Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Trendbarometer Kreativwirtschaft“: Unterschiedliche Zukunftsaussichten

31.05.2013
Die zweite Umfrage unter den Kreativen im Südwesten sagt ein moderates Wachstum für die heterogene Branche voraus. Die Work-Life-Balance rückt mehr in den Fokus. Die Studie der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) und der MFG Innovationsagentur für IT und Medien skizziert Trends und Zukunftsaussichten in der Kreativbranche im Land. Sie ist im Mai 2013 erschienen und steht unter http://www.kreativnetzwerk-bw.de zur Verfügung.
Die Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg ist breit aufgestellt. Mit rund 30.000 Unternehmen aus dem Verlagswesen über die Games-Industrie bis zur Musikbranche und einem Umsatzvolumen von über 20 Milliarden Euro gehört sie zu den größten und dynamischsten Wirtschaftszweigen des Landes. Das „Trendbarometer Kreativwirtschaft" wurde ins Leben gerufen, um ein Stimmungsbild dieser Branche zu ermitteln. An der Online-Umfrage haben sich 2013 knapp 300 Kreative beteiligt.

Moderates Wachstum

Die meisten Befragten (44 Prozent) sehen für die eigenen Teilbereiche ein gemäßigtes Wachstum, mit unterschiedlichen Aussichten in den einzelnen Teilbranchen, auch vor dem Hintergrund des digitalen Wandels. Die Software- und Games-Industrie blickt etwa optimistisch in die Zukunft (80 Prozent), im Buchmarkt sind die Erwartungen dagegen gedämpfter (30 Prozent).

Schwierige Trennung

Innovationsdruck und ein steigender Aufwand für die Neukundengewinnung werden als die größten Herausforderungen gesehen. Zusätzlich gewinnt das Thema Work-Life Balance an Bedeutung. Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Drucks fällt vor allem kleineren Unternehmen eine klare Trennung von Arbeits- und Privatleben schwer. Atypische Arbeitsverhältnisse sind in der Kreativwirtschaft üblich und lassen die Grenzen zwischen den Sphären verschwimmen. Gerade Selbstständige müssen sehr flexibel reagieren und können ihre kreativen Ideen und Projekte auch in der Freizeit nicht einfach im Büro lassen.

Der Studie zufolge sind die Kreativschaffenden zwar mit den Ausbildungsmöglichkeiten im Land sehr zufrieden, allerdings werden Berufseinsteigern in der Kreativbranche selten feste Verträge angeboten. Professor Dr. Martin Engstler, Mitautor des Trendbarometers, warnt: „Wenn selbst herausragende Nachwuchskräfte um ihre Beschäftigung bangen müssen, besteht die Gefahr der Abwanderung von gut ausgebildeten Kreativen. Die Kreativunternehmen müssen sich fragen, ob die durch atypische Beschäftigungsverhältnisse gewonnene Flexibilität sich langfristig auszahlt, wenn junge Talente nicht gebunden werden."

„Keine Verdrängung"

Im Zuge der Digitalisierung verändert sich die Kreativbranche besonders stark. Viele neue Leistungsangebote und digitale Services werden geschaffen und geradezu „gehyped". Dennoch sind lediglich 18 Prozent der Meinung, dass nicht-digitale Leistungen an Bedeutung verlieren. Bestehende kreative Leistungen werden weiterhin die Wirtschaftsgrundlage bilden, auch wenn die Bedeutung der Digitalisierung für Innovationen und Wachstum unbestritten bleibt. „Digitale Services verdrängen die klassischen nicht. Beide werden nebeneinander existieren", bilanziert Engstler.

Zu den Autoren der Studie zählen außerdem Johannes Lämmerhirt und Professor Holger Nohr vom Institut für Kreativwirtschaft der HdM. Die Trendstudie wurde im Rahmen des Netzwerks Kreativwirtschaft zusammen mit der MFG Innovationsagentur durchgeführt und vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg im Rahmen des EFRE-Programms gefördert. Die erste Studie erschien 2012 (http://www.hdm-stuttgart.de/view_news?ident=news20120723111738).

Kontakt:
Prof. Dr. Martin Engstler
Institut für Kreativwirtschaft
Telefon: 0711 8923 3172
E-Mail: engstler@hdm-stuttgart.de
Weitere Informationen:
http://www.institut-kreativwirtschaft.de
http://www.wi.hdm-stuttgart.de
http://www.kreativnetzwerk-bw.de
http://www.innovation.mfg.de

Kerstin Lauer | idw
Weitere Informationen:
http://www.kreativnetzwerk-bw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie