Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untreue steht uns ins Gesicht geschrieben

20.12.2012
Laut Forschern der University of Western Australia (UWA) liegt tatsächlich ein Körnchen Wahrheit in der Behauptung, man könne Untreue im Gesicht eines Menschen lesen.

Vor allem Frauen haben den Bogen raus. Darauf deutet zumindest die Studie von Professorin Gillian Rhodes, Professor Leigh Simmons und Forscherin Grace Morley hin,die Anfang Dezember in der Forschungszeitschrift "Biology Letters" veröffentlicht wurde.

Die Teilnehmer der Studie sollten das Gesicht fremder Menschen drei Sekunden lang betrachten und daraufhin urteilen, ob es sich um eine treue und/oder vertrauenswürdige Person handelt. Die einzuschätzenden Personen hatten vorab in einem anonymen Fragebogen Angaben darüber gemacht, ob sie in der Vergangenheit bereits einen Partner betrogen oder jemandem den Partner ausgespannt hatten.

Laut Professor Simmons, dem Leiter des evolutionsbiologischen Zentrums der UWA, legten Frauen dabei eine weitaus höhere Treffsicherheit an den Tag als Männer und konnten sehr genau einschätzen, ob ihnen ein Fremdgänger gegenübersaß. In nur 38 Prozent der Fälle schätzten die Frauen ihr Gegenüber falsch ein, während die Männer in 77 Prozent der Fälle daneben lagen.

"Besonders erstaunlich war, dass die Treffsicherheit der Frauen weit oberhalb des Zufallswertes lag. Es bestand ein konkreter Zusammenhang zwischen der Einschätzung der Frauen und dem tatsächlichen Verhalten des männlichen Gegenübers. Männern gelang dies umgekehrt kaum", betonte Professor Simmons. Seiner Meinung nach ist die Diskrepanz zwischen Männern und Frauen auf diverse Faktoren zurückzuführen: "Frauen haben im Laufe der Zeit eine bessere Fähigkeit entwickelt, Menschen genau einzuschätzen, da Fehlentscheidungen auf Frauen grundsätzlich stärker zurückfallen.

Männer dagegen trafen im Rahmen der Studie eine Fehlentscheidung nach der anderen, was unter Umständen darin begründet ist, dass die meisten Männchen in der Tierwelt - und natürlich Männer - weniger Ansprüche an ihre Partnerin haben, da sie weniger zu verlieren haben, wenn sich diese als untreu entpuppt. Klar stehen sie letztlich als gehörnter Ehemann da, sie müssen sich dabei jedoch nicht mit weiteren Dingen, wie Schwangerschaft, Geburt und Kinderziehung, beschäftigen. Dies trifft nun mal einzig und allein auf Frauen zu. Männer haben außerdem mehr Möglichkeiten, Nachwuchs mit weiteren Partnerinnen zu zeugen."

Das Forscherteam ist der Meinung, dass ihre Studie erstmals einen Beweis dafür liefert, dass man Untreue tatsächlich im Gesicht eines Menschen lesen kann. Während sich bisherige Studien darauf konzentriert haben, Untreue aufgrund beispielhafter Verhaltensmuster zu entlarven, zeigen die aktuellen Untersuchungsergebnisse, dass man allein durch das Studieren des Gesichts einer fremden Person Rückschlüsse auf ihr Treueverhalten ziehen kann.

Die Forscher haben im Rahmen der Studie ebenfalls herausgefunden, dass attraktivere Menschen grundsätzlich als vertrauenswürdiger eingeschätzt werden. Es kommt wohl zu einem so genannten Halo-Effekt, was bedeutet, dass die Attraktivität die Personenbeurteilung so stark beeinflusst, dass andere Merkmale der Person stark in den Hintergrund gedrängt werden.

"Äußerst interessant war auch, dass Testpersonen, die den Stempel "untreu" aufgedrückt bekamen,nicht notgedrungen auch als unglaubwürdig eingeschätzt wurden. Offensichtlich handelt es sich dabei um zwei Paar Schuhe und man sucht Gesichter nach unterschiedlichen Anhaltspunkten ab", erklärte Professor Simmons.

Weitere Informationen:

Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
oder
W/Prof Leigh Simmons
Centre for Evolutionary Biology
The University of Western Australia
leigh.simmons@uwa.edu.au
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist das gemeinnützige Studierendensekretariat aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Europa, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ceb.uwa.edu.au/our_people/leigh_simmons

Weitere Berichte zu: Fehlentscheidung Ranke-Heinemann Treffsicherheit Untreue

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

nachricht »Zweites Leben« für Smartphones und Tablets
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics