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Türkische Familien kommen besser mit Armut zurecht als deutsche Familien

31.10.2008
Türkische Familien kommen besser mit Armut zurecht als deutsche Familien / Ergebnis einer Studie über einen deutsch-türkischen Stadtteil

Deutsche Bewohner eines sozialen Brennpunkts in Köln haben größere Schwierigkeiten ihren Alltag zu bewältigen als ihre türkischen Mitbürger: Sie ernähren sich schlechter, nehmen seltener gemeinsame Mahlzeiten mit ihren Kindern ein und sie essen häufiger Fast Food.

Weiterhin sind ihre Wohnungen in deutlich schlechterem Zustand und weniger sauber. Sie haben weniger Freunde und Bekannte, ihr soziales Netzwerk ist kleiner. Im Gegensatz dazu hat bei den türkischen Bürgern die Tatsache Sozialhilfe zu beziehen, keinen solchen negativen Einfluss auf die Bewältigung des Alltags.

Das ist das Ergebnis einer vom Kölner Soziologen Prof. Dr. Jürgen Friedrichs mit herausgegebenen Sozialstudie. Die Autoren haben in den Jahren 2004 und 2006 im Kölner Stadtteil Vingst/Höhenberg 707 deutsche und 239 türkische Bewohner/innen befragt. Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Die Autoren fanden außerdem heraus, dass Kriminalität unterschiedlich bewertet wird. Deutsche Sozialhilfeempfänger akzeptieren einzelne Formen abweichenden Sozialverhaltens eher als die Türken. Das gleiche Ergebnis erhielten die Autoren in den Stadtteilen Kalk, Meschenich und Bilderstöckchen. Die türkischen Bewohner tragen danach zur Stabilisierung des Gebiets bei.

Auffällig ist auch, dass die türkischen Bewohner sehr viele deutsche Freunde und Bekannte haben, die Deutschen dagegen nur sehr wenige türkische Freunde und Bekannte. Obgleich mehr Türken Sozialhilfe beziehen, eine niedrigere Bildung haben und häufiger in Sozialwohnungen wohnen, nehmen sie in geringerem Maße negative Eigenschaften von Vingst/Höhenberg wahr als die Deutschen. Sie arrangieren sich besser mir ihrer Lebenslage und dem Wohngebiet.

Studie: Jürgen Friedrichs, Jörg Blasius, Jennifer Klöckner "Doppelt benachteiligt? Leben in einem deutsch-türkischen Stadtteil", VS Verlag, Wiesbaden

Bei Rückfragen: Prof. Dr. Jürgen Friedrichs, 0221 470 2409, friedrichs@wiso.uni-koeln.de

Verantwortlich: Dr. Patrick Honecker

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/ipws
http://www.fis.uni-koeln.de

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