Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie werden Universitäten geführt?

23.02.2010
Neues Forschungsprojekt der Leibniz Universität Hannover und der HIS GmbH

Universitäten gelten als Expertenorganisationen. Welche Konsequenzen hat dies für ihre Leitung? Wie gehen Präsidentinnen und Präsidenten, Rektorinnen und Rektoren deutscher Universitäten vor dem Hintergrund ihrer gestärkten Führungsposition mit widersprüchlichen gesellschaftlichen Anforderungen, hohem Reformdruck und internen Widerständen um? Kurzum: Wie gestalten sie institutionelle Veränderungsprozesse?

In den kommenden drei Jahren wird das DFG-Forschungsprojekt "Universitätspräsidenten als institutional entrepreneurs" der Leibniz Universität Hannover und der HIS Hochschul-Informations-System GmbH diesen Fragen nachgehen und damit eine Forschungslücke schließen.

Das deutsche Hochschulsystem verändert sich grundlegend. Parallel dazu wandelt sich auch die Rolle der Hochschulleitungen. So sind die Präsidien und Rektorate in den letzten Jahren durch die Landesgesetzgeber deutlich gestärkt worden: Mit der Zunahme hauptamtlicher Führungspositionen, verlängerten Amtszeiten sowie einem umfangreichen Aufgaben- und Kompetenzzuwachs sollen Entscheidungsblockaden überwunden und die Gesamtinteressen der Organisation nachhaltig gestärkt werden. So hofft man, die Steuerungsprobleme an den Hochschulen in den Griff zu bekommen.

Zugleich wird von den Hochschulleitungen auch deutlich mehr erwartet als früher: Die Spitze einer Universität fungiert heute als Adressat für eine Vielzahl von Leistungs- und Veränderungsansprüchen, die oft im Gegensatz zu etablierten Routinen, Rollen und Praktiken in Hochschule und Wissenschaft stehen.

Vor diesem Hintergrund konzentriert sich das Forschungsprojekt des Instituts für Soziologie der Leibniz Universität Hannover und der HIS GmbH auf die Führungsrolle von Präsident/inn/en und Rektor/inn/en deutscher Universitäten. Aus Sicht des Neoinstitutionalismus werden letztere als "institutional entrepreneurs" verstanden, d. h. als Akteure, die für die Veränderung und Konsolidierung neuer institutioneller Regelungen und Strukturen sorgen. Weitgehend unerforscht ist, aufgrund welcher Rahmenbedingungen und mit Hilfe welcher Praktiken es den Führungskräften gelingt, tiefgreifende Neuerungen an ihren Einrichtungen voranzutreiben.

Zur Schließung dieser Forschungslücke geht das Forschungsvorhaben einerseits der Frage nach, wodurch die Leiterinnen und Leiter deutscher Universitäten zu institutionellen Entrepreneuren werden: Mithilfe welcher Umweltbedingungen und Organisationsmerkmale gestalten sie erfolgreich den Wandel? Andererseits werden die kommunikativen und institutionellen Praktiken analysiert, mit denen sie Veränderungsprozesse umzusetzen suchen.

Insgesamt sind zehn Fallstudien an verschieden positionierten deutschen Universitäten geplant. Dabei stehen Interviews mit den Präsident/inn/en und Rektor/inn/en im Mittelpunkt. Ergänzend werden Gespräche mit weiteren Akteuren geführt sowie dokumentenanalytische Verfahren eingesetzt. Derzeit steht das Forschungsdesign des im Januar gestarteten Projekts vor dem Abschluss. In Kürze wird die Projektleitung dann an Leiterinnen und Leiter ausgewählter Universitäten mit der Bitte um Mitwirkung an diesem innovativen Forschungsvorhaben herantreten.

Nähere Auskünfte

Dr. Bernd Kleimann
HIS GmbH
Tel.: 0511 1220-162
E-Mail: kleimann@his.de
Prof. Dr. Eva Barlösius
Leibniz Universität Hannover
Tel.: 0511 762-5432
E-Mail: e.barloesius@ish.uni-hannover.de
Nadja Bieletzki
Leibniz Universität Hannover
Tel.: 0511 762-17306
E-Mail: n.bieletzki@ish.uni-hannover.de
Pressekontakt
Theo Hafner
HIS GmbH
Tel.: 0511 1220-290
E-Mail: hafner@his.de
Astrid Richter
HIS GmbH
Tel.: 0511 1220-382
E-Mail: a.richter@his.de
Pressestelle Leibniz Universität Hannover
Tel. 0511 762-5342
E-Mail: info@pressestelle.uni-hannover.de
Über die Leibniz Universität Hannover
An der Leibniz Universität Hannover lernen rund 21.000 Studierende an neun Fakultäten. Mit mehr als 160 Studien- und Teilstudiengängen verfügt die Universität über ein besonders breites Fächerspektrum. Etwa 1100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in rund 160 Instituten. Weltweite Kooperationen und international wettbewerbsfähige Spitzenforschung werden groß geschrieben.

Über die HIS GmbH

Die HIS Hochschul-Informations-System GmbH unterstützt die Hochschulen und ihreVerwaltungen sowie die staatliche Hochschulpolitik als Dienstleister im Bemühen um eine effektive Erfüllung ihrer Aufgaben. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Aktivitäten
o als Softwarehaus der Hochschulverwaltungen
o im Sektor Hochschulforschung in Form von empirischen Untersuchungen und anderen Expertisen

o im Bereich Hochschulentwicklung mit den zentralen Themenfeldern Hochschulmanagement, Hochschulorganisation und Hochschulbau

Theo Hafner | idw
Weitere Informationen:
http://www.his.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau