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Unausgeschöpfte Potenziale in der Kita-Platzvergabe

08.11.2013
Die Verfügbarkeit von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren ist eine wichtige Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Neben dem Angebot an Plätzen ist aber auch ein effizientes System der Platzvergabe von Bedeutung. Eine Studie des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung kommt zu dem Ergebnis, dass durch die Umstellung von der derzeit praktizierten dezentralen Organisation auf ein zentrales Vergabesystem die verfügbaren Plätze schneller und besser zugeteilt werden können.

Angesichts der Knappheit von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren stehen viele Eltern vor dem Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Einschränkungen, die sich daraus für die Erwerbstätigkeit ergeben, sind sowohl aus individueller als auch aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive mit Wohlfahrtsverlusten verbunden. Aus diesem Grund fördert die Bundesregierung den Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten. Seit dem 1. August 2013 besteht in Deutschland ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

Aber nicht nur das Angebot, sondern auch die schnelle und passgenaue Vergabe von freien Plätzen ist entscheidend. Derzeit werden die Betreuungsplätze in vielen deutschen Städten und Kommunen dezentral von den Kindertagesstätten selbst vergeben. Diese Vergabepraxis besitzt aber erhebliche Nachteile. Für Eltern ist die Suche nach einem Betreuungsplatz mit hohem Zeit- und Organisationsaufwand verbunden. Um das Risiko zu vermindern, am Ende keinen Betreuungsplatz zu erhalten, melden Eltern ihre Kinder oft bei mehreren Einrichtungen an. Werden angebotene Plätze dann nicht rechtzeitig zu- oder abgesagt oder wird eine Entscheidung in der Hoffnung auf einen anderen, bevorzugten Platz hinausgezögert, verlangsamt dies den Vergabeprozess, was in der Folge zu langen Wartelisten führt.

Eine zentrale Vergabe von Betreuungsplätzen würde hingegen zu erheblichen Verbesserungen führen. In einer aktuellen Untersuchung hat das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsfor-schung (NIW) beide Vergabesysteme (dezentral und zentral) unter Verwendung von Simulationen von verschiedenen Szenarien miteinander verglichen.

Die Ergebnisse sprechen deutlich für eine zentrale Vergabe. Sie kann die zur Verfügung stehenden Plätze wesentlich schneller zuteilen. Dies liegt unter anderem daran, dass der zentralen Vergabestelle sowohl die zur Verfügung stehenden Plätze als auch alle Informationen und Präferenzen der Eltern und Betreuungseinrichtungen bekannt sind. Dadurch können Rückmeldefristen verkürzt bzw. eingespart werden. Die Vergabe erfolgt zugleich mit höherer Passgenauigkeit entsprechend der Elternwünsche.

Außerdem würde die Einführung eines solchen Systems den Verwaltungsaufwand der Kindertagesstätten verringern und den Eltern mehr Planungssicherheit bieten.

Tobias Meyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.niw.de

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