der fünf Standorte ihre Perspektiven: Eine große Vielfalt anspruchsvoller Aufgaben wird ihnen geboten. Dies sieht fast die Hälfte aller Studienteilnehmer (46 Prozent) so und sogar mehr als drei Viertel (78 Prozent) in der Region München. Auch schätzen sie einen wachsenden Stellenmarkt in den Zukunftsbereichen wie E-Books, Online Medien und mobile Medien (46 Prozent). Die gut qualifizierten Mitarbeiter erwarten spezifische Fortbildungsangebote, mit denen nur ein gutes Drittel (36 Prozent) aktuell zufrieden ist. Aspekte wie eine gute Verkehrsanbindung, ein leistungsfähiger Personennahverkehr, vielfältige Kultur- und Freizeitangebote, die zur Lebensqualität in den großen Verlagsregionen beitragen, sind in allen untersuchten Ballungsgebieten gut abgedeckt. 91 Prozent aller Befragten fühlen sich an ihrem Standort wohl. „Die Standorte entsprechen also schon weitgehend dem gewünschten oder dem erwarteten Profil“, erläutern Engstler und Nohr. Für den idealen Standort gewinne die Vernetzung mit Zukunftsbranchen sowie das Potenzial an Innovationspartnerschaften mit Unternehmen oder Hochschulen an Bedeutung.

Standort-Image

Die einzelnen Verlagsstandorte haben für die Studienteilnehmer unterschiedliche Merkmale: Die Hauptstadt Berlin sehen sie vor allem als Treffpunkt für überregionale Events und schätzen das enge Netz an Content-Lieferanten. Frankfurt glänzt mit dem Branchenevent Buchmesse. In Hamburg sind die meisten Zukunftsbranchen zu finden, auch gehören dort die meisten digitalen Verlagsprodukte zum Angebot der Unternehmen. München ist der Standort traditioneller Verlagsmarken. Hier wächst der Stellenmarkt in Zukunftsbereichen (wie etwa den digitalen Geschäftsmodellen) und bietet gute Chancen für hoch qualifizierte Hochschulabsolventen. In Stuttgart pflegen die Verlage enge Partnerschaften mit den Hochschulen, wo sie auch geeignete Nachwuchskräfte finden. Digitalen Verlagsprodukten wird eine hohe Bedeutung beigemessen. Dafür will man sich auch neuen Partnerschaften öffnen.

Die Ergebnisse wurden in einer Studie zusammengefasst, die über das Institut für Kreativwirtschaft an der HdM zu beziehen ist.

Das Institut

Das Institut für Kreativwirtschaft an der Hochschule der Medien erforscht die
ökonomische Bedeutung, die Rahmenbedingungen und die Erfolgsfaktoren der Kreativwirtschaft sowie deren Wechselwirkungen mit anderen Industriezweigen. Dazu werden unter anderem regelmäßig empirische Studien durchgeführt.

Kontakt:

- Prof. Dr. Martin Engstler
Telefon: 0711 25706 172, E-Mail: engstler@hdm-stuttgart.de
- Prof. Holger Nohr
Telefon: 0711 25706 187, E-Mail: nohr@hdm-stuttgart.de
- Johannes Lämmerhirt
Telefon: 0711 8923 2310, E-Mail: laemmerhirt@hdm-stuttgart.de

Kerstin Lauer | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdm-stuttgart.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die Kieler Förde – ein Trainingsbecken für Miesmuscheln

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskop im Kugelschreiberformat: Auf dem Weg zur endoskopischen Krebsdiagnose

28.04.2017 | Medizintechnik

Leipziger Forscher kreieren borhaltiges künstliches Vitamin

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie