Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umfrage: Deutsche Unternehmen planen bis Ende 2010 weniger Innovationen

29.06.2009
Mehr Beschäftigung durch Innovation - Hemmnis Bürokratie

In der Wirtschaftskrise nimmt auch die Innovationsbereitschaft von Unternehmen ab. Während im Zeitraum zwischen 2005 und 2007 noch 72 Prozent der Unternehmen in Deutschland mindestens eine Produkt- oder Verfahrensneuerung eingeführt haben, planen nur 62 Prozent der Unternehmen bis 2010 weitere Neuerungen zu entwickeln.

In 14 von 16 Bundesländern werden die Aktivitäten teilweise deutlich heruntergefahren. Das zeigt eine Befragung von rund 2.500 Firmen mit mindestens 10 Beschäftigten, die infas im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat.

Am deutlichsten fällt der Rückgang der Innovationsaktivitäten in Bayern (minus 11 Prozentpunkte) und Brandenburg (minus 14 Prozentpunkte) aus. "Gerade in Krisenzeiten sind Innovationen jedoch von besonderer Wichtigkeit, da die Beschäftigungs- und Umsatzentwicklung in diesen Unterneh­men üblicherweise deutlich positiver ausfällt", sagte Thorsten Hellmann von der Bertelsmann Stif­tung bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse. "Die Befragung hat gezeigt, dass 57 Prozent der innovativen Firmen im Zeitraum zwischen 2005 und 2007 die Anzahl ihrer Beschäftigten steigern konnten; bei den Übrigen liegt dieser Wert lediglich bei 31 Prozent."

Ursächlich für die rückläufigen Innovationsaktivitäten sind laut Angabe der Betriebe neben hohen Innovationskosten insbesondere die im Zuge der Wirtschaftskrise wachsenden Risiken. Lediglich in Bremen und Sachsen-Anhalt, den Ländern mit der jeweils höchsten Innovatorenquote in West- beziehungsweise Ostdeutschland, spielen diese Faktoren nur eine untergeordnete Rolle. Hier se­hen die Befragten das größte Innovationshemmnis im Mangel an geeignetem Fachpersonal.

Eine Bremse für innovative Aktivitäten wird von vielen Unternehmen zudem in bürokratischen Faktoren gesehen. So zählen aus Unternehmenssicht lange Verwaltungs- und Genehmigungs­verfahren sowie komplexe Antragsverfahren in nahezu allen Bundesländern zu den bedeutendsten Innovationshemmnissen.

Defizite sehen die Unternehmen auch bei der staatlichen Fördermittelpolitik. So gaben 57 Prozent der ungeförderten Unternehmen an, dass die Förderprogramme nicht ihren Bedürfnissen entspre­chen, 49 Prozent klagen über fehlende Informationen zu geeigneten Programmen, 37 Prozent über den hohen Aufwand bei der Antragstellung. Insgesamt erhalten bundesweit 15 Prozent der Betriebe öffentliche Fördermittel. Dabei beziehen in fast allen Bundesländern mehr Unternehmen Fördermittel vom Land als vom Bund, lediglich in Baden-Württemberg und Berlin überwiegt die Förderung aus Bundesmitteln. Zufrieden zeigen sich die Betriebe dagegen mit der Forschungsinfrastruktur.

Die infas-Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung wurde zum Jahreswechsel 2008/2009 durchgeführt.

Rückfragen an:

Dr. Thorsten Hellmann, Telefon 0 52 41 / 81-81 236; E-Mail: thorsten.hellmann@bertelsmann-stiftung.de

Eric Thode; Telefon 0 52 41 / 81-81 581; E-Mail: eric.thode@bertelsmann-stiftung.de

Ute Friedrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie