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Stuttgarter Wissenschaftler an Energieprognose bis 2030 beteiligt - Energiespar- und Umweltziele sind haltbar

21.07.2010
Deutschland erfüllt wesentliche internationale energie- und umweltpolitische Ziele und Verpflichtungen. So lautet das Fazit der Studie „Die Entwicklung der Energiemärkte bis 2030 - Energieprognose 2009“, die vom Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) erstellt wurde. Projektpartner des IER waren das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Essen, und das Zentrum für Europäische Wirtschaftforschung (ZEW), Mannheim.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass der Energieverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2030 in allen Sektoren abnehmen wird - auch nach Überwindung der Wirtschaftskrise. Gleichzeitig steigt der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch und in der Stromerzeugung deutlich.

Damit hat Deutschland keine Probleme, seine im Rahmen des Kyoto-Abkommens eingegangene Reduktionsverpflichtung beim Treibhausgasausstoß von 21 Prozent zu erfüllen beziehungsweise deutlich zu übertreffen: Im weiteren Verlauf bis 2030 sinken die Emissionen kontinuierlich, so dass die Minderung gegenüber 1990 im Jahr 2020 circa 34 Prozent und bis zum Jahr 2030 rund 44 Prozent beträgt.

Als Variante wird in der Studie auch der Einfluss einer Laufzeitverlängerung für bestehende Kernkraftwerke betrachtet. Dabei zeigt sich, dass die verlängerte Laufzeit positive energie- und volkswirtschaftliche Effekte mit sich bringt. Dies gilt sowohl für die Steigerung von Wertschöpfung, Produktionsmengen und Beschäftigung, als auch für die Reduktion der CO2-Zertifikats- und der Strompreise.

Die Laufzeitverlängerung trägt zudem zu einer insgesamt höheren Energieversorgungssicherheit bei und führt zu niedrigeren Treibhausgasemissionen in Deutschland. Der Ausbau erneuerbarer Energien wird durch die verlängerte Kernenergienutzung hingegen nicht beeinträchtigt.

Nicht erreicht wird das nationale Ziel, bis 2020 den Anteil des Stroms aus Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung gegenüber 1990 auf 25 Prozent zu verdoppeln, ebenso wenig die „Verdopplung der Energieproduktivität“ zwischen 1990 und 2020. Allerdings setzt dieses sehr ambitionierte Ziel für die Zeit von 2005 bis 2020 eine jährliche Steigerung der Energieproduktivität von rund drei Prozent voraus, während zwischen 1990 und 2008 im Schnitt lediglich 1,84 Prozent erreicht wurden.

Die vollständige Studie mit Begleitmaterial sowie eine Kurzfassung der wichtigsten Ergebnisse können wahlweise unter

www.ier.uni-stuttgart.de, www.rwi-essen.de oder www.zew.de heruntergeladen werden.

Weitere Informationen bei
Dr. Ulrich Fahl, Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung, Universität Stuttgart

Tel. +49-(0)711-685-87830; e-mail: ulrich.fahl@ier.uni-stuttgart.de

Dr. Manuel Frondel, Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung
Tel. +49 (0)201-8149-204; e-mail: frondel@rwi-essen.de
Dr. Andreas Löschel, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
Tel. +49 (0)621-1235-200; e-mail: loeschel@zew.de

Andrea Mayer-Grenu | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de/

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