Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verhütungsspritze für den Mann

01.12.2009
Universitätsklinikum Halle (Saale) beteiligt sich an weltweiter Studie – Teilnehmer werden gesucht

Das Zentrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie des Universitätsklinikums Halle (Saale) beteiligt sich an einer weltweiten klinischen Studie über eine Verhütungsspritze für den Mann.

Diese wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der US-amerikanischen Forschungsorganisation CONRAD mit etwa 400 Paaren durchgeführt, davon werden etwa 30 in Halle untersucht und behandelt. „Wir sind stolz, zu den zehn Zentren weltweit zu gehören, die nach einer strengen Prüfung ausgewählt worden sind“, sagt Professor Dr. Hermann M. Behre, Direktor des Zentrums.

Während der Studie testen die Männer ein hormonelles Verhütungsmittel. Die Teilnehmer bekommen alle acht Wochen das Hormon Testosteron und ein Gestagen injiziert. „Durch die Gabe dieser Sexualhormone wird die Spermienbildung in den Hoden eingestellt“, erklärt der Andrologie-Professor. Nach drei bis sechs Monaten produziert der Körper keine Spermien mehr. „Die Sicherheit ist nach unseren Erfahrungen genauso hoch wie bei der Pille für die Frau.“ Dieser Prozess ist umkehrbar, wenn die Hormongabe eingestellt wird. Es entsteht damit keine dauerhafte Zeugungsunfähigkeit.

Derzeit sucht das Team um Professor Behre noch interessierte Paare. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten gesund (keine chronischen oder schwer wiegenden Erkrankungen) sowie zwischen 18 und 38 Jahren (Frauen) und 18 und 45 Jahren (Männer) alt sein. Zudem sollte die Partnerschaft seit mindestens einem Jahr bestehen. Professor Behre: „Die Teilnehmer werden während der Studie umfassend ärztlich betreut.“ Vor Beginn der Hormongabe werden die Paare genau untersucht und befragt. Danach müssen die Männer in der Verhütungsphase alle acht Wochen zur Untersuchung und Spritzengabe in das Universitätsklinikum kommen. Die Gesamtdauer der Studie beträgt etwa zweieinhalb Jahre. Für den zeitlichen Aufwand werden die Paare finanziell entschädigt. Kontakt über zra@medizin.uni-halle.de

Vorstudien hatten bereits die Wirksamkeit der Methode bestätigt. Die aktuelle Studie soll die Sicherheit und Akzeptanz der Methode bei Paaren untersuchen. „Wir sehen in der Verhütungsspritze einen wichtigen Ansatz für eine neue Verhütungsmethode und damit auch mehr Verantwortung für den Mann“, sagt der Direktor des halleschen Reproduktions- und Andrologiezentrums. Daher werde die Studie auch durch die WHO mit öffentlichen Mitteln gefördert. Die Verhütungsspritze könnte in der Mitte des kommenden Jahrzehnts Marktreife erlangen. An der Methode wird bereits seit mehr als 20 Jahren geforscht. Die Gabe des Testosterons hat sich bereits seit vielen Jahren bewährt, wurde allerdings in Deutschland für die Verhütung bisher nicht eingesetzt.

Jens Müller
Unternehmenskommunikation
Leiter und Pressesprecher
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Medizinische Fakultät der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)
Tel: (0345) 557-1032
Fax: (0345) 557-5749

Jens Müller | Universitätsklinikum Halle (Saal
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften