Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Szenariostudie von Roland Berger zu Seltenen Erden

10.10.2011
Verfügbarkeit und Preisentwicklung werden für viele Hochtechnologieunternehmen zum kritischen Faktor
- Preise für Seltene Erden sind stark gestiegen: Weltweites
Marktvolumen wächst im laufenden Jahr voraussichtlich auf 27
Milliarden Euro
- Preisentwicklung belastet Profitabilität oder gefährdet sogar
die Existenz von High-Tech-Unternehmen insbesondere aus dem
Automobil- und Erneuerbare-Energien-Bereich
- China hält das Monopol bei der Förderung und Verarbeitung von
Seltenen Erden
- Zur Sicherung ihrer Nachfrage müssen Unternehmen die richtige
Strategie finden
Aufgrund stark gestiegener Preise wird das weltweite Marktvolumen für die 17 Elemente, die als "Seltene Erden" bezeichnet werden, im Jahr 2011 voraussichtlich auf 27 Milliarden Euro ansteigen. Noch vor drei Jahren betrug das globale Marktvolumen dieser Metalle lediglich 2,4 Milliarden Euro. Grund für die Preisexplosion ist neben der erhöhten Nachfrage der Industrie in erster Linie die Monopolstellung von China als weltweiter Lieferant. High-Tech-Unternehmen insbesondere in der Automobilindustrie oder im Bereich der Erneuerbaren Energien sind von dieser Entwicklung besonders betroffen. Viele Unternehmen haben dies erkannt und behandeln das Thema auf höchster Managementebene. Das sind die Ergebnisse der neuen Szenariostudie "The Rare Earth Challenge" von Roland Berger Strategy Consultants.

"Die Verfügbarkeit von Seltenen Erden zu wettbewerbsfähigen Preisen spielt mittlerweile eine Schlüsselrolle in der Produktion vieler Technologieunternehmen", erläutert Thomas Rinn, Partner der Strategieberatung Roland Berger. "Kein Wunder, dass Seltene Erden inzwischen zu einem Top-Management-Anliegen geworden sind. Denn viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, das Problem der knapp werdenden Ressourcen sowie der stark anziehenden Preise zu lösen, um ihre Produktion weiterhin zu gewährleisten."

High-Tech-Unternehmen besonders betroffen

Der Anteil von Seltenen Erden in den Produkten vieler Unternehmen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Gleichzeitig lassen die massiv gestiegenen Preise das globale Marktvolumen der Seltenen Erden bis Ende 2011 auf voraussichtlich rund 27 Milliarden Euro wachsen. Dabei kommen die dazu gehörigen 17 Elemente vor allem in der Automobilindustrie für die Produktion von Elektromotoren oder im Bereich der Erneuerbaren Energien für den Bau von Windturbinen zum Einsatz. Von den rund 137.000 Tonnen Rohstoffen aus der Gruppe der Seltenen Erden, die Unternehmen im Jahr 2011 voraussichtlich einsetzen werden, wird der größte Anteil (30 Prozent) für die Glas- und Keramikproduktion verwendet. Rund 20 Prozent gehen in die Produktion von Magneten, z.B. für Elektromotoren für Autos oder in Generatoren von Windturbinen. Darüber hinaus werden die Seltenen Erden für Katalysatoren (19 Prozent), Metalllegierungen und Batterien (18 Prozent) oder in der Leuchtmittelindustrie, z.B. für LED Lampen, benötigt (7 Prozent).

Monopolstellung Chinas

Die Preisexplosion der Seltenen Erden ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: die steigende Nachfrage der Industrie und die Monopolstellung Chinas als Hauptlieferant für diese Metalle. Denn mit einem Anteil von 95 Prozent an der Förderung und Verarbeitung von Seltenen Erden beherrscht China den globalen Markt. Dabei belastet diese Preisentwicklung die Profitabilität vieler Unternehmen oder bedroht sogar zum Teil ihre Existenz. "Die zunehmende Nachfrage nach Hybrid- und Elektroantrieben in der Automobilindustrie führt zu einem höheren Bedarf an Seltenen Erden vor allem bei den Zulieferern", erklärt Thomas Schlick, Partner von Roland Berger. "Wenn die Preise dieser Rohstoffe dramatisch steigen und die Zulieferer keine Möglichkeit haben, diese Preissteigerungen weiterzugeben, müssen viele Unternehmen um ihre Existenz bangen."

Alternative Strategien

Angesichts des starken Preisanstiegs und der knappen Ressourcen stehen betroffene Unternehmen daher vor der Herausforderung, die passende Strategie zu entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

"Zwei Ansätze haben in den Unternehmen höchste Priorität", erklärt Sebastian Durst von Roland Berger. "Zum einen versuchen Unternehmen, den Verbrauch der Seltenen Erden in ihrer Produktion durch den Einsatz innovativer Technologien zu reduzieren. Andererseits arbeiten betroffene Unternehmen an verschiedenen Versorgungsstrategien." So versuchen Unternehmen meist, die Preise mit den bestehenden Lieferanten von Seltenen Erden neu zu verhandeln oder Rahmenverträge abzuschließen. Alternativ suchen sie neue Lieferquellen oder beteiligen sich direkt an den Lieferunternehmen. Gleichzeitig versuchen einige Unternehmen, die Mehrkosten an Ihre Kunden weiter zu geben. Die Möglichkeit, die Produktion nach China zu verlagern, um von den niedrigeren lokalen Rohstoffpreisen zu profitieren, wird bislang kaum wahrgenommen.

Die Studie können Sie kostenlos bestellen unter:
www.rolandberger.com/pressreleases
Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter unter:
www.rolandberger.com/press-newsletter
Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit über 2.000 Mitarbeitern und 43 Büros in 31 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von mehr als 200 Partnern.
Pressekontakt:
Claudia Russo
Roland Berger Strategy Consultants
Tel.: +49 89 9230-8190
e-mail: claudia_russo@de.rolandberger.com

Claudia Russo | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine blühende Sternentstehungsregion

14.12.2017 | Physik Astronomie

Wasserstoffproduktion: Proteinumfeld macht Katalysator effizient

14.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie die Niere bei Wassermangel hochkonzentrierten Urin herstellt

14.12.2017 | Biowissenschaften Chemie