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Tumorerkrankung: Bundesweite klinische Studie bei fortgeschrittenem Brustkrebs gestartet

10.10.2008
Neue Kombination von Medikamenten soll Therapieergebnisse verbessern helfen / Studienleitung in der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg unter dem Dach des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

Eine klinische Studie an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg unter dem Dach des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg untersucht erstmals eine neue Kombination von Medikamenten bei Patientinnen, deren Brustkrebserkrankung bereits fortgeschritten ist und Metastasen gebildet hat.

Getestet wird eine Kombination von Docetaxel (Handelsname Taxotere®), einem Chemotherapeutikum, das bereits für die Behandlung von Brustkrebs zugelassen ist, und Sorafenib (Handelsname Nexavar®). Sorafenib hemmt Eiweiße in der Zelle, sogenannte Kinasen, und hat mehrere Angriffspunkte bei der Krebsbehandlung: Die Gefäßversorgung des Tumors wird gebremst, so dass der Tumor von der Nährstoffversorgung abgeschnitten wird. Außerdem wird der Absiedlung von Tochterzellen entgegengewirkt.

Mehr als 40 Kliniken und Praxen nehmen an der MADONNA-Studie teil

"Die Kombination von Docetaxel mit einem vergleichbaren Medikament hat in einer Studie eine hohe Wirksamkeit im Vergleich zur Therapie mit Docetaxel allein gezeigt und die Überlebenszeit mit gleichzeitigem Stillstand der Erkrankung deutlich verlängert", erklärt Professor Dr. Andreas Schneeweiss, Leiter der MADONNA-Studie (Randomisierte, doppel-blinde Phase II Studie mit Docetaxel + Sorafenib versus Docetaxel + Placebo als first-line Chemotherapie bei Patientinnen mit HER2-negativem, metastasiertem Mammakarzinom). Auch für die Kombination von Sorafenib und Docetaxel wird eine Steigerung der Wirksamkeit erwartet.

Bundesweit nehmen über 40 Kliniken, Zentren und Praxen an der MADONNA-Studie teil; geplant ist, 288 Patientinnen aufzunehmen. Die Teilnahme an der Studie ist mit bestimmten Bedingungen verknüpft:

* Alle Teilnehmerinnen sollten "HER2-negativ" sein, d.h, keine Überexpression des "humanen epithelialen Wachstumsfaktor-Rezeptors 2" aufweisen.

* Die metastasierte Erkrankung darf noch nicht mit Chemotherapie und maximal mit nur einer Hormon-Therapie behandelt worden sein.

* Eine Vorbehandlung mit einer Chemotherapie im Rahmen der Erstbehandlung des Brustkrebses vor oder nach der Operation d.h. der noch nicht metastasierten Erkrankung ist erlaubt.

* Handelt es sich dabei um eine Taxan-haltige Chemotherapie muss diese mindestens zwölf Monate zurückliegen.

* Alle Patientinnen sollten einen ausreichenden Allgemeinzustand und gute Organfunktionen aufweisen.

Die MADONNA-Studie wird von einem innovativen Forschungsprogramm in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum begleitet, das nach Parametern sucht, um die besondere Wirksamkeit der neuen Therapie für bestimmte Patientinnen vorherzusagen.

Interessierte Ärzte und Patientinnen wenden sich bitte an den Koordinator der klinischen Studie, die Firma HZM Pharmaservice GmbH, Projektleiterin Frau Tina Schmidt, Kranzplatz 1, 65183 Wiesbaden, Tel. Nr. 0611 - 44 75 36 - 0, email: info@hzm-pharmaservice.com oder an den Studienleiter Professor Dr. Andreas Schneeweiss, email: andreas.schneeweiss@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

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