Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TV-Nutzung von Kindern explodiert

28.10.2009
Zwei- bis Fünfjährige mehr als 32 Stunden pro Woche vor Bildschirm

Die TV-Nutzung von Kindern ist innerhalb der vergangenen sechs Jahre auf einen neuen Rekordhöchststand geklettert. Wie ein aktueller Bericht des US-Marktforschungsunternehmens Nielsen zeigt, verbringen Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren heute im Durchschnitt mehr als 32 Stunden pro Woche vor dem Fernsehbildschirm. Bei der Altersgruppe der Sechs- bis Elfjährigen liegt der entsprechende Wert bei über 28 Stunden.

Ausschlaggebend für die hohe TV-Nutzungsdauer von Kindern seien vor allem eine deutliche Ausweitung der entsprechenden Programmangebote, der Siegeszug neuer Technologien wie etwa Video-on-Demand-Diensten, digitaler Videorekorder und die zunehmende Verbreitung von Videospielkonsolen. "Die Kinder nutzen alle Technologien, die ihnen im Haushalt zur Verfügung stehen", erklärt Patricia McDonough, Senor Vice President im Bereich Insights, Analysis and Policy bei Nielsen, gegenüber der Los Angeles Times.

Fettleibigkeit und Sprachprobleme als Folgen

Bei Vertretern aus dem Bereich der Kinderheilkunde lassen die von Nielsen zu Tage geförderten Ergebnisse die Alarmglocken klingeln. So warnen Experten bereits seit geraumer Zeit davor, dass Kinder, die einem übertriebenen TV-Konsum ausgesetzt sind, zu Fettleibigkeit neigen und erst verspätet die notwendigen Sprachfertigkeiten aufweisen. Wenn Eltern ihren Nachwuchs derart viel Zeit vor dem Fernseher erlauben, würde zudem die soziale Interaktion mit anderen Familienmitgliedern zu kurz kommen, der im Heranwachsprozess eine entscheidende Rolle zukommt, so die Kritik.

"Ich kann die Sorgen der US-Kollegen für Deutschland nur bestätigen. In einigen Kindergärten müssen die Erzieherinnen bereits speziellen Sprachunterricht anbieten, weil die Kinder zu Hause mit ihren Eltern nicht mehr ausreichend sprechen", stellt Michael Lentze, Leiter der Abteilung für Allgemeine Pädiatrie am Universitätsklinikum Bonn, gegenüber pressetext fest. "Das Fernsehen kann Sprache nicht vermitteln", ergänzt Lentze. Besonders in sozial schwächeren Familien seien derartige Probleme heute weit verbreitet.

"Nicht länger als 30 Minuten täglich für Kleinkinder"

Dem aktuellen Nielsen-Bericht zufolge verbringen Kinder zwischen zwei und fünf Jahren in den USA durchschnittlich drei Stunden und 47 Minuten vor dem TV-Bildschirm. "Das ist ein ungemein hoher Wert für diese Altersgruppe. Kleinkinder sollten in der Regel nicht länger als 30 Minuten täglich dem Fernsehschirm ausgesetzt sein", betont Lentze. In der Praxis zeige sich aber, dass dieser Grenzwert großteils deutlich überschritten werde.

Neben der zeitlichen Dauer sollten Erziehungsberechtigte aber auch darauf achten, welche Inhalte sie ihren Sprösslingen zumuten. "Zwei- bis Fünfjährige sollten nur Material zu sehen bekommen, das von ihren Eltern gründlich geprüft und ausgewählt worden ist. Hierbei muss beachtet werden, dass auch so mancher Zeichentrickfilm nicht unbedingt für Kleinkinder geeignet ist", gibt Lentze zu bedenken.

Markus Steiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.nielsen.com
http://www.kinderklinik-bonn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften