Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TIMSS Übergangsstudie untersucht den Übergang von der Grundschule in weiterführende Schulen

02.07.2010
Schavan: Kreative Potenziale aus allen sozialen Schichten müssen gefördert werden

Mit der sogenannten TIMSS-Übergangsstudie „Der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule - Leistungsgerechtigkeit und regionale, soziale und ethnisch-kulturelle Disparitäten“ liegen nun erstmals bundesweit repräsentative Daten für den Übergang in die weiterführenden Schulen vor.

„Unsere Wissensgesellschaft gründet auf den kreativen Potenzialen aus allen sozialen Schichten“, so Bundesbildungsministerin Annette Schavan anlässlich der Veröffentlichung der Studie. „Deshalb müssen wir in noch weit höherem Maße durch gezielte Forschung herausfinden, wie zusätzlich individuelle Förderung gelingt.“ Die Erkenntnisse der TIMSS-Übergangsstudie, so Bundesministerin Annette Schavan anlässlich der Veröffentlichung „sind ein Plädoyer für ein noch durchlässigeres Bildungssystem.“ Die Studie entstand unter der Leitung des scheidenden Direktors des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Jürgen Baumert. Die Ergebnisse zeigen, dass der Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe einer der kritischsten Punkte ist, an dem soziale Ungleichheit entsteht. Daraus schlussfolgert Prof. Baumert, dass es zukünftig weit mehr erforderlich ist, diese ‚Gelenkstellen im Bildungssystem‘ ganz besonders sensibel auszutarieren.

„Der Lernerfolg an deutschen Schulen ist noch immer eng an den sozialen Status gekoppelt. Die Chancen von Jugendlichen aus der Oberschicht, ein Gymnasium zu besuchen sind derzeit dreimal so hoch, wie die Gleichaltriger aus Arbeiterfamilien“, so Jürgen Baumert. „Im Wesentlichen konnten wir drei Faktoren für den Übergang auf die weiterführende Schule verantwortlich machen: die objektive Leistung der Schülerinnen und Schüler, deren Leistungs- und Eignungsbeurteilung durch die Lehrkräfte sowie die soziale Herkunft. Von herausragender Bedeutung waren die objektiven Schülerleistungen, die fast die Hälfte des Verteilungsmusters an den verschiedenen Schulformen erklären“, ergänzt Baumert. Weiterführende Analysen der Mitautoren Kai Maaz und Gabriel Nagy weisen darauf hin, dass dreiviertel des sozialen Herkunftseffekts, der beim Übergang sichtbar wird, bereits vor und während der Grundschulzeit entsteht.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat diese Übergänge schon frühzeitig in den Blick genommen. Neben der Fortsetzung des Ganztagsschulprogramm verfolgen bereits verschiedene Forschungsprojekte das Ziel, den Bildungserfolg im Übergang zu weiterbildenden Schulen. So wird das Nationale Bildungspanel Erkenntnisse darüber liefern, inwiefern Schule, Familie, Gleichaltrige und die Lernumgebung sich auf den Lernerfolg auswirken. Der Entwurf eines Nationalen Interventionsprogramm Sprachförderung von der Kindergartenzeit bis zur Sekundarstufe I setzt dabei an, unzureichende Sprachkenntnisse zu verbessern.

Die Studie ist in der BMBF-Reihe Bildungsforschung als Band 34 erschienen. Sie ist online abrufbar unter: http://www.bmbf.de/pub/bildungsforschung_band_vierunddreissig.pdf

Silvia von Einsiedel | BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de
http://www.bmbf.de/pub/bildungsforschung_band_vierunddreissig.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie