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TEEB-Abschlussbericht in Nagoya präsentiert

20.10.2010
Bewahrung der Natur und ihrer Leistungen ist entscheidend für Wohlstand und Entwicklung

Mit dem Abschlussbericht „Mainstreaming the Economics of Nature“ liegt die Synthese aller zuvor erschienener Ausgaben der Studie „Die Ökonomie von Ökosystemen und der Biodiversität“ (The Economics of Ecosystems and Biodiversity – TEEB) vor.

An den Beispielen eines natürlichen Ökosystems (Wald), einer Siedlung (Stadt) und eines Wirtschaftszweigs (Bergbau) wird dargestellt, wie wirtschaftliche Konzepte und Instrumente dabei helfen können, den Wert der Natur in Entscheidungsfindungen auf allen Ebenen einzubeziehen. Der Bericht wurde heute im japanischen Nagoya am Rande der 10. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) vorgestellt. Er enthält innovative Wirtschaftsinstrumente und politische Strategien.

Deutschland leistet bis Ende 2011 nicht nur einen weiteren finanziellen Beitrag, um die Phase der Kommunikation und Umsetzung der TEEB-Ergebnisse zu unterstützen. Darüber hinaus werden auch die Ökosystemleistungen in Deutschland systematisch erfasst und ökonomisch bilanziert. Ansätze zur Integration ökonomischer Werte von Ökosystemdienstleitungen in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung werden untersucht und Empfehlungen für den Einsatz ökonomischer Instrumente zum Schutz der biologischen Vielfalt erarbeitet, zum Beispiel die Nutzung positiver und den Abbau negativer Anreize, Zahlungen für Ökosystemdienstleistungen oder die Anwendung des Verursacherprinzips durch Bezahl- und Kompensationsmechanismen.

Die deutsche Delegation präsentierte verschiedene Beispiele für die Berücksichtigung und Bezahlung von Ökosystem-Dienstleistungen aus Deutschland. So ist etwa der Nutzen naturverträglicher Hochwasserschutzmaßnahmen an der Elbe, wie die Rückverlegung von Deichen und die Schaffung natürlicher Retentionsflächen, dreimal höher als deren Kosten. Zumindest, wenn nicht nur die direkt vermiedenen Hochwasserschäden betrachtet und monetär bewertet werden, sondern alle positiven Effekte, zum Beispiel die Funktion von Auen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, als Erholungsraum für Menschen und als Filter für Schadstoffe.

Nagoya – Gaststadt der Konferenz – hat ein neues System für handelbare Entwicklungsrechte eingeführt. In diesem System können diejenigen, die bestehende Beschränkungen für Hochhäuser überschreiten wollen, die dadurch entstehenden Umweltauswirkungen durch den Kauf und den Schutz von Flächen der traditionellen Kulturlandschaft Japans ausgleichen. In Mexiko führte die Einführung eines nationalen Systems von bezahlten Ökosystemdienstleistungen des Waldes innerhalb von sieben Jahren zu einer Halbierung der jährlichen Entwaldungsrate sowie zum Schutz von Gewässern und Nebelwäldern mit hoher Biodiversität. Des Weiteren wurde der Ausstoß von rechnerisch 3,2 Millionen Tonnen CO2 vermieden.

Für Städte ist es von entscheidender Bedeutung, die Dienstleistungen der Natur anzuerkennen und in Entscheidungen zu berücksichtigen. Das spart Geld, stärkt die lokale und regionale Wirtschaft, verbessert die Lebensqualität der Bewohner schafft Arbeitsplätze und schützt die Natur.

TEEB wurde von Deutschland und der Europäischen Kommission auf Vorschlag der G8-Umweltminister im Jahr 2007 initiiert und finanziert, um den ökonomischen Wert der biologischen Vielfalt und die Kosten der Naturzerstörung zu untersuchen. Die Studie unter der Leitung von Pavan Sukhdev und der Mitwirkung von Hunderten von Fachleuten aus der ganzen Welt wird unter der Schirmherrschaft des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) durchgeführt. Ein erster Zwischenbericht der TEEB-Studie wurde auf der 9. Vertragsstaatenkonferenz der CBD im Mai 2008 in Bonn vorgelegt. Im November 2009 erschien bereits der TEEB-Bericht für politische Entscheidungsträger, im Juli 2010 der Bericht für die Wirtschaft und im September der Bericht für lokale und regionale Entscheidungsträger. Eine TEEB-Homepage für Bürgerinnen und Bürger wurde zur Konferenz in Japan fertig gestellt (www.teeb4me.com).

Der Bericht (in englischer Sprache) und weitere Informationen im Internet unter www.bmu.de, www.teebweb.org. Direkter Link: www.bmu.de/45499

Dr. Christiane Schwarte | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de
http://www.teebweb.org
http://www.bmu.de/45499

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