Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untersuchung zum Schlafmangel junger Eltern

22.03.2010
So sehr sich die meisten werdenden Mütter und Väter auf ihren Nachwuchs freuen, ist doch die Zeit von Schwangerschaft, Geburt und erstem Lebensjahr geprägt von zahlreichen Veränderungen und häufig auch von Schlafmangel.

Irgendwann haben viele Eltern nur noch den einen Wunsch, endlich wieder einmal wenigstens eine Nacht lang durchschlafen zu können. Doch welche Auswirkungen haben die zahlreichen durchwachten Nächte wirklich auf die Gesundheit? Dieser Fragestellung gehen Psychologen der TU Dresden im Rahmen einer Studie zum Schlaf junger Eltern nach.

Christiane Berndt, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt, beschreibt das Ziel der gesamten Studie: "Wir wollen diese Veränderungen im Schlaf, des Schlafverhaltens und der Schlafqualität dokumentieren. Ein weiterer Schwerpunkt besteht darin, die Auswirkungen des Schlafs auf das Immunsystem, den Stoffwechsel, das Herz-Kreislaufsystem, geistige Funktionen und psychisches Wohlbefinden zu ergründen."

Das Potenzial dieser Studie liegt auf der Hand. Wenn untersucht und geklärt ist, ob und wie sich die Veränderungen des Schlafes bei jungen Eltern auf ihre Gesundheit auswirken, will der Professor für Biopsychologie, Clemens Kirschbaum, neue Fragestellungen verfolgen: "Zum Beispiel interessiert uns, warum nicht alle Eltern nach der Geburt ihres ersten Kindes automatisch schlechter schlafen. Liegt das nur daran, dass sie besser schlafende Babys haben? Oder schlafen manche Babys besser, weil sie ausgeschlafene Eltern haben? Ebenso werden wir untersuchen, ob der physiologisch so wichtige Nachtschlaf tagsüber kompensiert werden könnte." In jedem Fall wollen die Psychologen der TU Dresden aus den Ergebnissen ihrer Studie Tipps für Hebammen und Ärzte zur besseren Beratung und Betreuung der Eltern und Kinder ableiten.

Eine erste umfassende Untersuchung der Studienteilnehmer findet in der 16. bis 24. Schwangerschaftswoche statt. Kurz nach der Geburt des Kindes werden mehrere Telefoninterviews durchgeführt. Eine zweite Untersuchung, die genau wie die erste abläuft, folgt dann im 9. oder 10. Lebensmonat des Kindes.

Bei den Untersuchungen werden beispielsweise Parameter wie Schlafdauer und
-intensität erfasst. Außerdem führen die Studienteilnehmer ein Schlaftagebuch. Darüber hinaus werden Speichel- und Haarproben genommen, da sowohl im Speichel als auch im Haar das Stresshormon Cortisol nachgewiesen werden kann.

Eine Blutuntersuchung gibt dann noch Aufschluss über Art und Anzahl der verschiedenen Blutzellen. So können Aussagen über die Aktivität des Immunsystems gewonnen werden. Um die Untersuchungen, die übrigens komplett zu Hause bei den Studienteilnehmern stattfinden können, abzurunden, wird auch noch die nächtliche Herztätigkeit mit einem kleinen handlichen EKG-Gerät aufgezeichnet.

Anschließend werden die Studienteilnehmer ins Labor an die TU Dresden eingeladen, um hier noch Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnisleistungen testen zu lassen.

Neben all diesen harten Daten interessiert die Psychologen aber auch das subjektive Erleben der Eltern. Christiane Berndt betont, dass viele Angaben, die für die Studie benötigt werden, weder im Blut noch im Speichel oder Haar gemessen werden können. "Deshalb setzen wir Fragebögen ein, mit denen die Eltern zu ihrem psychischen und physischen Wohlbefinden, zum Stresserleben und der Wahrnehmung der momentanen Lebenssituation befragt werden."

Bisher haben sich 150 werdende Eltern gemeldet, um an der Studie mitzuwirken. Die meisten von ihnen haben ihren ersten Untersuchungstermin, der in der Schwangerschaft stattfindet, hinter sich. Die ersten Kinder der Schlafstudie sind inzwischen geboren. Weitere Studienteilnehmer werden gesucht und können sich per E-Mail oder Telefon melden unter schlafstudie@biopsych.tu-dresden.de bzw. im Studienkontaktbüro unter Tel. 0351 463-32862 oder sich auf der Studienhomepage informieren: www.schlafstudie-dresden.de.

Informationen für Journalisten:
Christiane Berndt
Tel.: 0351 463-39583
E-Mail: berndt@biopsych.tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de
http://www.schlafstudie-dresden.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie