Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studieren ohne Abitur: Wachstumstrend setzt sich fort

28.03.2014

Der Zuwachs an Studienanfänger(inne)n ohne Abitur und Fachhochschulreife ist ungebrochen

Während es im Jahr 2009 etwa 6.300 und 2011 knapp 11.900 waren, schrieben sich im Jahr 2012 über 12.400 neu ein, mit 2,5 Prozent aller Anfänger(innen) wurde damit ein neuer Rekord erreicht.

Spitzenreiter im Bundesländervergleich sind mit einem Anteil von 4,5 Prozent Hamburg und Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Berlin mit 3,8 Prozent. Erstmals haben die Fachhochschulen auch bei den absoluten Zahlen die Nase deutlich vorn.

„Die Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte ist wichtig für die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung. Deutschland ist dabei erneut einen Schritt vorangekommen“, erläuterte CHE Geschäftsführer Prof. Dr. Frank Ziegele bei der Vorstellung der aktuellen CHE-Studie zur Entwicklung der Studienanfänger(innen)zahlen ohne Abitur. „Wenn Studieren zum Normalfall wird, sollten sich Hochschulen auch auf diese Zielgruppe einstellen.“

Der Zuwachs hält über die letzten Jahre an, wobei jedoch größere Differenzen zwischen den einzelnen Bundesländern zu beobachten sind: Der bundesweite Anteil von Studienanfänger(inne)n ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung lag 2009 bei 1,5 Prozent, 2011 bei 2,3 Prozent und 2012 bei 2,5 Prozent.

An Universitäten wuchs er von 1,7 Prozent in 2010 auf 2 Prozent in 2012, an Fachhochschulen im gleichen Zeitraum von 2,7 Prozent auf 3,3 Prozent. 2012 übertrafen die Fachhochschulen mit knapp 6.600 Studienanfänger(inne)n auch bei den absoluten Zahlen die Zahl der Studienanfänger(innen) ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung an Universitäten (ca. 5.800).

Bei der Fächerwahl entscheiden sich knapp 45 Prozent aller Neuimmatrikulierten ohne Abitur für die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Jede(r) Vierte wählt ein Studienfach aus der Gruppe der MINT-Fächer (Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften und Technik). Mehr als 10.000 Studienanfänger(innen) ohne Abitur und Fachhochschulreife konnten damit seit 2009 für diese Fächergruppe gewonnen werden und die absoluten Zahlen steigen weiter.

Seit 2009 haben 15 von 16 Bundesländern ihre Zugangsbedingungen zum Studium ohne Abitur bereits deutlich verbessert. Auch Brandenburg kündigt dies in einer Gesetzesnovelle für 2014 an. Einige Bundesländer planen derzeit mit der Novellierung ihrer Hochschulgesetze über die von der Kultusministerkonferenz im Jahr 2009 vereinbarten Maßnahmen hinauszugehen und damit ihre Hochschulen deutlich weiter für die Zielgruppe zu öffnen. In Hamburg z.B. soll bei der Zulassung zu grundständigen Studiengängen eine 3-Prozent-Vorabquote für diese Personengruppe eingeführt werden und in Baden-Württemberg sollen weiterbildende Bachelorstudiengänge eingerichtet werden, die speziell an die Kenntnisse und Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst sind.

Neben den rechtlichen Zugangsmöglichkeiten wird die Frage „Stillstand oder Fortentwicklung?“ im Bereich des Studierens ohne Abitur auch von der Bereitstellung flexibler Studienmodelle und zielgruppenspezifischer Informations- und Unterstützungsangebote durch die Hochschulen abhängen. „Studierende ohne Abitur und Fachhochschulreife brauchen häufig Studienangebote mit flexiblen Studienzeiten“, so Ziegele weiter, „Studiengänge mit hohem Anteil an Präsenzzeiten und wenig Teilzeitangeboten machen es Studieninteressierten schwerer, sich aus dem Beruf heraus akademisch weiterzubilden.“

So wird die aktuelle Zahl an Studienanfänger(inne)n ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung an Universitäten über die Hälfte von der FernUniversität in Hagen bestimmt, die mit ihren Fernstudiengängen alleine mehr als alle anderen Universitäten zusammen anzieht. Doch auch für alle anderen Hochschultypen finden sich Beispiele, welche die spezifischen Kompetenzen und Bedürfnisse dieser Studierendengruppe in besonderem Maße berücksichtigen.

Die Berechnungen des CHE basieren auf den Daten des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2012. Die Online-Publikation ist unter dem Titel „Studieren ohne Abitur: Stillstand oder Fortentwicklung? Eine Analyse der aktuellen Rahmenbedingungen und Daten“ erschienen und kann auf den Internetseiten des CHE heruntergeladen werden.

Die aktualisierten Daten sind zudem im Online-Studienführer für alle Studieninteressierten und Studierenden ohne Abitur und Fachhochschulreife (www.studieren-ohne-abitur.de) enthalten. Das Online-Portal informiert darüber hinaus über die rechtlichen Rahmenbedingungen und Zugangsvoraussetzungen in den einzelnen Ländern und nennt Ansprechpartner(innen) und Möglichkeiten der Studienfinanzierung.

Bei Rückfragen stehen Ihnen die Autor(inn)en Sindy Duong (sindy.duong@che.de, Tel. 05241 9761-46) und Vitus Püttmann (vitus.puettmann@che.de, Tel. 05241 9761-48) gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen:

http://www.che.de/downloads/CHE_AP_177_Studieren_ohne_Abitur_2014.pdf Download der Studie
http://www.studieren-ohne-abitur.de Online-Studienführer zum Studium ohne Abitur
http://www.che.de/cms/?getObject=5&getNewsID=1713&getCB=398&getLang=... Pressemitteilung

Britta Hoffmann-Kobert | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie