Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vegetarische Affen werden Klimawandel nicht überleben

06.01.2010
Afrikanische Primaten stärker gefährdet als südamerikanische

Mit der Klimaerwärmung sieht es für die Zukunft der blätterfressenden Primaten Afrikas nicht gerade gut aus. Selbst ein Temperaturanstieg um nur zwei Grad Celsius würde den Tieren in Afrika sehr stark zusetzen, kommen Forscher der Universitäten Bournemouth, Roehampton und Oxford im Fachmagazin Animal Behaviour zum Schluss.

Im Vergleich dazu würde ein solcher Temperaturanstieg den Primaten in Südamerika keine Überlebensprobleme bereiten. Sie würden erst ab einem Anstieg von rund vier Grad Celsius in Bedrängnis kommen, da passende Lebensräume immer stärker fragmentiert würden. Kleine abgeschiedene Populationen sind mehr gefährdet, auszusterben.

Ruhezeiten als Schlüsselfaktor

Die Vorhersagen basieren auf Analysen der ökologischen Bedingungen, die bestimmen wie lange Tiere etwa brauchen, um sich auszuruhen. Die Forscher haben entdeckt, dass Tiere, die länger brauchen, um sich auszuruhen auch weniger Zeit haben, um sich auf Nahrungssuche zu begeben und soziale Bindungen einzugehen. Obwohl Primaten Fähigkeiten haben, sich vor der Sonnenhitze zu schützen, suchen sie nach Rastplätzen, wenn es zu heiß wird.

Die Ruhezeit wird von verschiedenen Faktoren bestimmt: Dem prozentuellen Anteil von Blättern in der Nahrung, Temperaturschwankungen sowie der mittleren Jahrestemperatur. Wenn diese drei Effekte zusammenspielen, kommen die Tiere nicht mehr zurecht und Populationen sterben aus. Das Problem bei den afrikanischen Primaten ist ihr geografisch sehr begrenztes Habitat in der Äquatornähe. Das gilt nicht für die Früchtefresser wie etwa Paviane oder Meerkatzen, die einen wesentlich größeren Lebensraum besiedeln.

Überraschende Ergebnisse

Anders verhält es sich mit der Unterscheidung von blätter- und früchtefressenden Primaten in Südamerika. Das ist auch der Grund, warum diese Arten weniger gefährdet sind. Die Ursache dafür liegt wahrscheinlich in der speziellen ökologischen Adaptierung an anspruchsvolle Habitate der Alten-Welt-Affen Afrikas.

"Die Überlegung, dass die Ruhezeit der Tiere zum Schlüsselfaktor für ihr Überleben wird, ist bisher nicht bekannt gewesen", meint Studien-Hauptautorin Amanda Korstjens von der Bournemouth University http://home.bournemouth.ac.uk . Die Studie mache allerdings deutlich, dass die Zeit zur Nahrungssuche und zur Sozialisation eine wesentliche Rolle in Zusammenhang mit der Klimaerwärmung spielt.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://home.bournemouth.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten