Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Teenies: Distanziertheit steigt mit intensivem Medienkonsum

04.03.2010
Zeit vor dem Bildschirm in Zusammenhang mit sozialem Verhalten

Je mehr Zeit von Jugendlichen vor dem Bildschirm - TV oder Computer - verbracht wird, desto eher distanzieren sich diese von ihrem sozialen Umfeld. Das wollen internationale Forscher nun in einer Metaanalyse, die diesen Monat in Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine, einer Publikation der American Medical Association, veröffentlicht wurde, nachgewiesen haben.

Analysiert wurde eine Studie aus dem Jahr 2004, in der 3.000 Jugendliche zwischen 14 und 15 Jahren zum Medienkonsum befragt wurden, sowie ein Forschungsbericht aus den Jahren 1987 und 1988.

Mehr TV-Konsum - weniger Bindung zu Eltern

Laut den Analyse-Ergebnissen zu der Studie aus dem Jahr 2004 haben jene, die mehr Zeit vor dem Fernseher oder Computer verbringen, größere Schwierigkeiten, ein gutes Verhältnis zu den Eltern aufrecht zu erhalten. Die Distanziertheit zwischen Teenagern und Eltern steigt pro Stunde TV-Konsum - inklusive Gaming - um vier Prozent an. Bei der Computernutzung sind es nach der Analyse fünf Prozent.

Die ältere Studie aus den 80er-Jahren zeigte noch weit höhere Zahlen, wonach das Risiko einer verschlechterten Eltern-Kind-Beziehung bei erhöhtem TV-Konsum um 13 Prozent (1987) bzw. 24 Prozent (1988) steigt. Nun weisen die Forscher zwar daraufhin, dass beide Untersuchungen zu ähnlichen Ergebnissen kamen, was diese Zusammenhänge betrifft. Gleichzeitig kann es aber als positiv gewertet werden, dass das Risiko im Laufe der Jahre offenbar abgenommen hat.

TV-Konsum steigt weiter

Mehrfach nachgewiesen ist, dass die Zeit vor Bildschirmen (Fernsehen und Computer) insgesamt weiter zunimmt. Beispielsweise ist die TV-Nutzung bei Kindern zuletzt geradezu explodiert. Laut einer Nielsen-Erhebung ist der TV-Konsum von Kindern in den vergangenen sechs Jahren auf ein Rekordhoch geklettert (pressetext berichtete: http://www.pressetext.de/news/091027030/). Gleichzeitig nimmt natürlich auch die Internetnutzung - stationär wie mobil - gerade bei den jungen Generation rasant zu.

Doch wie auch aus dem Vergleich 2004 zu 1987 und 1988 deutlich wird, bedeutet das nicht zwingend eine Abwärtsspirale in die soziale Isolation. Denn gerade durch den Social-Media-Boom können auch soziale Fähigkeiten wieder stärker gefördert werden. So will etwa eine aktuelle Pew-Studie nachgewiesen haben, dass Webuser heute auch wieder mehr im realen Leben verankert sind.

Claudia Zettel | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://archpedi.ama-assn.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise