Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ursachenforschung zum Typ-1-Diabetes bei Jugendlichen

22.02.2011
Zwischenbilanz nach zwei Jahren TEENDIAB-Studie: Seit circa zwei Jahren läuft deutschlandweit die TEENDIAB-Studie. Ziel der Beobachtungsstudie ist es herauszufinden, warum Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und achtzehn Jahren an Typ-1-Diabetes erkranken.

Die Beantwortung dieser Frage soll dabei helfen, in möglichst naher Zukunft Techniken zur Verhinderung von Typ-1-Diabetes zu entwickeln. Durchgeführt wird die TEENDIAB-Studie von Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler, der Leiterin der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München.

242 Kinder beteiligen sich bisher an der Studie; ihre Teilnahme an den regelmäßigen Check-ups bildet die Grundlage der Forschung auf diesem Gebiet. Durch ihr Mitwirken helfen die Kinder und ihre Familien dabei, die Frage nach dem „Warum“ einer Diabeteserkrankung zu beantworten. Was spielt eine Rolle – Ernährung, Sport, Pubertät? Derzeit kann diese Frage noch nicht beantwortet werden.

Die TEENDIAB-Studie nimmt Kinder auf, in deren engem familiärem Umfeld (Mutter, Vater oder Geschwisterkind) Typ-1-Diabetes aufgetreten ist, die selbst aber nicht erkrankt sind. Aufgrund der familiären Belastung haben diese Kinder dennoch ein höheres Erkrankungsrisiko. Dazu kommt, dass die Zahl der Neuerkrankungen unabhängig von der familiären Konstellation stark ansteigend ist – ohne Anzeichen, dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren ändern würde. Derzeit sind in Deutschland circa 25.000 Kinder und Jugendliche an Typ-1-Diabetes erkrankt; damit handelt es sich um die häufigste Stoffwechselerkrankung in diesem Alter.

Die Teilnahme an der TEENDIAB-Studie bringt Vorteile für die Jugendlichen und ihre Familien: Ein zentraler Punkt der TEENDIAB-Studie ist die Messung der diabetesspezifischen Antikörper, der Inselautoantikörper. Deren positiver Nachweis weist auf eine Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen hin, bedeutet aber nicht die definitive Entstehung der Krankheit. Wird im Rahmen dieser Untersuchung ein erhöhtes Risiko festgestellt, kann ein unerwarteter Krankheitsausbruch mit schweren Stoffwechselentgleisungen vorgebeugt werden. Ein frühzeitiger Beginn der Therapie wird ermöglicht. Ist der Nachweis der Inselautoantikörper negativ, können die Familien beruhigt sein: Aktuell ist die Wahrscheinlichkeit einer Diabeteserkrankung dann nicht erhöht. Ein weiterer Vorteil für die Studienteilnehmer besteht darin, dass regelmäßig überprüft wird, ob weitere Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel der Schilddrüse auftreten.

Damit die Aussagekraft der Studie so groß wie möglich wird, sucht TEENDIAB weiterhin Familien, die teilnehmen möchten und dadurch helfen, die Ursachen von Typ-1-Diabetes zu untersuchen.

Die TEENDIAB-Studie nimmt Kinder auf

o ab dem Alter von acht Jahren bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres
o in deren Familie mindestens ein Elternteil oder Geschwisterkind Typ-1-Diabetiker ist

Interessierte Familien können sich melden bei der

Forschergruppe Diabetes der Technische Universität München
Leitung Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler
Lehrstuhl Diabetes und Gestationsdiabetes
Kölner Platz 1, 80804 München
Kostenlose Tel. 0800-8284868
E-Mail: TEENDIAB@lrz.tu-muenchen.de
oder beim
Kinderkrankenhaus auf der Bult
Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche
Leitung: Prof. Dr. Olga Kordonouri
Studienkoordinatorin: Sarah Bläsig
Janusz-Korczak-Allee 12, 30173 Hannover
Telefon: 0511 8115-3340 oder -3342
E-Mail: TEENDIAB@hka.de
Weitere Informationen: http://www.teendiab.de
Pressekontakt:
Christine Huber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Forschergruppe Diabetes
der Technischen Universität München
Leitung: Univ.-Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler
Kölner Platz 1, 80804 München
Tel. 089/ 3187 2547
E-Mail: christine.huber@lrz.uni-muenchen.de

Christine Huber | idw
Weitere Informationen:
http://www.teendiab.de
http://www.kompetenznetz-diabetes-mellitus.net

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie