Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untreue Menschen sind verschwenderisch

07.09.2009
Impulsives Verhalten in Gesundheit und Finanzen geht einher

Wer mit Geld unvernünftig umgeht, zeigt häufig auch andere impulsive Verhaltensweisen wie etwa übermäßiges Essen, Rauchen oder Untreue in der Partnerschaft.

Zu diesem Schluss kommen Psychologen vom Zentrum für ökonomisches Lernen und soziale Evolution am University College London http://else.econ.ucl.ac.uk in einer Befragung von 40.000 Menschen, die auf der Homepage der BBC durchgeführt wurde. Die Teilnehmer wurden gefragt, ob sie lieber umgerechnet 50 Euro in drei Tagen oder 80 in drei Monaten geschenkt bekommen wollen. Aus weiteren erhobenen Angaben erzielten die Wissenschaftler um Stian Reimers Rückschlüsse auf Zusammenhänge.

"Es zeigte sich, dass diejenigen, die zu impulsiven Verhaltensweisen wie Rauchen, Drogenkonsum oder Kontrollverlust beim Essen neigen, viel eher die 50 Euro gleich nehmen als auf die 80 warten", berichtet der Studienleiter im pressetext-Interview. Bei der Kontrollfrage nach dem Kaffeekonsum, der keine negative Auswirkungen für die Zukunft erwarten lässt, war dieser Zusammenhang nicht gegeben. Erklären könne man das durch unterschiedliche Perspektiven auf die Folgen.

"Menschen, die Geld lieber sofort haben, genießen lieber sofort und ignorieren die Schäden, die das Verhalten für die Zukunft bedeuten kann. Das berifft etwa die langfristige Gesundheit."

Impulsive Geldentscheidungen waren eher bei jungen Menschen zu finden sowie bei Personen mit niedrigerer Bildung oder schlechtem Einkommen. "Die Relation der Antworten lag in der Studie 50:50, wobei anzunehmen ist, dass jede Gruppe das Verhalten der anderen kaum nachvollziehen kann", so Reimers. Impulsiv reagierende Menschen gaben auch viel häufiger an, in der Vergangenheit ihrem Partner bereits untreu gewesen zu sein. "Allerdings ist diese Angabe mit Vorsicht zu genießen. Es wäre auch möglich, dass die nicht-impulsiven Untreuen Hemmungen hatten, über dieses Verhalten bei der Befragung Auskunft zu geben", gibt der Psychologe zu bedenken.

Angesichts der Tendenz der Briten, finanziell und gesundheitlich immer wenig vernünftig zu handeln, hält Reimers die Kontrolle des impulsiven Verhaltens für dringend nötig. Gelingen könne dies, indem man seine Entscheidungen stets am langfristigen Glück statt an der sofortigen Befriedigung orientiere. "Die Überlegung hilft bereits, wie man heutige Entscheidungen in einem Jahr beurteilen wird. Man kann sich weiters vornehmen, Entscheidungen nie in der Hitze des Gefechts zu treffen, oder überlegt, welchen Rat man anderen in derselben Situation geben würde", so der Lernpsychologe.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://else.econ.ucl.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kontinentalrand mit Leckage

27.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das anwachsende Ende der Ordnung

27.03.2017 | Physik Astronomie

Einfluss der Sonne auf den Klimawandel erstmals beziffert

27.03.2017 | Geowissenschaften