Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unabhängig leben, auch wenn das Gedächtnis manchmal nachlässt

06.04.2009
Rund 300 Patienten und 45 Arztpraxen beteiligen sich am brandenburgischen Demenznetzwerk - Greifswalder Studie wertet Ergebnisse aus

Das Risiko an Demenz zu erkranken, steigt im Alter deutlich an. Viele Patienten und Angehörige wenden sich in Verdachtsfällen meist viel zu spät an den Hausarzt. Oftmals ist die Angst vor der Diagnose, die das "große Vergessen" bestätigen könnte, zu groß und die Verdrängung siegt.

Dabei kann eine frühzeitige Diagnosestellung helfen, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und abzumildern. Haus- und Fachärzte bieten daher Früherkennungstests als Vorsorgeleistung an. So können alle Beteiligten, insbesondere auch die Angehörigen, rechtzeitig aktiv handeln und sich in speziellen Demenznetzen langfristige Unterstützungsleistungen sichern. Die unabhängige Lebensführung kann so häufig über einen wesentlich längeren Zeitraum gewährleistet werden.

Wie effektiv neuartige Demenznetzwerke für Betroffene und ihre Familien arbeiten, untersuchen gegenwärtig Wissenschaftler des Instituts für Community Medicine in einer Studie. Im Mittelpunkt steht dabei das seit 2004 wachsende Demenznetzwerk im brandenburgischen Landkreis Uckermark unter Federführung des Krankenhauses Angermünde und des Asklepios Klinikums Uckermark in Schwedt. Das komplexe Behandlungs- und Beratungsangebot wird in enger Kooperation mit Medizinern, Psychologen, Pflegekräften und Sozialarbeitern kontinuierlich weiter entwickelt. Die IDemUck-Studie (Interdisziplinäres Betreuungs- und Behandlungsnetz für Demenzpatienten im Landkreis Uckermark) unter Leitung von Prof. Wolfgang Hoffmann vom Institut für Community Medicine der Universität Greifswald wird als eines von bundesweit 14 "Leuchtturmprojekten" durch das Bundesministerium für Gesundheit unterstützt. Erste Ergebnisse sollen Anfang 2010 vorgestellt werden.

Die Studie soll vor allem die Wirksamkeit des Betreuungsnetzes in Brandenburg aufzeigen und ausloten, in welchen Bereichen gezielt nachgesteuert werden muss. Ziel ist eine optimale Hilfestellung für die Familien, um möglichst lange ein eigenständiges Leben im gewohnten Umfeld zu sichern. Im Rahmen der Studie werden Patienten und deren Angehörige von Studienmitarbeiterinnen im Krankenhaus Angermünde und im Asklepios Klinikum Schwedt eingehend befragt. Der behandelnde Arzt des Patienten führt dazu im Vorfeld einen Test durch, der die Gedächtnisleistungen misst. Die Teilnahme an der IDemUck-Studie erfolgt auf freiwilliger Basis und ist kostenfrei. Jeder Teilnehmer der Studie trägt dazu bei, die Betreuungs- und Unterstützungsangebote für Demenzpatienten und deren Angehörige zu verbessern. Aktuell nehmen rund 300 Probanden, 45 Hausarztpraxen und 13 Sozialeinrichtungen im Landkreis Uckermark an der Studie teil, die noch bis Ende Februar 2010 läuft.

Interessenten können sich jederzeit an ihren Hausarzt im Landkreis Uckermark oder an die Kliniken in Angermünde und Schwedt wenden. Nähere Informationen werden auch im Internet (http://www.idemuck.de) bereit gestellt.

Ansprechpartner Universitätsklinikum Greifswald
Institut für Community Medicine
Abt. Versorgungsepidemiologie und Community Health
Ellernholzstraße 1-2, 17475 Greifswald
Projektleitung: Prof. Dr. med. Wolfgang Hoffmann, MPH
T +49 3834 86-77 50
E wolfgang.hoffmann@uni-greifswald.de
Wissenschaftliche Leitung: Konstanze Fendrich
T +49 3834 86-77 55
E konstanze.fendrich@uni-greifswald.de
Wissenschaftliche Koordination: Dr. Stefan Weiß/Romy Heymann
T +49 3834 86-77 53
E romy.heymann@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.community-medicine.de
http://www.klinikum.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie