Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studienberechtigte erwarten gute Karrierechancen und hohe Einkommen nach dem Studium

21.06.2012
Studienberechtigte versprechen sich von einem Studium gute Karrierechancen, gesellschaftliche Anerkennung und ein hohes Einkommen. Trotz des damit verbundenen Lernstresses, eingeschränkter finanzieller Möglichkeiten und höherer Leistungsanforderungen entscheidet sich der Großteil der Studienberechtigten für ein Studium.
Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der Studienberechtigten des Jahres 2010 ein halbes Jahr nach Schulabgang, die das HIS-Institut für Hochschulforschung (HIS-HF) mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt hat. Rund 9.000 Studienberechtigte beteiligten sich an dieser Längsschnittuntersuchung, die das Übergangsverhalten von der Schule in Ausbildung, Studium und Beruf in den Blick nimmt.

Ein halbes Jahr nach Schulabschluss hat der Großteil der Studienberechtigten bereits ein Studium oder eine Berufsausbildung aufgenommen; etwa ein Drittel plant einen solchen Schritt für die Folgezeit, befindet sich aber aus verschiedenen Gründen noch in einer Übergangstätigkeit. Die Zeit zwischen der Schule und dem ersten nachschulischen Qualifizierungsschritt wird dabei zunehmend genutzt, um Erfahrungen zu sammeln und sich über die eigenen Interessen und Möglichkeiten klar zu werden. Die rückläufige Bedeutung des Wehr- und Zivildienstes in dieser Übergangsphase führt demnach nicht zwangsläufig zu einer zügigeren Studienaufnahme, sondern die sich daraus ergebenden Freiräume werden oftmals für Auslandserfahrungen, freiwillige soziale Dienste oder Praktika genutzt.

Den Autoren der Studie zufolge kommt es in der Zeit zwischen der Schule und dem ersten nachschulischen Qualifizierungsschritt zu einem Entscheidungsprozess, dessen Ergebnis von verschiedenen individuellen und institutionellen Faktoren abhängt. Die meisten Studienberechtigten versprechen sich von einem Studium gute Karrierechancen, ein hohes Einkommen und gesellschaftliche Anerkennung. Von einer beruflichen Ausbildung werden derartige Vorteile dagegen nur zu ganz geringen Anteilen erwartet (s. Abb. 1).

Ein Studium ist nach Ansicht der Studienberechtigten zwar mit mehr Vorteilen verbunden, allerdings geht es auch mit höheren Belastungen während der Studienzeit einher. Insbesondere die höheren Leistungsanforderungen, der Lernstress und die finanziellen Einschränkungen werden von den Studienberechtigten als belastend empfunden. Für welchen Bildungsweg sich die Studienberechtigten letztlich entscheiden, ist nach Ansicht des Projektleiters Markus Lörz jedoch auch von deren Interessen, Erfolgsaussichten und den Erwartungen des sozialen Umfelds abhängig. Insgesamt streben trotz der erwarteten Belastungen 72 % der Studienberechtigten einen Hochschulabschluss an. Beim Abschlussjahrgang 2010 gehören hierbei insbesondere Wirtschaftswissenschaften, Lehramtsstudiengänge und Maschinenbau zu den beliebtesten Studienrichtungen.

Die Studienberechtigten wurden auch nach ihren späteren Einkommenserwartungen befragt. Im Durchschnitt rechnen sie mit einem Netto-Monatseinkommen von rund 1.900 Euro beim Berufseinstieg, welches sich ihrer Meinung nach im Laufe der weiteren Berufskarriere auf 3.500 Euro erhöhen sollte. Vor dem Hintergrund der tatsächlichen Einkommenssituation zeigt sich zwar, dass die Studienberechtigten von höheren Einkommen ausgehen, als sie später wahrscheinlich erzielen werden. Die Ergebnisse zeigen aber nach Einschätzung der Autoren auch, dass die Studienberechtigten bereits ein halbes Jahr nach Schulabgang ein gutes Gespür für die mit den verschiedenen Bildungswegen tatsächlich verknüpften Einkommensmöglichkeiten und Einkommensentwicklungen haben. Die höchsten Einkommen erwarten Studienberechtigte, die einen Masterabschluss anstreben; von den geringsten Einkommen gehen diejenigen aus, die eine Berufsausbildung durchlaufen (s. Abb. 2).

Besonders hohe Einkommen versprechen sich die Studienberechtigten von einem Studium der Rechtswissenschaft und der MINT-Fachrichtungen. Die Studienrichtungen Pädagogik/Sport, Sozialwissenschaften/Sozialwesen und Kunst/Gestaltungswesen gehen dagegen mit deutlich niedrigeren Einkommenserwartungen einher. Zudem zeigen sich bei der Einschätzung der künftigen Einkommen deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede: Männer versprechen sich ein durchschnittlich höheres Netto-Monatseinkommen als Frauen. Nach Lörz lässt sich dies zum Teil durch eine unterschiedliche Studienfachwahl erklären. Möglicherweise antizipieren Frauen aber auch bereits zu diesem frühen Zeitpunkt Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitphasen im späteren Berufsleben.

Das HIS-HF-Studienberechtigtenpanel ist eine in Dauer und Umfang deutschlandweit einmalige Untersuchungsreihe. Das HIS-Institut für Hochschulforschung befragt seit mehr als 35 Jahren jeden zweiten Studienberechtigtenjahrgang. Die aktuelle Publikation „Erwartungen, Entscheidungen und Bildungswege. Studienberechtigte 2010 ein halbes Jahr nach Schulabgang“ ist in der Reihe HIS:Forum Hochschule erschienen (Nr. 5|2012) und steht Interessierten als PDF-Download unter http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-201205.pdf kostenlos zur Verfügung. Eine Printversion kann gegen eine Schutzgebühr von 20 Euro direkt bei der HIS Hochschul-Informations-System GmbH bestellt werden.

Nähere Auskünfte:
Markus Lörz
Tel.: 0511 1220-240
E-Mail: loerz@his.de

Heiko Quast
Tel.: 0511 1220-460
E-Mail: quast@his.de

Andreas Woisch
Tel.: 0511 1220-484
E-Mail: woisch@his.de

Pressekontakt:
Theo Hafner
Tel.: 0511 1220-290
E-Mail: hafner@his.de

Tanja Meister
Tel.: 0511 1220-384
E-Mail: meister@his.de

Theo Hafner | idw
Weitere Informationen:
http://www.his.de
http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-201205.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie