Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unterleib-Fettschürze begünstigt Eierstockkrebs

02.11.2011
Grundlage für Forschung - Protein FABP4 von großer Bedeutung

Eine Fettschürze am Bauch begünstigt die Ausbreitung von Eierstockkrebs. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der University of Chicago. In 80 Prozent der Fälle breitete sich der Krebs bei der Diagnose in dieser Schürze, das sogenannte Omentum, aus. Haben die Krebszellen einmal das Omentum erreicht, übernehmen sie es.

Experten wie Kat Arney von Cancer Research UK http://cancerresearchuk.org betont, dass diese Studienergebnisse einen wichtigen Beitrag zum Verständnis dieser Krankheit darstellen. Allein in Großbritannien ist Eierstockkrebs die fünfthäufigste Krebsart bei Frauen, schreibt die BBC.

Omentum zieht Tumorzellen an
Das Omentum liegt im oberen Bauchbereich, nahe am Magen. Es hilft die umliegenden Organe zu stützen, ist aber nicht von entscheidender Bedeutung. Häufig übertrifft das Krebswachstum im Omentum das Wachstum des ursprünglichen Tumors. Das Team um Ernst Lengyel injizierte Eierstockzellen in den Bauchbereich von gesunden Mäusen. Sie erreichten das Omentum innerhalb von nur 20 Minuten. Es zeigte sich, dass vom Omentum abgegebene Proteinsignale die Tumorzellen anzogen. Eine Störung dieser Signale verringerte die Anziehung um mindestens 50 Prozent. Hatten die Krebszellen das Omentum erreicht, veränderten sie sich und ernährten sich dann von den Fettzellen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Protein FABP4 für diesen Vorgang von entscheidender Bedeutung und daher auch ein Ansatzpunkt für neue Behandlungsformen sein könnte. Tumorzellen neben den Fettzellen des Omentums produzieren bei näherer Untersuchung große Mengen an FABP4. Krebszellen, die weit von den Fettzellen entfernt sind, tun das nicht. Wurde die Aktivität von FABP4 blockiert, wurde auch der Transfer der Nährstoffe von den Fettzellen zu den Krebszellen drastisch reduziert. Das Tumorwachstum verringerte sich und auch die Fähigkeit des Tumors neue Blutgefäße zu bilden, nahm deutlich ab.

Fettstoffwechsel spielt wichtige Rolle
Laut Lengyel entsprechen die Zellen des Ometums biologisch gesehen in etwa Flugzeugtreibstoff. "Sie ernähren die Krebszellen und ermöglichen ihnen sich rasch zu vermehren. Wenn wir mehr über diesen Vorgang wüssten, könnten wir auch Verfahren finden, um ihn zu unterbrechen." Die aktuellen Forschungsergebnisse legen nahe, dass der Fettstoffwechsel auch bei der Entwicklung anderer Krebsformen wie Brustkrebs sowie Magen- und Darmkrebs eine Rolle spielt. Details der Studie wurden in Nature Medicine http://nature.com/nm veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://uchicago.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen