Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Trendbarometer Kreativwirtschaft 2012: Ausbau von Kooperationen als Schlüsselstrategie

23.07.2012
Im Juli 2012 ist das „Trendbarometer Kreativwirtschaft Baden-Württemberg“ der Hochschule der Medien (HdM) und der MFG Innovationsagentur für IT und Medien erschienen. Die Studie skizziert Trends und Zukunftsaussichten in der Kreativbranche. Als größte Herausforderung stellt sich die Kundengewinnung heraus.

Für die Trendstudie wurden von Oktober bis Dezember 2011 rund 1000 Kreativunternehmen in Baden-Württemberg direkt online befragt; in verschiedenen Netzwerken wurde auf die Studie hingewiesen. Etwa 300 gültige Antwortbögen aus allen Teilbereichen der Kreativwirtschaft kamen zurück. Die Schlüsselstrategie für den Erfolg sehen die Kreativschaffenden im Netzwerken. Kooperationen ausbauen, neue Wege der Zusammenarbeit entwickeln und sich anderen Märkten öffnen ist für sie der Weg in eine erfolgreiche Zukunft.


Die Struktur der Teilnehmer
Foto: HdM Stuttgart


Die Top-Herausforderungen
Foto: HdM Stuttgart / Engstler

Im „Trendbarometer Kreativwirtschaft Baden-Württemberg“ wird aufgezeigt, wie die Kreativunternehmen in Baden-Württemberg die Entwicklung ihrer Branche einschätzen, wo sie Handlungsbedarf sehen und wie sie sich für die Zukunft wappnen. Neben dem hohen Wettbewerbsdruck bei der Kundenakquise (60 Prozent) nehmen die Kreativschaffenden besonders den sich zuspitzenden Preiswettbewerb (43 Prozent) und den durch eine veränderte Mediennutzung bedingten Innovationsdruck (30 Prozent) wahr. Hinzu kommt die Gratwanderung, mit zu wenigen qualifizierten Fachkräften (23 Prozent) den gestiegenen Kundenerwartungen hinsichtlich der Leistungsqualität gerecht zu werden (21 Prozent). Skeptische Geldgeber, denen häufig das Verständnis für die Leistungen der Kreativwirtschaft fehlt, etwa aufgrund des hohen Innovationsgrads der Produkte, sehen 21 Prozent der befragten Firmen ebenfalls Herausforderung an, die es zu meistern gilt.

Alleine können die überwiegend kleinen Unternehmen dies kaum bewältigen, daher ist ihnen die Vernetzung mit Partnern besonders wichtig. Ein Drittel der Kreativschaffenden findet, dass Projekte und Leistungen künftig überwiegend in Netzwerken erbracht werden, fast die Hälfte bewertet dies als sehr wahrscheinlich. Darin sehen sie eine sinnvolle Ergänzung des eigenen Leistungsprofils sowie die Chance auf die Erschließung neuer Zielgruppen und mehr Flexibilität durch einen Leistungszukauf. Konkret will ungefähr die Hälfte der Kreativunternehmen in ihren Netzwerken weitere Kooperationen eingehen oder bestehende ausbauen. Auch gehen 30 Prozent der Befragten davon aus, dass sie bis zum Jahr 2020 international vernetzt arbeiten werden. Regionale Beziehungen wollen sie dabei nicht vernachlässigen. Clusteransiedlungen werden auch künftig die Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg prägen, schätzen fast 80 Prozent aller Studienteilnehmer (17 Prozent: „sicher ja“, 61 Prozent: „wahrscheinlich“).
Der zunehmend netzwerkartige Charakter der Kreativwirtschaft wirkt sich auch auf den spezifischen Arbeitsmarkt aus: 90 Prozent der Studienteilnehmer gehen davon aus, dass in den Kreativbranchen künftig vor allem flexible oder zeitlich befristete Arbeitsverhältnisse geschaffen werden, die eine unternehmerische Flexibilität unterstützen. „Der Trend zum Netzwerken ist also auch als Organisationsform dominant“, erläutert Prof. Dr. Martin Engstler, einer der Autoren des Trendbarometers.

In die Zukunft blicken die Studienteilnehmer überwiegend positiv: Die Hälfte sieht sich gut vorbereitet für zu erwartende Veränderungen. Dabei ist die Filmwirtschaft (53 Prozent) ist optimistischer als der Musikmarkt (30 Prozent) oder der Architektursektor (11 Prozent).

Die Studie wurde im Rahmen des Netzwerks Kreativwirtschaft mit der MFG Innovationsagentur Baden-Württemberg durchgeführt, das vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft im Rahmen des EFRE-Programms gefördert wird. Neben Engstler zählen Johannes Lämmerhirt und Professor Holger Nohr vom Institut für Kreativwirtschaft der Hochschule der Medien zu den Autoren. Die Studie ist online verfügbar unter: http://kreativnetzwerk.mfg.de

Über das „Trendbarometer Kreativwirtschaft“
Die Studie wird im Rahmen des EU-EFRE-Projekts Netzwerk Kreativwirtschaft Baden-Württemberg an der Hochschule der Medien (HdM) in Zusammenarbeit mit der MFG Baden-Württemberg – Innovationsagentur des Landes für IT und Medien durchgeführt. Sie soll einmal pro Jahr erscheinen. In den Folgeausgaben sind wechselnde thematische Vertiefungen geplant.
Kontakt:
Prof. Dr. Martin Engstler
Hochschule der Medien
Telefon: 0711 8923 3172
E-Mail: engstler@hdm-stuttgart.de
Weitere Informationen:
http://www.institut-kreativwirtschaft.de
http://kreativnetzwerk.mfg.de
http://www.innovation.mfg.de
http://www.hdm-stuttgart.de

Kerstin Lauer | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdm-stuttgart.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie